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Der Israelit · 1892-11-14 · Heft 90 (14.11.1892) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 90 (14.11.1892)
Date
1892-11-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1713 der Entseelte das Muster eines Oberpriesters in des Wortes herrlichster Bedeutung. Als der Antisemitismus nach Böhmen verpflanzt wurde, erließ Bischof HaiS einen fulminanten Hirtenbrief gegen diese unchristliche Bewegung. Hierdurch hat er sich alle Israeliten zu großem Danke verpflichtet, zumal seine Worte — wenigstens in seiner Diocese — auf fruchtbaren Boden fielen. Feuilleton. „ÄJicttgimfl“ Erzählung von S. Kohn, Verfasser von »Gabriel/ Jeder unbefugte Nachdruck wird aufs Strengste verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (27. Fortsetzung.) Ein leichtes, ironisches Lächeln überflog des Prinzen Züge, während sich des Kaisers Stirne runzelte. Graf Althan, der sich als Obersthofstallmeister stets in seiner Nähe befand, hatte unausgesetzt, das als Bermuthung ausgesprochen, was Nimptsch und Tedeschi durch Falsifikate erweisen wollten; — er beachtete des Grafen Worte gar nicht und sprach zum Prinzen gewendet: „Euer Liebden, ich danke Gott, daß das häßltche Complott entdeckt wurde! Der Gedanke, von Nimptsch, einem Menschen, der mir die größte Treue, die größte Anhänglichkeit heuchelte, der mir als harmloser Flachkopf schien, der mich nur durch seine Spässe zu erheitern suchte, in so schändlicher Weise hintergangen worden zu sein, versetzt mich in die größte Aufregung!.Sobald ich etwas ruhiger sein werde, werde ich Sie, mein Prinz, bitten, mir ausführlich mitzutheilen, in welcher Weise Sie zur Kenntniß dieses Complottes gelangten, denn ich will, daß nicht nur die Schuldigen bestraft, sondern daß auch jene belohnt werden, welche diese verbrecherischen Versuche entdeckten; aber um Ihnen, mein Prinz, einen thatsächlichen Beweis zu geben, wie lebhaft ich es bedauere, daß ich mich zu einem grundlosen Argwohn drängen ließ, und daß dieser nunmehr gänzlich geschwunden, erkläre ich mich bereit den Herzenswunsch meiner geliebten Nichte, der Frau Erzherzogin Maria Josefa zu erfüllen und sie dem Prinzen August von Sachsen- Polen zu vermählen. Ich ersuche und beauftrage Sie als meinen ersten Minister, den Dresdner Hof, in der Ihnen geeignetest erscheinenden Weise davon in Kenntniß zu setzen, daß wir erfahren, daß unsere Nichte dem Prinzen August eine heftige Neigung eingeflößt, und daß eine Werbung für ihn, von uns in gnädiger Weise ausgenommen würde. „Ich spreche Euerer Majestät für diese allergnädigste Entschließung in meinem und der durchlauchtesten Frau Erzherzogin Maria Josefa Namen den allerunterthänigsten Dank aus. Gott segne Euer apostolische Majestät und das ganze erlauchte Kaiserhaus!" * * Als Prinz Eugen in den Burghof zurückgekehrt, in seinen Wagen stieg, befahl er dem Kutscher in das Palais, welches die Waisen Kaiser Josef I. mit ihren Ayas bewohnten, zu fahren und ließ sich bet der Erzherzog Maria Josefa melden. „Kaiserliche Hoheit!" rief der Prinz beim Eintritte in ihr Kabtnet, „ich bringe frohe Botschaft! Allerhöchst Dero kaiserliche Oheim hat mir zu befehlen geruht, dem Dresdner Hofe anzuzeigen, daß eine Werbung des Prinzen August um höchst Dero Hand nicht abschlägig beschieden würde." „Ah! .... Dös dank i gewiß nur Jhna!" rief die Erzherzogin laut aufjauchzend, „Gott soll Jhna vill tausendmal die Gutthat lohnen, die S' an dem armen Waisenmadl ausgeübt, — dös vergeh ich Jhna nöt, nie ... . nie — und ich will fromm, gut und wohlthätig sein, um dem gnädigen Herrn meine Dankbarkeit zu erweisen!.Durchlaucht! die Welt sogt, Sie san der größte Feldherr, der größte Diplomat, — dös Olles is ja wohr — dös san's auch; aber Sie san auch der Brävste auf der ganzen, weiten, runden Welt . . . . Na, Sie san Anar!! .... Weiß Gott im Himmel, i kann nöt anders , ich mutz Jhna a Bußerl geben!" und im überströmenden Enthusiasmus der Dankbarkeit, flog die anmuthige Prinzessin dem Prinzen um den Hals und berührte mit ihren Ktrschenlippen leicht seine hohe Denkerstirne, dann eilte Sie zur Thüre des Seitenzimmers und rief in dieses: „Frau Gräfin Pallavicini", eine große Neuigkeit! Ich werde mit dem Prinzen August von Sachsen verlobt werden. Der Herr Herzog von Savoyen ist da und erzählts! Herr Gott im Himmel, i glaub' i werd' narrisch vor Freude! Das große Glück hat gewiß mein frommer Papa, Majestät im Jenseits, vom lieben, guten Gott für sein Kind erbeten!" Die Nachricht von der Entdeckung eines Complottes, welches bezweckte dem Prinzen Eugen durch verbrecherische Mittel zu stürzen, hatte sich rasch in Wien verbreitet und hatte namentlich in Hof- und Diplomatenkreisen das höchste Aufsehen erregt. Die Freunde und Anhänger des Prinzen jubelten, während unter den Feinden und Gegnern desselben die höchste Bestürzung herrschte. Kaiser Karl befand sich, Eugen gegenüber, in der peinlichsten Verlegenheit. Er hatte die ersten Mittheilungen des Grafen Nimptsch anfänglich nur aus Neugierde angehört, weil es ihm Vergnügen machte, zu erfahren, was in den Privathäusern vorging — und war

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