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Der Israelit · 1892-11-03 · Heft 87 (3.11.1892) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 87 (3.11.1892)
Date
1892-11-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1654 Falsifikate anfertigen zu lassen, deren Inhalt in einer Weise abgefaßt sein würde , daß der beim Kaiser geweckte Verdacht, sich zu voller moralischen Ueberzeugung verstärken, aber sich aus diesen nicht ein Jndictum, das ein gerichtliches Einschreiten veranlassen könnte, ergeben würde, da eine Untersuchung ohne jeden Zweifel die Unechtheit unserer Beweismittel ans Licht gebracht, Sie und mich in bodenloses Unglück gestürzt und sogar dem sardinischen Gesandten, wenn dessen Theilnahme an unserem Complotte erweislich gewesen, große Unannehmlichkeiten bereitet hätte. Wir beabsichtigten ja nur dem Prinzen des Kaisers Vertrauen zu entziehen, gelang dies, dann waren alle unsere angestrebten Zwecke erreicht, der Prinz wäre aus seiner gegenwärtigen hohen Stellung verdrängt, mein Schwager Graf Althan, würde an seiner Stelle erster Minister und wenn Eugens Einfluß auf den Kaiser gebrochen, Maria Josefa die Gemahlin des Erbprinzen Carlo Alberto — Im Vertrauen auf Ihr Versprechen versicherte ich dem Kaiser, daß ich thatsächltche Beweise für des Prinzen hochverrätherische Pläne vorlegen würde, — und nun bin ich in dem Kreisgange meiner Auseinandersetzungen wieder bei dem Ausgangspunkte meiner gerechten Vorwürfe gegen Sie, Abbata, angelangt. Sie haben mir diese Falisifikate noch immer nicht übergeben, Sie vertrösten mich von Tag zu Tag und ich muß annehmen, das unsere heutige Zusammenkunft Ihrerseits nur den Zweck hat, meine steigende Ungeduld zu beschwichtigen; — allein diesmal wird es Ihnen nicht gelingen. Ich kann es nicht risktren beim Kaiser in Ungnade zu fallen. Ich stelle Ihnen hiermit mein Ultimatum, Abbate: Wenn ich nicht binnen dreimal vlerundzwanzig Stunden die von Ihnen fabrizirten Beweise in Händen habe, werfe ich mich dem Kaiser zu Füßen, erkläre, ohne mein Verschulden von Ihnen dupirt worden zu sein und überlassen Sie Ihrem Schicksale." „Herr Graf", entgegnete der Italiener, „Ihre Drohungen erschrecken mich nicht. Ich würde, Sie können davon überzeugt sein, nicht allein in den Kerker wandern, ich hätte mich in demselben Ihrer angenehmen Gesellschaft zu erfreuen. Ich bin ein vorsichtiger und ordnungsliebender Mensch; ich habe alle Ihre Briefe vorsichtig in einem geheimen Fache aufbewahrt, — also zu fürchten hätte ich Sie nicht, Herr Graf; — allein wir haben es gar nicht nöthig uns über einen Fall, der gar nicht eintreten wird, zu echauffiren. Hätten Sie mich nicht gleich beim Beginne unserer Unterredung mit völlig grundlosen Vorwürfen überhäuft, hätte ich Ihnen sofort die angenehme Mittheilung gemacht, daß ich mich schon im Besitze der vortrefflich fabrizirten Falsifikate befinde." „Haben Sie sie mitgebracht?" srug Nimptsch hastig. „Nein, — sie liegen vorläufig neben den Sie compromittirenden Briefen in meinem geheimen Fache; es fehlt nur Eines, um ihnen die volle Wirksamkeit zu verleihen, und das erwarte ich mit vollster Bestimmtheit im Laufe der nächsten drei Tage. Ich verbürge es Ihnen mit meinem Worte als Edelmann und Priester, daß ich Ihnen bei unserer nächsten Zusammenkunft in dreimal vkerundzwanzig Stunden die Briefe in allergeeignetester Weise ihrem Zwecke entsprechend, übergeben werde." (Fortsetzung folgt.) Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 1V Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel zu beziehen bei G. $. Steinacker, Leipzig, Doßplah 16. — Inserate 25 Pfennig die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fi. öftere., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Eine Rücksendung von an die Redaction cingesandten Manuskripten findet nicht statt, man bittet deshalb fich von allen Einsendungen eine Kopie zurückznbehalten. Inhalt (Hauptblatt): Leitender Artikel: Das Großherzogthum Hessen macht den Anfang. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Wittenberg. Arnswalde-Friedeberg. Breslau. Schwersenz. Danzig. Halle a. S. — Oesterr.- Ungar. Monarchie: Wien. — Frankreich: Avignon. — Asien: Smyrna. — Vermischtes. — Feuilleton: „Fürstengunst." Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." (Fortsetzung.) Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Bellamy als Erzieher. Eine Geschichte aus der Zeit nach dem deutschrussischen Kriege. — Zeitungsnachrichten unb Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Neu-Weißen fee. — Druckfehl er-Berichtigung. — Briefkasten. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Pfaffen-Beerfurth im Odenw. Bonn a. Rh. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. — Rußland: Petersburg. Warschau. — Palästina: Jerusalem. — Vermischtes. Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der J oh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei Beilage«.

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