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Der Israelit · 1892-09-29 · Heft 78 (29.9.1892) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 78 (29.9.1892)
Date
1892-09-29
Page
– (sequence 26)
Language
German
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1508 b. Darbietung: 1. Abschnitt: Wie der Streit entstand. 2. Abschnitt: Wie Abraham den Streit schlichtete. (Vor- und Nacherzählen.) e. Vertiefung: Abrahams Verhältniß zu Lot. — Wie Abraham aus Friedenliebe dem Lot die Wahl überläßt. d, Zusammenfassung: „Stehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder bei einander wohnen." e. Anwendung: Beispiele aus der Bibel und aus dem Leben der Kinder. Ermahnung zur Friedensliebe. Montag, den 6. Juni wurde die Conferenz im Sitzungszimmer der Synagoge fortgesetzt und die Tagesordnung erledigt. Nach Vortrag der Finanzverhältnisse des Vereins und der Unterftützungslasse wurde u. a. beschlossen, alle Vereinsmitglieder mögen dahin wirken, daß durch Unterstützung seitens einzelner Wohlthäter und der Gemeinden das Vermögen der Unterstützungskasse derartig allwachse, daß diese möglichst bald lebensfähig werde. Hieran schloß sich die Beurtheilung der gestrigen Lektion. Der Kritikus, Herr Heilbrunn-Gehaus, bezeichnete dieselbe als eine wohlgelungene. Die Debatte über die Lektion, und der lebhafte, aber sachlich gehaltene Meinungsaustausch über die Unterrichtspraxis befriedigte allgemein. Auch auf den systematischen Religionsunterricht lenkte sich die Debatte, und war man darin einig, daß als Ausgangspunkt am besten das biblische Beispiel zu wählen sei, woraus der Lehrsatz zu deduciren ist, während passende Gebetbuchstellen daran zu knüpfen und damit in Verbindung zu bringen sind, damit durch eine derartige Concentration der Religionsunterricht an lebendiger Frische gewinne. An neuen Erscheinungen auf dem Gebiete der Schulliteratur lagen der Conferenz vor und wurden empfohlen: Krön er, Gebet- und Religionsbuch. Rahm er, Tefilla kezara (Neueste Auflage.) Spanier, Quellenbuch für Unterricht in Geschichte und Literatur. Lengsfeld, den 8. Juni 1892. I. Bau m gart, Schriftführer. Hannover. In der am 5. und 6. Juni 1892, im Saale des Restaurateurs Falk dahier stattgesundenen Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover waren 2 Ehrenmitglieder und 87 Mitglieder anwesend. Erste Sitzung, Sonntag, den 5. Juni. Der Vorsitzende, Lehrer Blumenfeld-Adelebsen, eröffnet die Sitzung mit herzlichen Begrützungsworten und drückt seine Freude aus über die zahlreich besuchte Versammlung. Er gedenkt des im verflossenen Vereinsjahre verstorbenen Collegen Gotthel f-Geestemünde und fordert die Versammlung auf, dessen Andenken durch Erheben von den Sitzen zu ehren. — Ferner erwähnt er mit dem Ausdrucke des Bedauerns das Ausscheiden des nach Breslau berufenen Herrn Landrabbiners Dr. Guttmann. Die Versammlung bekundet ihre Dankbarkeit und Verehrung für Herrn Dr. Guttmann durch Erheben von den Sitzen. Nachdem die geschäftlichen Mittheilungen erledigt waren und der Vorstand wiedergewählt wurde, ertheilte der Vorsitzende dem Kollegen Bach-Münden das Wort zu seinem Vortrage: „Der Geschichtsunterricht in der jüdischen Volksschule". Referent geht von dem Wahrspruche aus, daß das Ziel des Geschichtsunterrichts die Begeisterung sei, die in den jugendlichen Gemüthern erweckt werden müsse. Aus diesem Grunde dürfe kein Moment vernachlässigt werden, welches geeignet sei, zur Vertiefung und Belebung des geschichtlichen Materials zu dienen. Die allgemeine anerkannte Forderung einer Konzentration des Unterrichts bringe es nun mit sich, daß verwandte Erscheinungen, etwa der bibl. Geschichte, mit denen der Weltgeschichte in Vergleich gebracht werden. Die jüdische Schule, wie sie besteht, sei eine konfessionelle, es sei daher nicht zu umgehen, daß auch die zur Beurtheilung dienenden Gesichtspunkte mehr oder weniger konfessionell seien. Sie seien nichtsdestoweniger nicht tendenziös, da gerade der jüdische Lehrer am ehesten in der Lage sei, objektiv, ohne Voreingenommenheit, Geschichte zu lehren. Thatsachen der jüdischen Geschichte seien in der Weltgeschichte zu erwähnen, damit die Schüler ein einheitliches Bild gewinnen. Auch das Verhalten geschichtlicher Größen gegen die Juden sei klar zu legen. Jüdische Größen, wie z. B. Raschi, seien in Erwähnung zu bringen, wenn gleichzeitig weltgeschichtliche Persönlichkeiten behandelt werden. lieber Inhalt und Tendenz dieses Vortrages entspinnt sich eine lebhafte Debatte. Levy-Norden ist der Ansicht, daß die Gedanken des Referenten nicht zu verwirklichen seien. Die neuesten Verordnungen hätten den Stoff dieses Unterrichts stark eingeschränkt, sie sollten z. B. kirchliche Größen gar nicht oder nur andeutungsweise behandelt werden; daher böten sich überhaupt sehr wenig Anknüpfungspunkte, wie sie der Refent voraussetze. Die Schulaufsichtsorgane würden wahrscheinlich einer solchen Geschichtskorrektur im jüdischen Sinne nicht gleichgiltig gegenüberstehen. Dr. Jacob glaubt, daß eine Geschichtsbehandlung nach den dürftigen Merkmalen der biblischen Aehnlichkeit und der Judenfreundlichkeit zur Verdunkelung der geschichtlichen Wahrheit führen müsse. Die Materie müsse unangetastet bleiben. Es handle sich um Gesichtspunkt und Beurtheilung. Danach habe der jüdische Lehrer die Ereigniffe und Personen der Geschichte nach den Ideen und Forderungen des Judenthums zu messen, und in Wahrheit könne er gar nicht anders. Seminarlehrer Sommer ist gegen jede konfessionelle Färbung des Geschichtsunterrichts. Er stehe auf dem Standpunkte der schweizerischen Schulen. s!! Redaktion.) Seminardirektor Dr. Kr oner will die sittlichen Gedanken der Geschichte durch Sprüche und Geschichten der Bibel gestützt wissen. Er stimmt im wesentlichen mit dem Referenten überein und weist darauf hin, daß auch in christlichen Schulen dieser Unterricht konfessionell erlheilt werde. Eckmann-Nienburg ist der Ansicht, daß jüdische Geschichte, die in der Hauptsache Specialgeschichte sei, sich sehr schwer mit der Weltgeschichte, welche in unseren Schulen nur in sehr großen Zügen durchgenommen werde, verbinden lasse. Landrabbiner Dr. Grone mann weist darauf hin, daß Dr. Guttmann, welcher vor zwei Jahren dasselbe Thema behandelte, nicht, wie Referent, beide Fächer verquicken wollte.

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