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Der Israelit · 1892-09-12 · Heft 73 (12.9.1892) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 73 (12.9.1892)
Date
1892-09-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1400 Während sechs Jahren hat sich, dem „Standard" zufolge, die Bevölkerung Jerusalems von 30,000 auf 80,000 Einwohner gehoben, hauptsächlich infolge der Einwanderung russischer Juden. Außerhalb der Mauern sind 600 Häuser gebaut worden. A u st r a l i e n. Melbourne. Dem „Jewish Herald" hier wird aus Hobarttown auf der Insel Tasmania geschrieben: „Unsere Stadt besitzt nun jetzt ein hübsches Bethaus, das kürzlich erst nach beträchtlichen Auslagen fertig gestellt worden ist. Unsere kleine Gemeinde zählt gegenwärtig 30—40 Seelen (beiderlei Geschlechtes), so daß wir an den hohen Feiertagen, zumal an den d'n-w d'ö’, leicht ein Minjan zusammenbringen können. Auch haben wir uns auf dem christlichen Friedhofe in Cornelia Bay ein schönes Stück Grund als Gottesacker reservtrt. Nur einen Vorbeter (Minister) besitzen wir noch immer nicht. Sollten jedoch unsere Silbergruben und die anderen Metalllager auf unserer Insel einen neuen Aufschwung nehmen, dann dürfen wir hoffen, daß auch unsere kleine Gemeinde recht üppig aufblühen wird. > Vermischtes. < Amsterdam, 6. Sept. Im Hinblick auf die scharfen Quarantäne-Maßnahmen, welche die nordamerikanische Regierung wegen der Cholera den aus Europa eintreffenden Auswanderern gegenüber beschlossen hat, ist dieser Tage der Dampfer „Maasdam" der „Niederl.-Nordamerik. Dampfschiff.-Gesellschaft" ausschließlich mit Reisenden der 1. Klasse aus Rotterdam nach Newport abgefahren. Sämmtliche Zwischendeck-Reisende, nämlich 400 Auswanderer, zum größten Theile Holländer und Süddeutsche, wurden in Rotterdam zurückgelassen, wo sie unter polizei-ärztlicher Aufsicht vorläufig in 18 Gasthäusern einquartirt sind. Ueberdies befinden sich in Rotterdam noch 500 russische Juden, welche ebenfalls nach den Vereinigten Staaten befördert werden möchten und immer noch treffen neue Abtheilungen Juden über Groningen und Almeloo aus Deutschland ein, welche, nachdem sie die vorgeschriebene Desinfektion durchgemacht haben, in besonderen und mit der Aufschrift „Auswanderer" versehenen Waggons nach Rotterdam befördert werden. Uebrkgens bleibt die Lage in Holland günstig. In Groningen und Rotterdam haben sich noch einzelne Todesfälle von sehr verdächtiger Natur gezeigt, allein trotz des regen Handelsverkehrs zwischen Norddeutschland und Holland ist die Seuche bisher noch in keiner holländischen Stadt ausgebrochen. Die größte Gefahr bleibt aber der große Zufluß von Auswanderern nach Rotterdam, weil der Weg über Hamburg und Antwerpen zur Zeit unterbrochen ist und die „Nieder.-Amerik. Gesellschaft" ebenfalls die Beförderung von Auswanderern eingestellt hat. Konstantinopel. Kürzlich ereignete sich ein Vorfall im Mnnicipalrath von Salonichi, welcher die Inden dieser Stadt in große Aufregung versetzte. Der Vorsitzende der Versammlung, ein fanatischer Ulema, zog in heftigen Diatriben gegen die Juden los, die er einer Reihe eingebildeter Verbrechen beschuldigte. Zwei jüdische Mitglieder der Versammlung informirten den Präfecten von diesen Jnvectiven und dieser, nachdem er sich selbst von dem Thatbestand überzeugt hatte, brachte das ganze zur Kenntnis des Generalgouverneurs. Gleichzeitig erhielt auch Sr. Excellenz ein von den bedeutendsten Mitgliedern der Gemeinde unterzeichntes Protestschreiben. Der Generalgouverneur verfügte, der Vorsitzende des Stadtraths habe dem Oberrabbiner eine Entschuldigungsvisite abzustatten, und berichtete den Vorfall an das Ministerium des Innern. Feuilleton. „Fürstengunst." Erzählung von S. Kohn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird aufs Strengste verfolgt werden. Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (16. Fortsetzung.) „Ich glaube selbst, daß diese Flatterien einen guten Eindruck auf den Onkel Kaiser gemacht haben, — aber leider Hab ich's dem Prinzen Eugen nachmachen wollen, der immer behauptet, wenn man einen Vortheil über den Feind erlangt hat, muß man diesen verfolgen, und ich spreche resolut weiter. „Schau'ns mein allergnädigster, allertheuerster Onkel Majestät, ich bin ja ganz in derselben Lage, in welcher allerhöchst Sie sich befanden, ich lieb Holter den Prinzen August, einen bildsauberen, lieben Menschen, nichts, gar nichts ist an dem Prinzen auszusetzen, Allerhöchst Sie Onkerl Majestät kennen ihn ja, gefallt er Allerhöchst Ihnen nicht auch? und der Prinz Eugen lobt ihn auch, und schau'ns allergnädigst, Onkel Majestät, der Prinz hat ja auch mit Allerhöchst Ihnen gesprochen und hat mir dersichert, daß Allerhöchst Sie schon mit dem Prinzen August ganz zufrieden wären und er überzeugt sei, daß Euere Majestät bei seiner Werbung Ja und Amen sagen würden, und ich war überglücklich, als Allerhöchst Sie Onkel Majestät mich hierher befehlen ließen und jetzt" — da Hab ich gegen meinen Willen wieder zu weinen angefangen, — „kommen allerhöchst Sie mir wieder mit dem garstigen, olivengrünen, italienischen Prinzen mit dem großen, garstigen Schnauzbart! — und der Prinz Eugen war so überzeugt von Allerhöchst Ihrer Zustimmung, daß er sofort einen vertraulichen Brief an den Minister Einsiedl nach Dresden schrieb. . . „Um Gottes Willen!" rief die Gräfin Battiany erbleichend, „das Härten Sie nicht sagen sollen!" „Freilich hätte ich das nicht sagen sollen!" rief die Erzherzogin weinend, „denn wie ich das gesprochen Hab', ist der Onkel Kaiser aufgefahren,

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