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Der Israelit · 1892-08-11 · Heft 64 (11.8.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 64 (11.8.1892)
Date
1892-08-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1211 hören, befugt, unsere zweiten Feiertage abzuschaffen? Dann allerdings dürfen wir noch einen Schritt weiter gehen. Auch wir wünschen mit den Antragstellern eine Kräftigung des synagogalen Lebens in den westfälischen Gemeinden von ganzem Herzen. Aber sie auf diesem Wege zu erreichen, ist eine totale Unmöglichkeit; wohl aber durch Bekämpfung des Materialismus, Jndifferentismus, der Lethargie und der Bequemlichkeit, an welchen Fehlern unsere Zeit so sehr krankt, ganz besonders aber in einem groben Theile Westfalens. (Wir werden das, s. G. w. in einem bald zu erscheinenden Referate über die relig. Zustände Wests., nachzuweisen suchen) und durch edle Begeisterung für das hohe und heilige Erbgut Israels, besonders aber durch frühzeitiges Einführen unserer Jugend in die Quellen unserer heiligen Religion, in roirw owaj min. Das walte Gott! M. Rosenwald, Iserlohn. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 7. August. In der vergangenen Woche ist hier Frau F—er nach schwerem Leiden im Alter von 62 Jahren aus dem Leben geschieden, und wurde da sie Katholikin war, auf dem christlichen Friedhofe betgesetzt. Frau F—er war die Tochter des bekannten Reform-Rabbiners Dr. F . . .. der zuerst in P. in Mähren und später in K. in Ungarn als Rabbiner sungirte und der seiner Zeit als der verstorbene Rabb. Hirsch in Frankfurt a. Main sein berühmtes Werk mn (Horeb) herausgab, eine Gegenschrift td (Sinai) erscheinen lieb, in der er seine Reformansichten vertheidigte. Seine Tochter trat nach dem Tode ihres Gatten zum Christenthume über, während zwei Söhne von ihr, von denen der Eine hier in Wien Advokat und der Andere Redakteur eines großen Tageblattes ist, dem Judenthume treu blieben. Eine Schwester der Verstorbenen, ist die Gattin des Rabbiners Dr. S—schein in New-Aork. Aus Ungarn, 11. Juli. Gelegentlich der 25jührkgen Jubiläumsfeierltchkeit des ungarländischen isr. Lehrervereins, welche vorige Woche stattfand, hielt Präparandendirektor Wilhelm Suppan im Namen des Cultus- und Unterrichtsministers in der Jubiläumsversammlung eine längere Rede, in der er die Verdienste hervorhob, welche sich der jüdische Lehrerstand Ungarns um Verbreitung von Cultur und Wissenschaft erwarb. Er sagte unter Anderem: „Ich will auf zwei Momente besonders Hinweisen. Das eine ist, daß überall, wo von Festigung der ungarischen Staatsidee und Erweckung der Ehre für dieselbe die Rede ist und war, immer die jüdischen Lehrer in der ersten Reihe standen. In sämmtlichen isr. Schulen begegnen wir bei der Jugend dem Geiste des wahren Patriotismus. Dies ist ein großes Verdienst des jüdischen Lehrerstandes, wofür ihm die ungarische Nation und die Gesetzgebung zu großem Danke verpflichtet ist. Das andere, nicht weniger wichtige Moment ist, daß im Kreise der jüdischen Lehrer die pädagogischen Ideen und die Fachbildung immer einer besonderen Beachtung sich erfreuten. Ich erwarte auch fürderhin das Allerbeste von der Thättgkeit Ihres Vereins und übergebe hiermit der g. Versammlung die Gratulation und die Glückwünsche seiner Excellenz, des Hrn. Cultus- und Unterrichtsministers, Grafen Albin CsLky!" Von diesem Jubiläum Notiz nehmend, freut es uns aufrichtig, daß das kulturelle Wirken unserer Lehrer von der Regierung mit lebhafter Befriedigung anerkannt wird; können aber nicht umhin, unserem Bedauern darüber Ausdruck zu verleihen, daß wir leider nicht in der Lage sind, auch der Thätigkeit, die die jüd. Lehrer auf dem Gebiete des Religiosunterrichtes entfalten, lobend zu erwähnen. Die meisten jener Lehrer, die auch Religionsunterricht ertheilen, behandeln diesen Lehrgegenstand überaus stiefmütterlich. Doch kann dieses sträfliche Verfahren nicht ihnen allein zur Last gelegt werden, da die Herren Gemeindevorstände dies stillschweigend dulden. Aber auch davon abgesehen, wäre es ein Unrecht von Lehrern, die aus dem Budapester Lehrerseminar hervorgehen, zu verlangen, aus den Religionsunterricht gebührende Sorgfalt zu verwenden, da bekanntlich an diesem Institute zumeist Professoren vortragen, die die Göttlichkeit der Thora rundwegs in Abrede stellen. Doch hierüber ein anderesmal. L. G—g. Italien. Livorno. Im Vatican herrscht bekanntlich noch heute der Brauch, daß man am Charsamstag einen Juden oder eine Jüdin zur Taufe führt, und heißt es dann, der Neubekehrte wäre aus reiner Ueberzeugung zum Christenthume übergetreten. Vor einigen Jahren trat sogar eine ganze jüdische Familie, Namens Passigli, zum Christenthume über» und wurde dieselbe dann vom Papste und den Cardtnälen reichlich beschenkt. Diese selbe Familie ist nun jetzt hier wieder zum Judenthume zurückgekehrt. Vor einigen Tagen starb hier die Wittwe des jüdischen Arztes Salmony, die eine Katholikin war, und verfügte sie in ihrem Testamente, daß man sie an der Seite ihres Gatten bestatte. Das hiesige Rabbinat erklärte jedoch, daß auf einem jüdischen Friedhofe nur solche Personen bestattet werden dürfen, die dem jüdischen Glauben angehören. Griechenland. Korfu, im Juli, -wm 'i my rrnn t6i njn Drft y«. Wir werden nun bald einer Heerde

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