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Der Israelit · 1892-11-17 · Heft 91 (17.11.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 91 (17.11.1892)
Date
1892-11-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1729 Am 20. Juli c. ist in Hamburg der Schuppen am Americaquai eröffnet worden. Seitdem find sämmtliche der Kontrolle des Central-Komitees unterstehenden Auswandererzüge von Ruhleben (übrigens nach nochmaliger eingehender ärztlicher Untersuchung) nach Harburg direkt ins Freihafengebiet und zu diesem Schuppen geleitet worden. In Hamburg ist der erste Cholerafall am 16. August amtlich festgestellt worden. Im Auswandererschuppen am Americaquai find nur vereinzelte Cholerafälle, der erste am 24. August, der letzte am 5. September konftatirt worden, abgesehen von 3 aus der Stadt Hamburg am 23. September direkt übertragenen Fällen. Todesfälle haben sich im Schuppen am Americaquai überhaupt nur 6 ereignet. Die angeführten Thatsachen schließen die Möglichkeit aus, daß die Cholera durch die von uns beförderten Auswanderer nach Deutschland resp. Hamburg eiugeschleppt sein kann. Bei Beginn der Choleragefahr hat das Komitee die zeitweilige Einstellung seiner Thätigkeit in Rußland sofort bekannt gemacht. Es versteht sich von selbst, daß diese Thätigkeit wie bisher, so auch fernerhin bis zu dem Zeitpunkt, wo die Gefahr der Einschleppung von Seuchen gänzlich beseitigt sein wird, eingestellt bleibt und erst nach Verständigung mit den maßgebenden Behörden ausgenommen werden wird. Schließlich bttttet das Central-Komitee auch auf diesem Wege alle diejenigen, welche es darin unterstützen können, namentlich auch die Russische Presse die Bevölkerung in Rußland darüber aufzuklären, daß bis zur Wiederaufnahme seiner Thätigkeit seitens des Komitees ausnahmslos keinerlei Unterstützung bedürftiger Auswanderer stattfindet. Berlitt, Der Prozeß gegen den Rektor Ahlwardt wegen Beleidigung der Herren Kühne und Löwe durch seine bekannte Flinten-Broschüre findet nach der St. B. Z. am 29. d. M. statt. Hannover, 9. November. Am 7. November wurde das neuerbaute Seminar für jüd. Lehrer eingeweiht. Der erhabenen Feier wohnten bet als Vertreter der Regierung Provinzialschulrath Dr. Wendland und Kreisschulinspektor Dr. Wehrhahn; außerdem Landrabbiner Dr. G r o n e m an n, Landrabbiner Dr. Lewinsky, die Verwaltungskommisston, die Vorstände der Synagogeugemeinde, das Revräsentantenkollegium, die Vorstände zahlreicher Vereine, das Lehrercollegium, viele ehemalige Schüler der Anstalt und die jetzigen Zöglinge derselben. — Nachdem der Baumeister den Schlüssel des Hauses dem Direktor Dr. Krön er überreicht hatte, begaben sich die Festtheilnehmer in die aufs schönste geschmückte Aula, in welcher die eigentliche Feier stattfand. Dieselbe wurde durch ein vom Seminarchore vorgetragenes Festlied eingeleitet, worauf der Provinzialschulrath die Rednerbühne bestieg, um in knappen Umrissen die Entstehungsgeschichte der Vildungsanstalt vorzuführen. Hierauf sprach Landrabbiner Dr. Gronemann seinen Dank gegen die Provinztalschulverwaltung und den Staat aus und wies darauf hin, daß die Anstalt nicht allein Elementar», sondern auch dem Glauben ergebene Religionslehrer auszubilden hat. Alsdann ergriff Direktor Dr. Kroner das Wort und legte die Verhältnisse dar, die bei seinem Antritte in der Anstalt walteten. Ungeschminkte Worte des Dankes entrollten seiner Brust für seine Mitarbeiter. In klarem Lichte stellte er seine pädagogischen Bestrebungen hin; er will seine Schüler nicht nur mit reichem Wtssensmaterial ausstatten, sondern sie sollen besonders „Herr der Methode sein." Er gedachte ferner der Verstorbenen, die durch ihre Stiftung und Legate eine kräftige Stütze für die Anstalt feien und ließ für dieselbe nww niyn veranstalten. Mit einem Chorgesang schloß die erhebende Feier. Die Festtheilnehmer versammelten sich des Abends zu einem Festessen, bei welchem der Schulrath auf den Kaiser, der Landrabbiner auf den Seminardirektor, der Direktor auf das Seminar, Dr. Benfay auf den Schulrath und Dr. Lewinsky auf das Lehrercollegium toastete. An dieses schloß sicheln von dem „Vereine der Seminaristen" veranstalteter Festkommers an, der unter Leitung des Präsidenten Höxter und in der schönsten Weise verlief. Louis Levisohn. Weimar, IO. November. An die israelitischen Kultusgemeinden von Sachsen-Weimar-Eisenach hat der Großherzog folgendes Dankschreiben gerichtet: „Mit aufrichtiger Freude habe ich mit der Großherzogin, Meiner Gemahlin, die Adresse entgegengenommen, welche von den Vorständen der israelitischen Kultusgemeinden Namens der letzteren zur Feier Unseres goldenen Ehejubiläums an Uns gerichtet worden ist. Diese Urkunde birgt in ebenso kostbarem wie kunstvollem Gewände den warmen Ausdruck treuer Anhänglichkeit und Unterthanenliebe. Und wie Wir alle Bewohner Unseres Landes ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses mit gleicher Liebe umfassen, so erfüllt Uns jede Aeußerung der Treue aus den Kreisen Unseres Volkes mit gleicher Freude. Gern geben Wir diese Freude den israelitischen Kultusgemeinden kund, indem Wir zugleich Unseren herzlichen Dank aussprechen und auch die israelitischen Kultusgemeinden wie deren Vorstände Unserer landesfürstlichen Huld und Gnade versichern. Oe ft er r.-Ungar. Monarchie. Pretzbirrg, 9. November. Unsere Gemeinde hat einen großen Verlust zu verzeichnen, denn einer ihrer Edelsten und Besten ist ihr entrissen worden. Rabbi Salomon Lemberger y% ein Abkömmling

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