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Der Israelit · 1892-07-11 · Heft 55 (11.7.1892) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 55 (11.7.1892)
Date
1892-07-11
Page
– (sequence 19)
Language
German
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{ 1023 nach Hause kam und eine Tasse Kaffee trank. Ungefähr um 1 1/4 dis i/z 2 Uhr ging ich wieder zu Buschhofs und habe Hermine und Buschhoff getroffen, mit welch' letzterem ich die Zeitung las. Bei einem weiteren Besuche vor 3 Uhr waren Sigmund, Isaak und Bertha Cahn daselbst anwesend. Bon da ging ich zur Pumpe, wo ungefähr um 3 Uhr auch Buschhoff hinkam. Ob derselbe die ganze Zeit daselbst anwesend blieb, weiß ich nicht, da ich einige Male nach Hause ging und später zu Schraut, wohin auch Buschhoff niitging. Ueber die Zwischenfrage eines Geschworenen gibt Welendrop an, daß er am Sonntag die Schlachihausihüre vernagelt gesunden habe. Ullenboom sagt noch aus, daß ihm (er ist Kupferschmied) in Folge seiner Aussagen im Prozesse Buschhoff die Kunden häufig die Arbeit entzogen haben. Maihilde Ullenboom war am 29. Juni zu verschiedenen Malen im Hause Buschhoff und zwar: um 1l Uhr Bormittags, Buschhoff war nicht zu Hause und kam auch bis 1ja 12 Uhr so lange Zeugin blieb, nicht. Um 1/2 1 Uhr fand Zeugin Buschhoff Kaffee trinkeird und blieb bis '/4 vor 1 Uhr. 1/2 4 Uhr saß sie bei Buschhoff, Jsaac und Cahn, um 5 Uhr traf sie daselbst auch Buschhoff, welcher seine Frau fragte, ob er zu Schraut mitgehen solle. Welche Kleider Frau und Hermine Buschhofs anhatten, weiß Zeugin nicht. Der Sohn des Angeklagten, Sigmund Buschhoff, kommt weinend in den Saal und auch Buschhoff bricht beim Anblick seines Sohnes in Thränen aus. Der Kleine bekundet lediglich, daß er die von Hegniann geholten Nägel zur Bernagelung der Schlachthausthüre seinem Bater, dieser dem Ullenboom übergeben habe. Der Bitte Sigmunds, seinen Vater sprechen zu dürfen, konnte nicht willfahrt werden, und mußte der Knabe auf die nächsten Tage vertröstet werden. — Die Zeugen Anna und Heinrich Kühnen sagen Belangloses aus. Mayer Alexander hat Buschhoff am 29 Juni 10Uhr Vormittags vor dem Hause Kluge gesehen. — Frau Peter Remy bekundet, daß Buschhoff am 30. Juni Mittags zu ihr gekommen sei und auf die Frage, wie denn der Mord vor sich gegangen, geantwortet habe: „Darüber stand mir der Verstand still." Außerdem soll Buschhoff zur Zeugin gesagt haben, er sei Nachmittags im Portweg gesessen und hätte sehen müssen, wenn Jemand hereingekommen wäre. Stadtsekretär Devers gibt seiner Ueberzengung Ausdruck, daß das mit Mallmann aufgenommene Protokoll richtig sei. Es heißt in demselben ausdrücklich, die älteste Tochter Buschhoffs soll die Leiche des Kindes in die Scheune getragen haben. — Bernhard Schmi tz gibt an, daß er Buschhoff erzählt habe, das Kind sei durch den Hals geschnitten, worauf der Angeklagte erwiederte, dasselbe könne in einen schneidenden Gegenstand gefallen sein. Maria Heyskeus erzählt, daß Frau buschhoff anr 29. Juni zu Frau Hegmann Nachmittags, da diese um den Verbleib ihres Kindes bange war, und sagte, daß sie Nachts von Blut geträumt hätte, äußerte, mau solle den Teufel nicht an die Wand malen. Zur Zeugin äußerte Buschhoff, ich habe 4 Kinder in kurzer Zeit verloren, das ist aber noch nicht so schlimm, wie der vorliegende Fall. Die nächsten Zeugen sagen Unbedeutendes aus. Johann Moersen zeigte am 30. Juni Buschhoff ein Strohmefser, worauf derselbe entgeguete, Küppers Strohmcssers sei bedeutend scharfer, der kleine Hegmann soll in das Messer gefallen sein. Der Angeklagte bestreitet dies. — Zeuge Peter Kempkes will Buschhoff am Tage nach dem Morde auffallend zitternd gesehen haben. — Die zwölfjährige Elise Kernder gibt an, am 29. Juni gegen ifa 10 Uhr Vormittags in Buschhoffs Hanse einen Fremden gehen gesehen zu haben, der wie ein Jude aussah, und erst zwischen J/» 6 und 6 Uhr Abends das Haus wieder verlieh. Angeklagter weiß hiervon nichts. Der nächste Zeuge, Peter Schmelzer, welcher in der Kirchstraße neben Keeters wohnt, und von seinem Fenster auf den Hof von Küppers sehen kann, bekundet, daß er am 29. Juni v. Js. von 11 Uhr Vormittag zu Hause war, und bis 1 Uhr, wo er zu Mittag aß, in Thorwege, welchen er übersehen konnte, nichts Verdächtiges bemerkte. Auch in der Zeit von 1 Uhr bis halb 3 Uhr, wo er fast immer zum Fenster hinaussah, bemerkte er nichts, er sah weder Einheimische noch Fremde im Thorweg. Zeugin Ehefrau Schmelzer, welche von V48 Uhr früh den ganzen Tag über in vorbeschriebenem Zimmer war, und auch häufig am Fenster saß, sah weder Hermine Buschhoff noch Andere auf Küppers Hof zugehen. Am Dienstag nach dem Morde hatte Zeugin bei Buschhoff gewaschen, und will bemerkt haben, daß Frau Buschhoff, welche nicht recht wohl war, beim Mittagessen und nach demselben sehr unruhig war, weil immer von dem Morde des Kindes gesprochen wurde und dessen Leiche in der Nähe des Buschhoff'schen Hauses gefunden wurde. Zeugin dachte nicht, daß Buschhoff den Mord vollführt haben könnte. Bei einer flüchtigen Anwesenheit in der Werkstatt zwischen 10 und V* 11 Uhr Vormittags hat sie die daselbst zum Thorweg führende Thüre zwar verschlossen gesehen, weiß aber nicht, ob dieselbe noch vernagelt war. Die Aussage des nachfolgenden Zeugen Sigmund Jsaac steht mit den von Mallmann gemachten in vollkommenem Widerspruch. Derselbe kam am kritischen Tage mit Bertha Cahn gegen 2 Uhr in das Buschhoff'sche Haus und fand daselbst im Zimmer Buschhoff und dessen Kinder Hermine und Sigmund anwesend. Frau Buschhoff, welche Kopfschmerz hatte, soll in Bette gelegen haben. Gegen 3 Uhr, gibt der Zeuge an, ging Buschhoff zur Pumpenkirmes, Hermine entfernte sich nur zweimal auf wenige Minuten aus dem Zimmer und zwar das erste Mal, um Kaffee zu bringen, und ein zweites Mal, um ihrer in Bette liegenden Mutier die Photographie der Frau Kernder zu zeigen, so daß es ausgeschlossen sei, daß Hermine in dieser kurzen Zeit der Abwesenheit zum Küppers'schen Hof gegangen sei. Zeuge blieb bis 4 Uhr im Buschhoff'schen Hause. Dieser Aussage entgegen bleibt Mall mann bestimmt bei seinen früheren Angaben und fügt hinzu, daß ihm am letzten Sonntag vor 8 Tagen Marie Küppers gesagt habe, sie habe am 29. Juni, Nachmittag den Sigmund Jsaac mit Hermine Buschoff im Küpper'schen Garten gesehen und auch Frau Wintbius habe von ihrem Fenster aus die beiden im Garten gesehen. Der Erste Staatsanwalt hält Mallmann vor, daß Frau Winthius an diesem Tage krank im Bette lag und auch später im Bette vernommen werden mußte. Da Mallmann bei seiner Aussage bleibt, wird derselbe'auf seinen Eid und die Folgen seiner Angaben aufmerksam gemacht und nachdem Herr Küppers mitgetheilt hat, daß nicht seine Tochter Marie den geschilderten Vorgang gesehen, sondern denselben von Helene Breuer erfahren habe, wird folgendes Protokoll ausgenommen: „Sigmund Jsaac bekundet, daß Hermine Buschhoff am 29. Juni, Nachmittags von 2 bis 4 Uhr, nur zweimal auf kaum eine Minute daS Zimmer, woselbst ich mit ihr verweilte, verlassen. Dagegen ververbleibt Zeuge Mallmannn bei seiner früheren Aussage. Es wurden beiden Zeugen der Wiederspruch ihrer Aussagen vorgehalten, und besonders darauf hingewiesen, daß Mollmann die Hermine Buschoff vor seiner Hinfahrt zum Zuge 3 Uhr 7 Minuten oder nach der Rückkehr von diesem Zuge über den Thorweg zur Küpper'schen Scheuer gehen gesehen haben will. Zeuge Jsaac erklärte: Ich bleibe meiner Aussage, daß Hermine Buschhoff von 2 bis 4 Uhr nur zweimal auf immer eine Minute das Zimmer verlaffen hat und zwar, einmal um Kaffee zu kochen, wovon wir sie, weil wir den Kaffee nicht annehmen wollten, zurückriefen, das andere Mal, um ihrer Mutier eine von der Frau Kernder mitgebrachte Photographie zu zeigen. Bei diesen beiden Gelegenheiten hat die Hermine Buschhoff nur das Zimmer, nicht das Haus verlaffen. Sie ging nur zum hinterliegenden Zimmer die Treppe hinaus. Mallmann dagegen erklärt: ich bleibe dabei, daß ich am 29. Juni Nachmittags vor der Hin-

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