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Der Israelit · 1892-11-07 · Heft 88 (7.11.1892) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 88 (7.11.1892)
Date
1892-11-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1674 Hebung sogar, wie auch Klement wußte und berichtete, an Kaiser Karl geschrieben. Wenn der Kaiser, wie zu erwarten, die Angelegenheit selbst eingehend prüfen sollte, könnte der Mangel des Siegels, noch mehr ein unrichtiges, auffallen. — Ich durfte es nicht wagen, ein Siegel mit dem Wappen des Grafen Flemming, das jedem mit der Heraldik halbwegs Vertrauten bekannt ist, anferttgen zu lassen. Da ich bemüht bin, alle meine Operationen in möglichster Vollkommenheit auszuführen habe ich mit Genehmigung des Marquis St. Thomas, Klement nach Dresden geschickt." „Was soll er dort thun?" frug Ntmptsch. „Ich habe es Ihnen ziemlich erkennbar angedeutet — das Jnfiegel Flemming's zu entwenden. Nun hat Klement, wie er in dem Brief schreibt, den ich heute von ihm empfing, seine Mission erfüllt und wird längstens in drei Tagen hier mit dem Jnfiegel anlangen. Da Flemming, der in allen Dingen das Absonderliche liebt, stets etwas Apartes haben will, auch eine eigene Sorte spanisches Wachs von eigenthümlicher Färbung und eigenthümltchem Odeur, das ausschließlich für ihn allein angefertigt wird, benützt, bringt Klement auch ein Stückchen desselben mit." „Das muß man dem Marquis St. Thomas und Ihnen, Herr Abbate, lassen," meinte Graf Nimptsch, im Tone aufrichtiger Bewunderung, „Sie wissen die Werkzeuge für Ihre Zwecke vortrefflich zu wählen; — aber warum ist Klement nicht sofort an dem Tage, wo er den Brief geschrieben, abgereist? Er hätte diesen und einige Tage Verzögerung erspart." „Seine plötzliche Abreise, unmittelbar nachdem das Jnfiegel abhanden gekommen, hätte trotz des großen Vertrauens, das der Feldmarschall in ihn setzt, diesen doch stutzig machen können. Klement selbst hat den Grafen Flemming aufmerksam gemacht, daß das Jnfiegel abhanden gekommen. Es ist auch sofort ein Diener, auf welchen Klement den Verdacht gelenkt, eingezogen worden; — vielleicht gesteht er auch unter der Folter, den Diebstahl, den er nicht begangen." „Das thut mir leid," meinte Ntmptsch, „ich möchte nicht, daß ein ganz Unschuldiger in solcher traurigen Weise für ihn in Mitleidenschaft gezogen würoe. Ich wünsche allen Menschen alles Gute." „Herr Graf," erwiederte Tedeschi mit seinem ironischen, ungläubigen Lächeln, „das ist sehr edel gedacht, aber wer in der That allen Menschen alles Gute wünscht, pflegt dieses nicht für sich selbst zu erringen . . . Sie sind für einen Staatsmann zu gemüthsreich; wer in der Politik ein Ziel erreichen will, muß alles, was ihm in den Weg tritt, erbarmungslos niedertreten . . . Herr Graf", fügte er nach kurzer Pause hinzu, „der Zweck unserer heutigen Unterredung ist vollkommen erreicht und so angenehm mir auch Ihre Gesellschaft unter allen andern Umständen ist, muß ich doch gestehen, daß mir in diesen unwirthlichen Räumen etwas unheimlich geworden ist, weshalb ich mir vorzuschlagen erlaube, daß wir uns für heute trennen, um in dreimalvierundzwanzig Stunden zum letztenmale hier zusammenzutreffen, wo ich Ihnen das gewünschte Material übergeben und sagen werde: ich habe das Meinige gethan, thun Sie nur das Ihrige, a rickorvervi Signore el Conte1)!" Nimptsch murmelte einige unverständliche Worte und Wertheimer hörte nun, wie sich die beiden Männer, Einer nach dem Andern entfernten und der Zweite das Haus hinter sich abschloß. (Fortsetzung folgt.) Auf Wiedersehen, Herr Graf! Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel ju beziehen bei G. F. K1 e i n a ck e r, Leipzig, Roßplay 16. — Inserate 25 Pfennig die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr-, für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Eine Rücksendung von an die Redaetiou eiugesandte« Manuscripten findet nicht statt, man bittet deshalb sich von allen Einsendungen eine Kopie zurückzubehalten. Inhalt (Hauptblatt): Leitender Artikel: Berliner Briefe. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Wiesbaden. Hannover. Dresden. Barmen. Karlsruhe. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Pesth. Budapest. Stuhlweißenburg. — Rußland: St. Petersburg. — England: London. — Vermischtes. — Feuilleton: „Fürstengunst." Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." (Fortsetzung.) Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Bellamy als Erzieher. Eine Geschichte aus der Zeit nach dem deutsch-russischen Kriege. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt. Berlin. Coblenz. Aus dem Saarrevier. Flensburg. — Amerika. — Indien: Bombay. Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschast in Mainz. Hierzu eine Beilage.

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