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Der Israelit · 1892-07-04 · Heft 53 (4.7.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 53 (4.7.1892)
Date
1892-07-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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965 Wir gehen nun zu der eigentlichen Berichterstattung über und bemerken, daß der Verein augenblicklich 478 Mitglieder zählt. Während der Berichtszeit sind durch unsere Vermittelung 48 junge Leute placirt worden, wobei wir allerdings bemerken müssen, daß nur ein Theil der durch unsere Vermittelung placirten jungen Leute es der Mühe für Werth erachtet, uns davon in Kenntniß zu setzen, so daß sich in Wirklichkeit die Zahl der von uns nachgewiesenen Stellen um ein Wesentliches erhöht. Unser Kassen - Abschluß weist einen Bestand von 1467,35 M. auf. Um den Bericht mit einer erfreulichen Nachricht zu schließen, theilen wir mit, daß sich in Hamburg ein gleicher Verein consiituirt hat, der mit dem unsrigen im engsten Connex steht, und wir hoffen zuversichtlich, daß unsere gemeinsame Arbeit von Erfolg begleitet sein wird. Möge unter dem Schutze des Allerhöchsten unser Verein zum Segen seiner Mitglieder und des gesammten Judeuthums weiter blühen und gedeihen! Möge aber auch unser Verein fortdauernd jenes Wohlwollen sich erfreuen, welches ihm von Seiten seiner Gönner zu Theil wurde, wie hiermit in aufrichtiger Dankbarkeit anerkannt werden soll. Die am 23. Juni stattgehabte Generalversammlung wählte den bisherigen Vorstand wieder und zum Vorsitzenden Sr. Hochw. Herrn Rabb. Dr. Roseuthal und zum stellvertretenden Schriftführer Herrn Josef Löwy. Sollen die heiligsten Interessen des Judenthums, und dazu gehört die Sabbatheiligung in allererster Reihe, nicht noch mehr verwahrlosen, dann können wir immer von Neuem die Bitte an alle Gesetzestreuen richten, der hochheiligen Sache ihre Unterstützung zu leiheu. Unser Verein vertritt nicht rein kaufmännische, sondern vielmehr die heiligsten Interessen des Judenthums. — Meldungen sind zu richten au den Schriftführer Martin Fraenkel, Breslau, Schwertstraße 5 a. pt. O csterr. - Unga r. Monarchie: Prag. Zur Gründung eines israelitischen Siecheuhauses hat die Präsidentin des israelitischen Mädchenwaisenhauses Fr. Regina Winterstein 5000 fl. März-Rente gestiftet und Hieunit ein nachahmungswürdigcs Beispiel von Hochherzigkeit und Gemeinsinn gegeben. Capitalieu und Spenden zum Zwecke des genannten Fondes werden in der Kanzlei der Prager israelitischen Cultusgemeinde NE. 250—5 entgegengenommcn und quittirt. Brünn, 29. Juni. Heute beehrte uns Sr. Maj. der Kaiser mit seinem hohen Besuch. Unter den verschiedenen Deputationen empfing der Kaiser den Landcs-Rabbiner Dr. Platschek mit dem Vice- Präses der Brünner israelitischen Cultusgemeinde, kaiserlichen Rath Mandl, und den Vorstandsmitgliedern, dann die Vertreter der bereits neu constituirten israelitischen Cultusgemeinde» Mährens: Olmütz, Hradisch, Meseritsch, Neutitschein, Wischau, Zwittau. Dr. Platschek sprach namens der Cultusgemeinden für die zahlreichen Gnadenacte des Kaisers den Dank aus und erbat sich die Erlaubniß, den alten Segensspruch hebräisch und in deutscher Sprache erthcilen zu dürfen, was der Kaiser gestattete. Hierauf erklärte der Kaiser, daß er auf die Treue, Hingebung unch Loyalität der Israeliten seit jeher zählte und auch fernerhin zählen werde. Sodann erkundigte sich der Kaiser über die Verhältnisse der einzelnen israelitischen Gemeinden und spach diesfalls mit dem kaiserlichen Rath Mandl, mit Hamburger (Olmütz), Dr. Mannaberg (Hradisch), Dr. Lazarus (Meseritsch), Grünberger (Neutitschein), Freund (Wischau), Stein (Zwickau). Die Abordnung betonte, daß die Israeliten um so größere Ursache haben, dem Monarchen freudigst zu huldigen, zu verehren und den innigsten Dank zu zollen, da vor dem Regierungsantritte desselben in den erwähnten Städten höchstens einzelne Israeliten wohnen durften, während jetzt sich Cultusgemcindcn bilden können. A m c r i k a. New-Aork 15. Mai. Wie der „N.-V- Staalsztg." aus Cincinnati gemeldet wird, ist dort einer der bedeutendsten Industriellen der Stadt, Jakob Elsaß, gestorben. Er stammte aus der Gegend von Stuttgart, ward 1819 geboren und kam 1840 mit 40 Cents in der Tasche nach Amerika. 1847 ließ er sich in Cincinnati nieder, gründete nach einigen Jahren e-ne Schuhfabrik, hatte dann eine Gerberei, eine Brauerei und später eine Malz - und Hopfen- Handlung, und alle diese Geschäfte zählten zu den größten ihrer Branche. Als der Krieg ausbrach, war er zu alt, doch stellte er 14 Substituten. Den gefallenen israelitischen Soldaten, ließ er auf einem Friedhof in Cincinnati ein Denkmal setzen. > Vermischtes. Frankfurt a. M. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur hielt am Mittwoch Abend seine Generalversammlung. Der Vorsitzende, Herr Dr. Heinemann, erstattete den Jahresbericht, den Kassenbericht Herr Hugo Fränkel. Die Mitgliederzahl ist von 154 auf 167 gestiegen. Die Einnahmen über stiegen die Ausgaben um 32. M. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden die Herren Dr. Heinemann, Jacques Suatich, Alfred Geiger, Hugo Fränkel, Wilhelm Posen und Hermann Rothschild wieder- und au Stelle dcs Herrn Leo Ellinger,

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