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Der Israelit · 1892-10-24 · Heft 84 (24.10.1892) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 84 (24.10.1892)
Date
1892-10-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1592 Aus Weftphalen Mit welchem Leichtsinn man hier zu Lande sich über die heiligsten Religionsgesetze hinwegsetzt, mag folgender Vorfall beweisen: In dem Orte Brakel oder Aplerbeck — beide Orte liegen nicht wett von dem Städtchen Hörde, der Name des Ortes thut überhaupt nichts zur Sache — hat vor rtodj nicht langer Zeit ein gewisser Goldbach die junge Frau seines verstorbenen Bruders geheirathet. Als schwerwiegend tritt hier noch der Umstand hinzu, daß aus erster Ehe ein Kind am Leben, in diesem Falle also miDJ rrny vorliegend ist. Sowohl dem Vater des jungen Ehemannes, der, nebenbei gesagt, noch ein guter Jehudi sein soll, als auch diesem selbst waren von verschiedenen Seiten, unter anderem auch von Herrn Lehrer Stern in Hörde die ernstesten Vorstellungen gemacht worden, daß das Eingehen einer solchen, wie in Rede stehende Ehe durch unser heiliges Reltgtonsgesetz auf's Strengste verpönt sei. Doch alle Ermahnungen waren vergebens. Die Hochzeit hat stattgefunden; und als prnp yidö typ hat schließlich obengenannter Lehrer Stern aus Hörde fungirt. Sapienti satl — Zu einer am verflossenen min nnctp hier stattgefundenen ntyo nnn war der tyno Herr Heineman aus Elberfeld hierher berufen ntyn ornn« bw rvoa. Derselbe ist am Iiv d? per Eisenbahn hierher gekommen, am aio dv auch mit derselben wieder zurückgefahren. Auch hat derselbe keinen Anstand genommen, am Festmahle, im Hause des nna Vya, Theil zu nehmen, trotzdem ihm schon vor einigen Jahren bekannt gegeben wurde, (es hatte damals in demselben Hause eine Bris-Miloh stattgefunden', daß hier das ganze Jahr hindurch nw'iv ni^nv gekocht und genossen werden, daß hier überhaupt unjüdisch gelebt, kein Schabos und Jaumtauw gehalten wird. Commentar überflüssig. M. Rosenwald, Iserlohn. Kiel, im October. Einen erfreulichen Fortschritt hat unsere Gemeinde zu verzeichnen. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung bewilligten in vereinigter Sitzung einen jährlichen Zuschuß von 600 Mark zu den Kosten der israel. Religionsschule. Oberbürgermeister Fuß empfahl selbst den Antrag unter Hinweis auf den vortrefflichen Zustand, in welchem sich die Anstalt unter Leitung des Rabb. Dr. Stern befinde. Auch der Stadtschulrath Kuh lg atz schloß sich unter gleichen Worten der Anerkennung und Empfehlung dem Vorredner au. Allgemein bemerkenswerth ist die städtische Subvention aus dem Grunde, weil die Anstalt lediglich eine Religionsschule ist. Doch ist der Religionsunterricht in Schleswig-Holstein obligatorisch und wurde der Schulzwang von Herrn Dr. Stern energisch durchgeführt. Weilburg an der Lahn. Am vergangenen Simchas-Thora-Feste veranstaltete die hiesige israel. Gemeinde zu Ehren ihres nach Hildeshetm als Landrabbiner berufenen, mit dem Beginne des nächsten Monats scheidenden Bezirksrabbiners Dr. A. Le w in sky eine solenne Abschiedsfeier, welche Zeugniß ablegte von der großen Beliebtheit, der sich Dr. L. trotz der kurzen Zeit seiner hiesigen Amtsthätigkeit allerseits zu erfreuen hat. Herzliche und warm empfundene Worte des Dankes richtete der Gefeierte an die vollzählig erschienenen Gemeindemitglteder. Der Weggang des Dr. L. wird allgemein bedauert. Hinsichtlich der Neubesetzung des hiesigen Rabbinats ist zu berichten, daß von den zahlreichen Bewerbern drei Candidaten bereits Probepredigten abhielten. Auf Ersuchen des Vorstandes hielt am nwia na» Herr Dr. L. Posn er eine Gastpredigt, die so großen Beifall fand, daß einer sofortigen definitiven Wahl zum hiesigen Bezirksrabbiner nur die noch nicht erfolgte Absolvirung der theologischen Studien des Candidaten im Wege stand. F. > vermischtes. < Ulm, 5. October. Die fortgesetzte antisemitische Verhetzung beginnt zu Exzessen zu führen, welche den Abscheu jedes anständigen Menschen erregen müssen. Dem Rabbiner der hiesigen israel. Gemeinde wurde zum Versöhnungfest von anonymer Seite ein in nicht wieder zu gebender Weise beschmutztes Zeitungsblatt durch die Post zugesandt, eine Rohheit, die öffentlich an den Pranger gestellt zu werden verdient. Die Schriftzüge weisen auf die Handschrift eines Erwachsenen hin. Feuilleton. „Fürstengunst." Erzählung von S. Kohtt, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird aufs Strengste verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (23. Fortsetzung.) Markbreiter hielt inne, augenscheinlich dachte er darüber nach, wie er das, was er sagen wollte, in allerunverletzendester Form aussprechen könne. „Je feinfühliger edle Frauen von Natur und durch Erziehung sind, desto entschuldbarer erscheint es, wenn sie etwas überreizt werden. Gottes unerforschliche Fügung scheint unverdient, Hartes über Euch geschickt zu haben ...... Auch mag man Euch ein unrichtiges Bild von mir gegeben, man

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