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Der Israelit · 1892-10-20 · Heft 83 (20.10.1892) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 83 (20.10.1892)
Date
1892-10-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1577 res Legat von einer hies. verstorbenen Wohlthäterin erhalten, wird von betheiligter Sette dementirt. Aus Eisenach. Die Bewohner des Großherzogthums Sachsen-Weimar haben am 5., 6., 7., 8. und 9. d. M. wahre Jubeltage erlebt. Eine hochsreudige Strömung war es, von welcher die sämmtlichen Landesangehörigen erfüllt waren. Wurde ja dem erlauchten Großherzogtichen Ehepaare von Gott das seltene Glück gewährt, Höchstthr goldenes Ehejubiläum feiern zu können. Hut) das ganze Völkchen feierte dieses Fest in der freudigsten Theilnahme mit und in den Gotteshäusern aller Coufessionen stiegen tiefempfundene Dankgebete zu Gott empor für die dem geliebten Herrscherhause erzeigte Wohlthat. Warum sollte das auch nicht so sein! Die erhabenen Herrscher lugenden Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs und seiner erlauchten Gemahlin haben während der langen Regierungsdauer Höchstderselbcn sich durch eine milde und gerechte Regierung und durch unzählige Wohlthätigkeitshandlungen gegen Einzelne sowohl, als auch durch Stiftung und Beförderung von Wohlthätigkeitsanstalten, sowie überhaupt durch ihre Theilnahme an allem, was das Wohl und Wehe der Landesangehörigen betrifft, so glänzend bewährt, daß sich dadurch zwischen dem hohen Herrscherhaus und seinen Unterthanen ein Liebesband gebildet hat, das den Charakter eines zwischen Ellern und Kinder bestehenden Verhältnisses an sich trägt Daß tu dieser Beziehung die israelitischen Bewohner des Landes keine Ausnahme machen und diese, so oft sich Gelegenheit darbietet, die Liebe zum Großherzoglichen Hause aus irgend eine Weise zu bethätigen nicht zurückstehen, versteht sich um so mehr von selbst, als der hohe Sinn Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs, sowie Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Großherzogin, ihnen auch stets eine gleichmäßige Behandlung niit den übrigen Bewohnern des Landes zu Theil werden läßt. Dieses war auch während der in Rede stehenden Feier der Fall. Der Großh. Sächsische Landrabbtner, Herr Dr. Salzer in Stadtlengsfeld war gleich den Spitzen der Geistlichkeit der übrigen Konfessionen des Landes osfizicll zur Feier geladen worden und hatte sich auch bei seiner Ankunft in Weimar sowohl, als auch während der ganzen Dauer der Festlichkeit einer vollständig paritätischen Behandlung mit den übrigen Geistlichen zu erfreuen. Der Landrabbiner hatte d:e Ehre, am 6. d. M. vom Großherzoglichcn Ehepaare zur Audienz empfangen zu werden und seine persönlichen Glückwünsche zum goldenen Ehejubiläum aussprechen, sowie auch seitens der israelitischen Gemeinden eine prachtvoll ausgestattete Glückwunschadrcsse überreichen zu dürfen. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog, sowie auch dessen erlauchte Gemahlin geruhten beides Huldvollst entgegenzunehmen und bei dieser Gelegenheit die Versicherung zu ertheilen, daß Höchstdieselben bei ihren Unterthanen in Betreff des Glaubens durchaus keinen Unterschied kennen, daß Alle ihnen gleich nahe stehen und daher auch die isr. Bewohner des Landes sich des landesherrlichen Schutzes und der landesherrlichen Fürsorge stets in derselben Weise versichert halten können, wie die Bekenner der übrigen ini Lande vertretenen Confessionen. Das sind sicherlich hocherfreuliche Aeußerungen aus hohem Fürstenmunde, namentlich in einer so von Glaubens¬ und Rassenhaß durchwühlten Zeit, wie die unsrtge leider ist. Das edle Großherzogliche Ehepaar hat stets auf der Höhe der Bildung und der Humanität gestanden und ist noch erfüllt von dem Odem einer ktassischen Zeit, deren Geburts- und Pflegestätte Weimar war. Als der Dichter Leopold Kompert gestorben war, drückte der Großherzog in einem eigenhändigen Schreiben der Wittwe desselben sein Beileid aus, und der Dichter Ludwig August Frau kl erhielt vor nicht langer Zeit einen hohen Orden von ihm. Auch hat er vor einiger Zeit persönlich Einkäufe in israelitischen Geschäften in Eisenach gemacht. Ihre Königliche Hoheit die Frau Großhcrzogin, deren Wohlthätigkeit uubegrenzt ist, läßt dein Landrabbiner oft Unterstützungsgelder zur Uebermitteluug an arme Israeliten zukommen und hat erst vor Kurzem einer kleinen israelitischen Genieinde eine ansehnliche Unterstützung zur Reparatur ihrer Synagoge zngcsagt. Als vor einigen Monaten die erlauchte Frau Erbgroßherzogin einen Theil des Landes bereiste und auch nach Stadtlengsfeld kam, wurde neben andern Beamten auch der Landrabbiner zur Tafel geladen. Der Landrabbiner erhält auch den größten Theil seiner Besoldung aus der Staatskasse und außerdem eine Pauschalsumme für seine Dienstreisen und seinen Bureauanfwand. Möchte cs doch in unseren! deutschen Vaterlande überall so bestellt sein! Gott segne unser erhabenes, großherzogliches Haus und erhalte das erlauchte Ehejubclpaar noch lange in frischer, froher Gesundheit! Feuilleton. Aie Wunderringe. Ein morgenländisches Märchen. (Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet.) Es war einmal in einem fernen Meere eine wunderschöne, palmenbewaldete Insel, deren Bewohner glücklich und zufrieden unter einem guten Khalifen lebten. Ein kleiner Theil

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