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Der Israelit · 1892-10-17 · Heft 81-82 (17.10.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 81-82 (17.10.1892)
Date
1892-10-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1543 pathie mit den in Rußland verfolgten Juden auszudrücken, wobei der Bürgermeister (Mayor) der Stadt den Vorsitz hatte, unterstützt von vielen Geistlichen der verschiedenen protestantischen Bekenntnisse und anderer bedeutender christlicher Persönlichkeiten, darunter ein General, wurden die folgenden Beschlüsse gefaßt und einstimmig genehmigt: 1) Daß die unaufhörliche und zum Gesetz erhobene Bedrückung und Verfolgung von Seiten der russischen Regierung ein Gegenstand tiefen Bedauerns für alle Christen ist und daß diese Versammlung (Meeting) den Ausdruck ihres tiefen Mitgefühls zu verleihen wünscht mit denen, welche den Verlust der Heimath, des Lebens und der Freiheit unter der Ausführung dieser grausamen und ungerechten Edikte erleiden. 2) Daß eine die Sympathie der Christen in Ramsgate mit ihren leidenden Brüdern, den Juden in Rußland, theilende Botschaft den letzteren durch die Vermittlung des „Jewish Chromcle" mitgetheilt werde, daß die Behandlung ihrer Brüder von den Ramsgater Christen als eine Schmach für die christliche Religion und ein Frevel gegen Humanität angesehen und betrachtet werde. 3) Es sei der ernste Wunsch und die aufrichtige Hoffnung aller Christen England's und Jrland's, daß der Tag bald dämmern möge, an welchem der Czar aller Reußen zur Einsicht gelange, eine weisere und humanere Politik gegen seine loyalen und gesetzestreuen jüdischen Unterthanen in Anwendung zu bringen, und an dem ihr gegenwärtiger Zustand von Bedrückung, Armuth und Elend in einen solchen von Freiheit, Wohlstand und Gliick verwandell werden wird. (Gez.) I. P. Thimaun, Ehrensekretär. Eine kleine Gcldsammlung wurde auch veranstaltet, deren Betrag an das russisch-jüdische Comitö befördert wurde. — In der That ist in keinem Lande Europa's eine solche vollkommene Freiheit und Gleichberechtigung praktisch den Juden zu Theil. Herr Alfred von Rothschild in London hat die Ernennung von Seiten Großbritanicns zum Delegirten bei der bevorstehenden internationalen Geld- und Münzen-Conferenz angeilomnlen. Signor Luzzatti, der italienische Ex-Finanzminister, ist das zweite jüdische Mitglied der genannten Conferenz. Herr Franzis L. Cohn ist vom Kriegsminister zum Seelsorger der jüdischen Offiziere und Soldaten in Aldershot (unweit London) ernannt worden. Persien. Der Londoner Oberrabbiner Dr. Adler erhielt am 24. Septbr. ein Telegramm von Morris Cohen, dem englischen Lehrer der Schule zu Bagdad, worin mitgetheilt wurde, daß nach einer telegraphischen Depesche der israelitischen Gemeinde zu Hamadan, Molla Abdullah, das geistliche Oberhaupt daselbst, die Niedermetzelung der Juden in Hamadan angeordnet habe. Letztere seien gezwungen, sich im Versteck zu halten und die Gefahr sei eminent. Er beschwöre die sofortige Intervention der Glaubensgenossen in London und Paris. Daraufhin wandten sich die Vorstände der israelitischen Gemeinde und der anglo-israelitischen Association sowie Lord Rothschild an Lord Rosebery, welcher sofort die nöthigen Instructionen an den englischen Gesandten in Teheran sandte und schon am 26. September berichtete Sir Lascelles, daß er bei dem Amin-es-Sultan Vorstellungen erhoben habe. Letzterer habe bemerkt, daß eine Gegen-Beschwerde von den Muselmanen der Stadt erhoben worden sei, ber , Schah habe jedoch dem Mollah Abdullah strengen Befehl gesandt, die Verfolgung der Juden einzustellen, und ihm mit Strafe gedroht, falls er dem Befehle nicht Nachkomme. Ein halbes Bataillon Truppen sei nach Hamadan gesandt worden, um die Ordnung aufrecht zu halten. Die Vorstände der genannten Gesellschaft haben Lord Rosebery für seine „Promptheit und Güte" gedankt. Die anglo-jüdische Association hat auch die Mitwirkung der Alliance Jsraelite in Paris angerusen, um ähnliche Schritte seitens der französischen Regierung zu veranlassen. Vermischtes. Gr. Tapokcfan, 27. Elul. nutty *vj>n p pns rw’SP Dt£Ti Das Scheiden eines Frommen aus einer Stadt läßt eine große Lücke zurück! Die Wahrheit dieses Spruches sollten auch wir tief empfinden, denn unsere Gemeinnde hat einen großen unersetzlichen Verlust erlitten. Rabbi Jakob Friedmann ein Mann, ausgezeichnet durch wahrhafte Religiosität, hervorragend durch seine enorme Gelehrsamkeit und sein ifiWTO in D"ttf und D'pDiü, ist aus ihrer Mitte entrissen worden. Er erreichte ein Alter von 84 Jahren und erfreute sich bis kurz vor seinem Lebensende einer blühenden Gesundheit, die seiner großen mcnn so vortrefflich zu Statten kam, und die ihn noch in den Stand setzte, bis vorigen D'TiE'ün nv, während des ganzen Tages stehenden Fußes zu beten, ohne auch nur einmal sich auszuruhen. Am ersten Selichothtage versammelte sich die ganze Gemeinde, wie auch viele Freunde des Verblichenen aus der Umgegend, diesem theueren Manne das letzte Geleite zu geben. Herr Oberrabbiner Schlesinger gab der Trauer der Versammelten den gebührenden Ausdruck. Hernach ergriff unser allverehrter Herr Abraham Prager, das Wort und widmete dem Dahingeschiedenen einige warme Worte des Nachrufes. Zum Schluffe noch sprach Herr Ignatz Schweiger, Präsident des Machsike- Thora-Vereins, er hob hervor, welch' einen rrrnpn pD unsere Gemeinde verloren habe, wie er täglich gebetet, und daß er seine Wohnung genanntem Vereine geschenkt, damit dort immer Thora irrrn vorgetragen werde. n"ns«n Zum Schluffe will ich noch einige Worte über den genannten, seit 15 Jahren bestehenden Machsike-Thora-Verein folgen lassen. Es haben einige gottesfürchtige Gemeindemitglieder es für nöthig erachtet, eine Pflanzstätte der Thora zu gründen, wo die der Schule entwachsenen Kinder eine gründliche Vorbildung zur ra'K” erhalten. Aus fernen Gegenden weilen hier Schüler, der Zudrang wird jedes Jahr größer und heute zählt diese zweiklassige Schule bei 70 Zöglinge. Alle Schüler, die noch bisher diese Anstalt

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