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Der Israelit · 1892-08-04 · Heft 62 (4.8.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 62 (4.8.1892)
Date
1892-08-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1167 Merzig a. Saar. Soeben geht uns die betrübende Mittheilung von dem Hinscheiden des Rabbi Chajim G e r s o n S ch n e rb zu. Wir werden in nächster Nummer s. G. w. die Verdienste dieses großen pns eingehend zu würdigen versuchen. Westheim, 27. Juli. Zum Beweise, daß unsere heilige Thora selbst in den unbedeutend erscheinenden Anordnungen nach höchster Weisheit verfährt und hiebei mit den wahren Resultaten der Wissenschaften in vollem Einklänge steht, mag Folgendes dienen. Bekanntlich sagt die niöj in nizm Fol. 5, daß unsere Betten ni-n^ iisa ya aufgestellt sein sollen. Nun lese ich diesbezüglich in dem Beiblatte des „Würzburger General-Anzeiger" vom 23. d. M.: „Wie soll man sein Bett stellen?" Der Naturforscher Reichenbach hat Beobachtungen gemacht, nach welcher der Erdmagnetismus von großem Einflüße auf das Nervenleben des Menschen ist. Er schlägt deßhalb vor, daß die Menschen in der Lage, in welcher sie sich während ihrer Lebenszeit am meisten befinden, d. i. im Bette, sich nach den magnetischen Polen der Erde richten sollen, also auf der nördlichen Halbkugel mit dem Kopfe nach Norden gerichtet, sich zu Bette legen. Für den Blutumlauf und gewisse Störungen im Organismus soll diese Lage von besonderem Vortheil sein. Ursachen zu bestimmten Leiden seien schon oft durch einfaches Wechseln der Bettstellung aufgehoben worden. Die Lage des Kopfes nach Westen soll die ungesundeste sein. S. Eisemann. England. Portsea, 21. Juli. Herr Oberrabbiner Dr. H. Adler '"j hatte die Ehre, bei einem vom Herzog von Connaught im Namen seiner königlichen Mutter, Ihrer Majestät Königin Victoria von Großbritanien im königl. Palais zu London abgehaltenen Empfange (Levee) durch Lord Rothschild vorgestellt zu werden. Der genannte Herr Oberrabbiner hat jüngst seine Pastoralbesuche in verschiedenen jüdischen Gemeinden Schottlands und Englands abgestattet und überall große Ehre und allgemeinen Beifall geerntet durch seine erbaulichen und belehrenden Predigten sowie durch seine weisen Rathschläge in Bezug aus die religiösen Angelegenheiten der verschiedenen Cultusgemeinden. Dr. Adler entfaltet eine ungemein heilsame Rührigkeit und ^hätigkeit und es ist nur zu wünschen, daß er auch in Bezug auf die Erhaltung des unverfälschten Judenthums sich stets einer festen Kraft und Energie erfreuen möge. W. S. Portsea, 21. Juli. Herr David Kohn- Zedek, Sohn des bekannten Gelehrten, Herrn Joseph Kohn-Zedek, wohnhaft in London (Lolton Road, No. 42 N. E.) hat jüngsthin eine Broschüre unter dem Titel: “irx n*a „Haus Ascher's", veröffentlicht. Dieselbe beschreibt in klassischer, eleganter und flüssiger, hebräischer Sprache, das Leben und Wirken des vor einigen Jahren (1889) in London verstorbenen Med. Doctors Ascher Ascher, Secretärs und Archivars der Vereinigten Synagogen in London. — In 28 Capiteln macht uns der Verfasser mit Letzterem bekannt und schildert deffen Entwickelungsgang von der Geburt bis zum Tode. Dr. Ascher verdient in der That diese Biographie; denn er war ein so wissenschaftlich gebildeter, wie ein edler, hochherziger Mann und wahrhaft frommer, guter Jehudi, der sich einen allgemein geachteten Namen und einen sehr großen Kreis von Freunden innerhalb und außerhalb Europa's erworben, auch Vieles p"ny ’"n geleistet hat. — Sein Andenken wird daher immer ein gesegnetes sein. Von ihm kann man wirklich sagen: nssoyn p “inv» £nj; denn durch seine Veranlassung wurde viel Gutes gethan. Das Merkchen ist überdies ein kleiner Beitrag zur englisch-jüdischen Kulturgeschichte, da auch andere hervorragende Männer, wie der selige Oberrabbiner Dr. N. M. Adler yi, Dr. L. Loewe, Albert Cohen und wesentlich Baron Lionel von Rothschild jn und dessen edelherzige Familie u. m. A. sowie des Verstorbenen Reisen nach dem heiligen Lande, Amerika Rußland und Galizien zum Wohle seiner Glaubensbrüder mit dieser Biographie verwoben sind. Alles ist in so anziehender, Gelehrsamkeit bekundender Weise geschrieben, wie es nur in der heiligen Sprache möglich ist. — Das Wort ist hier am richtigen Platze: aan rao pn m ns*. Ich bin überzeugt, daß Niemand dieses allgemeine Verbreitung verdienende Buch ohne innere Befriedigung und Belehrung aus der Hand legen wird. W. Stern. Amerika. Baltimore, 4. Juli. Herr Dr. Klein, Rabbiner des Oheb Zedcck-Tempels in New-Bork, wurde gestern einstimmig zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde Scheerith-Jsrael erwählt. Herr Dr. Klein, Schwiegersohn des Herrn Dr M. Hirsch, Director der Realschule der isr. Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M., ein Schüler des Herrn Dr. I. Hildesheimer in Berlin, bekannt als großer Talmudgelchrter, ist in Libau (Rußland) geboren, woselbst er auch bis vor zwei Jahren als Rabbiner fungirte. Als sein Gesuch um Aufnahme als Bürger, obgleich von dem Bürgermeister der Stadt Libau und dem Gouverneur von Kurland befürwortet, vom Minister des Innern verweigert worden, entschloß er sich nach Amerika auszuwandern und nahm in der obengenannten Gemeinde in New- Zjork die Stelle als Rabbiner an.

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