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Der Israelit · 1892-09-15 · Heft 74 (15.9.1892) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 74 (15.9.1892)
Date
1892-09-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1416 demokratischen Arbeiter aller Länder gerichteten Aufrufes wenig Gelder einlaufen. Am meisten spenden noch die Wiener Arbeiter. In der Versammlung der Strikeudeu wurde auch in sehr heftiger Weise seitens der jüdischen Arbeiter der Abgeordnete Bloch angegriffen und beschlossen, sich der Sozialdemokratie anzuschließen. Frankreich. Paris, 9. Sept. Eine halbamtliche Note besagt: „Der Minister des Innern ist davon in Kenntniß gesetzt worden, daß abermals eine Anzahl von Israeliten, die sich in Rußland und der Türkei eingeschifft haben, in Marseille erwartet wird, obgleich er die französischen Konsulen im Orient gleich bei Beginn der Seuche angewiesen hatte, diese Einwanderung zu verhindern. Es scheint, daß die Auswanderungs-Agenturen in Odessa, Konstantinopel u. s. w. daraus keine Rücksicht nehmen. Infolge dessen hat der Minister dem Präfekten von Marseille den Befehl gegeben, die Ausschiffung der von den verdächtigen Ländern kommenden Auswanderer zu verbieten." Italien. Rom. nty ,-P3iD. Im Alter von 80 Jahren ist in Fiorenzuota der Nestor des italienischen Nabbinats, Rabbiner T o b i a F o a, in ein besseres Leben hinübergegangen zur großen Betrübniß seiner Gemeinde und seiner dreizehn Söhne, die er zu braven und frommen Juden erzogen hatte. Der Verstorbene war ein Schüler des noch heute bei den Juden Italiens in gutem Andenken stehenden Rabbiners Salomon Nissim (n»bt2> d'dj) und bekleidete zuerst das Rabbinat in Cortemaggione, wo seine Wiege stand, und dann in Fiorenzuola, wo das Grab seiner harrte. msan. Holland. Amsterdam, 5. September. Die Vossische Zeitung schreibt: Es kommt nicht oft vor, daß man in der Lage ist, dem Führer der antirevolutionären Partei, Dr. Abraham Kniper, rückhaltloses Lob zu spenden. Ein solches hat er aber dieses Mal durch sein Auftreten gegen die antisemitische Bewegung, welche, wie es scheint, auch hier heimathbeberechtigt zu werden wünscht, reichlich verdient. Er sagt nämlich im „Standaard": „Die Bewegung, welche unter den Bewohnern von Oldenzaal gegen die daselbst wohnenden Juden entstanden ist, gereicht unserem Lande nicht zur Ehre. Der Antisemitismus, der in Rußland, Oesterreich , Frankreich und Deutschland aus lokalen und nationalen Verhältnissen vielleicht zu erklären ist, ist in unserem Lande in keiner Weise gerechtfertigt. Von irgend einem durch die Juden auf die Bevölkerung ausgeübten Druck kann bei uns keine Rede sein. Und wenn die Juden hier zu Lande auf den Geldmarkt, die Presse und die Politik einen Einfluß haben, der in keinem Verhältniß zu ihrer Anzahl steht, so ist dies ebenso die Folge ihrer Energie und ihres Fleißes, wie der Lauheit und Zerfahrenheit eines Theiles der sogenannten christlichen Bevölkerung. Dürfen wir auch von unserm Standpunkt aus vor den in mancher Hinsicht bedenklichen Folgen, welche dieser überwiegende jüdische Einfluß auf uns haben kann, die Augen nicht verschließen, so darf dagegen nie anders als mit den Waffen des Geistes gekämpft werden. Für eine feindselige Gesinnung ist bei uns kein Raum, und überdies wäre es ein Schandfleck für unser nationales Gastrecht, wenn Tumulte, wie sie die Bürgerschaft von Oldenzaal erfahren, anderswo Nachfolge finden würden." So sprach Kuiper, auf dogmatischem Gebiet der Verehrer und Gesinnungsgenosse Stöckers. Egypten. Alexandrien, im September. Dem Orientalisten-Congresse, der jetzt in London tagt, liegt auch ein vor Kurzem in Egypten gefundenes Bibel- Manuscript vor, das die griechische Uebersetzung der Propheten Haggai, Zacharjah und Malachia enthält, und wahrscheinlich aus dem 3. Jahrhundert vor der Zerstörung des zweiten Tempels stammt. Damals war bekanntlich die Kenntniß der hebräischen Sprache den Juden Alexandriens schon gänzlich abhanden gekommen, so, daß sie nicht einmal mehr, wie es der Historiker Philo bezeugt, die Bibel im Urtexte lesen konnten. Sie behalfen sich nun mit griechischen Uebersetzungen, die theils auf Papyrus , theils auf Gazellenhäute niedergeschrieben wurden. Solche Manuscripte finden sich noch heute etliche vor. Feuilleton. „Fiirjtengunfl" Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird auss Strengste verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (17. Fortsetzung.) „Ich muß Ihnen meinen Beifall über Ihr kluges, thatkräftiges Benehmen bei dieser Affaire aussprechen und danke Ihnen dafür, daß Sie mir diesen Fall zur Kenntniß gebracht. Er wird mir zur Veranlassung dienen, seine Majestät den Kaiser zu bitten, allergnädigst allen Aemtern und Behörden neuerlichst einschärfen zu lassen, die mir durch kaiserliche Privilegien verliehenen Rechte zu respektiren."

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