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Der Israelit · 1892-08-25 · Heft 68 (25.8.1892) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 68 (25.8.1892)
Date
1892-08-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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die na'»' in Gelnhausen, woselbst er Lieblingsschüler desRabbinen Kunreuder gewesen. Dannlernteer wieder in Fulda und übernahm, durch die Noth dazu gedrängt, die hiesige Lehrerstelle, die er bis 1874 verwaltete, um dann in Folge eines unheilbaren Leidens in den Ruhestand zu treten. Man fand ihn stets in seinem Stübchen, nur mit Lehren und Lernen beschäftigt. Die Hochachtung und Verehrung, die allseitig dem großen Gelehrten und p»*w entgegengetragen worden, zeigte sich bet der ‘'b. 9lit hat unser Ort ein gleiches Leichenbegängniß gesehen. Ein unabsehbares Gefolge gab dem theuren Lehrer und Freunde das Geleite zur letzten Ruhestätte. In Abwesenheit unseres Herrn Rabbinen Dr. Cah n in Fulda — derselbe weilt in einem Seebade —, berief die Gemeinde Herrn Rabbiner Dr. Munk zur Abhaltung eines iBDn. In ergreifender Weise schilderte der geehrte Redner am Grabe die Tugenden des verklärten '21 und beleuchtete die Bedeutung des Verlustes eines pna für die Gesammtheit. Dann widmete Herr Lehrer Nutzbau m aus Hersfeld dem verblichenen Freunde und Lehrer ehrende Worte des Nachrufs und als hierauf unser hochverehrter Lehrer, Herr Spiro, mit thränenerstickter Stimme von dem geliebten Vater und unermüdlichen Lehrer Abschied nahm, da ward jedes Auge zu Thränen gerührt. Wir werden dem edlen Entschlafenen ein dauerndes und dankbares Andenken bewahren. .1212^ pnrr 12t. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Prag, 18. August. Seine Excellenz der Herr Justizminister hat den k. k. Gerichtsadjunkten Dr. H. Goldmann zum Rathssekretär ernannt. Trieft, 17. August. Nachrichten aus Salonichi und Smyrna melden die Ankunft zahlreicher jüdischer Flüchtlinge aus Rußland, denen die Pforte Wohnsitze in Salonichi, Jaffa, Smyrna und fünf anderen Orten angewiesen hat. Die Zahl derselben beträgt bereits an 2000, und es werden noch weitere Zuzügler erwartet. Einige Hundert derselben weilten in den letzten Tagen in Konstantinopel, allein die Pforte hat die Stadtpräfectur und die Auswanderungs-Commission verständigt, daß die Flüchtlinge der Gefahr für die öffentlichen Gesundheitszustände halber binnen acht Tagen Konstantinopel verlassen müssen. In Salonichi landeten am 7. d. 400 russische Emigranten, welchen jedoch seitens der dortigen Judengemeinde, die seinerzeit schon die Einwanderung der Juden aus Corfu mit scheelem Auge gesehen hatte, kein freundlicher Empfang bereitet wurde, da ohnehin schon zahlreiche Hände daselbst in Folge der geschäftlichen Unthätigkeit feiern. In Smyrna brachen bei der Ankunft eines Emigrantenschiffes sogar ernste Unruhen aus, da das Volk befürchtete, die „Russen" brächten die Cholera mit, so daß die Hafenbehörden das Schiff nicht landen ließen und dasselbe nach Jaffa fahren mußte. Lundenburg. Am 15. d. beging der in weiten Kreisen bekannte Großindustrielle Herr Hirsch Kuffner zugleich mit seinem 70. Geburtsfefte das 25jährige Jubiläum als Bürgermeister der Stadt Lundenburg. Der Jubilar wurde für seine hervorragenden Verdienste vor mehreren Jahren mit dem Ritterkreuze des Franz- Josef-Ordens ausgezeichnet. An dem Doppeljubiläum nahmen sowohl die gcsammte Bevölkerung der Stadt, als auch die hervorragendsten industriellen Kreise der Monarchie regsten Antheil. Der Jubilar, unter dessen Aegide die Stadt einen sehr gedeihlichen Aufschwung genommen hat und der sich ob seiner erprießlichen Thätigkeit und seines Wohlthätigkeits-Sinnes allgemeiner Beliebtheit erfteut, nahm in den ersten Vormittagstunden die Beglückwünschungen der Gemeindevertretungen mit dem Vicebürgermeister Kafka an der Spitze, sowie der städtischen Behörden und zahlreicher Deputationen entgegen. Auch die Arbeiter begingen das Jubiläum ihres Chefs, den sie als humanen Arbeiter-Freund feierten, in festlicher Weise. In zahlreichen BeglückwünschungsKundgebungen mährischer Gemeinden, darunter einer der Landeshauptstadt Brünn, sowie in Adressen industrieller Corporationen wurden die hervorragenden Verdienste Kuffners um die Hebung der Zuckerindustrie in Oesterreich in ehrenden Worten gewürdigt. Der Jubilar machte eine Stiftung von fl. 10.000 zur Unterstützung des Kleingewerbes. Außerdem wurden die Armen Lundenburgs und mehrerer Gemeinden des Bezirkes mit reichen Geldspenden bedacht. Frankreich. Paris, 23. August. In der Akademie der Wissenschaften erklärte P a st e u r, die von dem russischen Arzte Hafkine (Israelit) an sich und drei anderen Russen vorgenommenen Anticholera-Jmpfungen hätten bisher befriedigende Resultate ergeben. Feuilleton. „Fürstengunst." Erzählung von S. Kvhn, Verfasser von „Gabriel." Jeder unbefugte Nachdruck wird aufs Strengste verfolgt werde». Uebersetzungsrechte Vorbehalten. (11. Fortsetzung.) „Lea erklärte mir und ich fand es begreiflich, daß Scham und Scheu sie bisher abgehalten, mir das seltsame Begebniß mitzutheilen; allein daß sie es jetzt nicht länger verschweigen dürfe, daß sie es mir gestehen müsse: daß sie Niemanden als dem Unbekannten ihre Hand reichen, wenn dies, aus welchem Grunde immer unmöglich wäre — unvermählt bleiben würde. — Ich ward von dieser Mittheilung erschreckt, ich verbrachte eine schlaflose Nacht.

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