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Der Israelit · 1892-11-28 · Heft 94 (28.11.1892) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 94 (28.11.1892)
Date
1892-11-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1790 er herausgab. Bis ins späte Alter lieferte er den verschiedenen wissenschaftlichen Zeitungen werthvolle Aufsätze und Beiträge. Am 11. Juni 1886 wurde sein 70. Geburtstag hier mit großen Ehren gefeiert. Die Gelehrtenwelt steht trauernd an seinem Grabe. Türkei. Talonichi, 5. November. Unser Chacham- Baschi, Rabbi Jakob Chananjah Kowo hat an einen unserer Berichterstatter ein Schreiben gerichtet, dem wir Folgendes entnehmen: „Wenn Sie in den Zeitungen gelesen haben, daß die Israeliten unserer Stadt schon damit begonnen haben, ihre vom Feuer zerstörten Häuser und Synagogen vom Grunde aus neu auszubauen und daß sechzig dieser Häuser schon ganz vollendet und auch schon bewohnt sind, nun so kann ich Ihnen darüber Näheres miltheilen. Es ist wohl wahr, daß die Behörden uns gestattet haben, die zerstörten Häuser wieder aufzubauen, von denen auch schon ungefähr hundert vollendet dastehen. Dieselben verhalten sich jedoch im Vergleiche zu den abgebrannten Häusern wie zwanzig zu hundert, denn in Folge der großen Armuth, die bei uns herrscht, konnten nicht alle Abgebrannten sogleich zum Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser schreiten, ja viele dieser Abgebrannten sind von hier ausgewandert, um sich anderswo eine Existenz zu gründen und ließen sie so ihre Trümmerhaufen hier zurück. Was dagegen die zerstörten Synagogen betrifft, so wurde bisher auch nicht eine einzige derselben wieder aufgebaut und liegen sie noch alle in Trümmern. Die Ursache davon ist, weil deren Gemeinden kein Geld zum Bauen haben. Einzelne Notable haben wohl größere Beträge zum Wiederaufbau dieser Gotteshäuser gespendet, doch dieselben genügen durchaus nicht, poipn px). Jndetz müssen wir doch dem Allmächtigen danken, weil er uns in der Person unseres gütigen und glorreichen Herrschers, des Sultans Abdul Hamid Chan, einen Gönner und Helfer gesendet hat, und können wir nicht genug sein Woblwohlen und seine Herzensgüte gegen uns schildern. War er doch der erste unter den Ersten, der uns einen großen Geldbetrag zukommen ließ, und es uns so ermöglichte, wieder an den Aufbau unserer zerstörten Häuj er zu schreiten. Möge dafür der Segen des Allmächtigen auf ihm, seinem Hause und seinem Reiche bis in die spätesten Tage ruhen, Amen. Am nächsten zum Danke verpflichtet sind wir unseren Glaubensbrüdern in Europa, denn sie nahmen aufrichtig Theil an unserem Unglücke und ließen uns ohne Zögern ihre Unterstützung zukommen. Ich gedenke ihrer fortwährend in meinem Gebete und flehe auf sie den Segen des Himmels herab. Ich muß nun hier der Wahrheit die Ehre geben, daß, wäre uns nicht Hilfe von auswärts gekommen, so lägen noch heute Tausende von Personen auf der freien Straße, da wir ohnedies genug Auslagen hatten, um alle diese Abgebrannten wochenlang zu beherbegen, zu ernähren und zu kleiden, zumal der Winter vor der Thüre stand, so daß wir an Neubauten gar nicht hätten denken können. Dank aber der uns gewordenen Unterstützung befinden sich schon heute wieder mehr als dreihundert Familien gut untergebracht in schönen, gesunden und luftigen Quartieren. Unter diesen so wieder aufgerichteten Armen gibt es auch zahlreiche Witwen und Waisen. Auf ihre Gönner bezieht sich wohl das Wort des Propheten ri'2 N'an dhyid D*ayi (Erbitterte Arme bringe in Häusern unter.) Schließlich darf ich ja auch nicht des edlen Baron Moritz Hirsch vergessen, der auf seine Kosten hundertundzwölf schöne Quartiere hat Herstellen lassen, und trägt das Viertel, wo sich diese Wohnungen befinden, auch seinen Namen. H bimn bj/3 ]qn •b ib'dv DiVan ovn ,ibysD. Tausend Dank bin ich ich auch Ihnen und dem Herausgeber des „Israelit" schuldig, denn Sie haben sich aufrichtig bemüht, die Herzen unserer Glaubensbrüder zu entflammen und sie dazu anzueifern, damit sie uns zu Hilfe kommen sollen." nrntn rupi “ij? dj ,miru n«6wDn nm:n 'n dd-o' 70 KTD H31D. Feuilleton. „Fiirstengunst." Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird aufs Strengste verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (30. Fortsetzung.) Wertheimer ließ sich in dem Lehnstuhle an dem Tisch nieder, die beiden jungen Leute setzten sich ihm gegenüber und Levi begann: „Ich bin ein Sprosse der alten Wiener Familie Fränkl. Mein Großvater Henoch mußte 1670 bei der Judenvertreibung aus Wien mit allen anderen Glaubensgenossen seine Heimath verlassen und hatte sich zuerst nach Bamberg gewendet, war dann nach Hanau, schließlich nach Fürth übersiedelt, wo er sich dauernd niederließ. Mein Großvater besaß zwei Söhne, Man und Hirsch, der letztere ist mein Vater." „So ist", rief Perez"Markbreiter, „Eva die Tochter eines Mannes, der sich der höchsten Verehrung erfreut und dessen trauriges Schicksal in den weitesten Kreisen die höchste^Theilnahme erweckte?!"

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