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Der Israelit · 1892-07-21 · Heft 58 (21.7.1892) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 58 (21.7.1892)
Date
1892-07-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1076 node verlangt seine Auslieferung für eines der hiesigen Klöster." „Gnade," rief Alexet. „Erbarmen, Excellenz, nun nachdem wir frohlocken wollten, daß die Schreckenszeit vorüber ist, sollen schon wieder neue, fürchterliche Schicksalsschläge uns treffen? O gebt mir meinen Sohn und meine Pflegetochter und laßt uns von dannen ziehen, wett hinaus aus diesem schrecklichen Lande!" Gerührt blickte der Gouverner auf ihn nieder. „Meine Macht reicht nicht aus, Euch zu helfen," sagte er betrübt, „doch wenn Ihr Euren Sohn sehen wollt, so will ich Euch Einlaß in die Festung verschaffen." Der Gouverneur schrieb einige Zeilen, die den Gefängnißdtrektor anwiesen, den Ueberbringer ungehindert zu seinem Sohne zu lassen, und mit schwerem, betrübten Herzen ging Alexei von dannen. Traurig sah ihm Lydia nach. „Schade," sagte sie, „ich möchte den armen Leuten gern helfen, doch wie die Thatsachen liegen, ist es unmöglich, der Oberprokurator ist gar zu mächtig und seinem Willen Trotz bieten, hieße sich selbst verderben." „Lydia!" rief Michail, „Dein Bild hat mir im Kerker vorgeschwebt und hat mir die düstere Nacht der Gefangenschaft erhellt, nur an Dich dachte ich, bei allen Schrecken und Gräueln, die ich zu erdulden hatte, nur Du solltest, nur Du konntest für mich die Spenderin von Freude und Glück sein. Ich dachte, des Menschen Höchstes sei die Liebe, jetzt aber wird mir bewußt, daß es noch ein höheres gibt, was zu erfüllen wir gezwungen sind, auch wenn unser eigenes Glück darüber zu Grunde gehen sollte, und dieses Höhere ist die Pflicht." „Die Pflicht?" rief Lydia erstaunt. „Ich habe, Geliebte, meinem Freunde Jakow Alerandrowitsch geschworen, daß ich nicht glücklich sein will, bevor ich ihn errettet, daß der Zweck meines Daseins so lange kein anderer sein solle, als bis ich ihn mit seiner Braut wieder vereinigt!" (Fortsetzung folgt.) 4 \ mwm .;v:v -' '\ Ä UM 38S& ».'S* M*olf VrrMhoff Nach einer im Schwurgerichtssaal zu Cleve entworfenen Skizze. ©tr erscheint wöchentlich zweimal, Montag- und Donnerstag-, jedesmal in mindestens zwei Bogen. $tci» de» Jahrgang» für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für'S Ausland 16 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel i* bestehe« bet E. $. Ktrtnackrr, Leipzig, Koßplatz 16. — Inserate 25 Pfennig die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für'» Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitender Artikel: Die Zustände in Galizien. — Zeitungsnachrichten und Corcespondenzen: Deutschland: Mainz. Aus dem Großherzogthum Hessen. Wonns. Berlin Cleve. — England: London. Amerika: Buenos Ayres. — Feuilleton: Der Günstling des Czaren. Eine Erzählung aus Rußland. Von Jon Lehmann, Dr. phll. (Fortsetzung). Adolf Buschhoff. Nach einer im Schwurgerichtssaal zu Cleve entworfenen Skizze. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Die drei Wochen. Von Rabbiner Dr. Sänger. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Wiesloch. Babenhausen. — Oesterreich-Ungar. Monarchie: Wien. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Proceß Buschhoss. Inhalt der dritten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. — Vermischtes. Inhalt der beüetr. Beilage: „Fürstengunst". Erzählung von S. Kohn, Verfasser von Gabriel (Fortsetzung^. — Aus Rache. Eine wahre Geschichte von C. P. Verantwortliche Redaction: OSear Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu vier Beilagen.

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