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Der Israelit · 1892-06-30 · Heft 52 (30.6.1892) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 52 (30.6.1892)
Date
1892-06-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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940 r.cte Petition überreicht, wurde sie von dem Minister mit bem Bescheide entlassen, daß er die Angelegenheit nochmals eingehend in Erwägung ziehen wolle. Düsseldorf, 21. Juni. Gutem Vernehmen nach verweigerte der Tonhallen-Ausschuß den Antisemiten das Lokal der städtischen Tonhalle, was von dem größten Theil der Bürgerschaft freudig begrüßt wird. Altena i. W. Die in Nr. 48 des „Israelit" gemachte Mittheilung von der Auflösung der hiesigen israelitischen Schule beruht auf Unwahrheit; dieselbe besteht in demselben bisherigen Charakter als Elementarschule weiter. Der Borstand der israel. Gemeinde: L. Hanf. N. Schnitzler. Aus Westphalen. Am 19. Juni er. tagte im Saale der Gesellschaft „Eintracht" in Bielefeld der zweite ordentliche Gemeindetag des Verbandes der Synagogen-Gemeinden Westphalens. Fast sämmtliche große, zahlreiche mittlere und kleine Gemeinden hatten ihre Delegirten zu demselben entsendet. Aus dem Berichte, den der Präses des Vereins, Herr K atz enftein-Bielefeld erstattete, ersehen wir, daß der Verband sich die Aufgabe gestellt hat, die Verwaltungs-, Bildungs-, Wohlthätigkeits- und Kultusangelegenheiten einheitlich zu regeln. Besonders bemerkenswerth sind folgende Punkte: 1. Einheitliche Regelung der Armenpflege; 2. Erstrebung eines möglichst einheitlichen Gottesdienstes unter Zugrundelegung eines einheitlichen (sie) Gebetbuches; 3. Aufstellung gleicher Lehrpläne für den Religionsunterricht an den Volks- und höheren Schulen; 4. Unterstützung leistungsunfähiger Gemeinden. Von der reichhaltigen Tagesordnung verdient besonders hervorgehoben zu werden: die Berathung des Entwurfs eines Normalplanes, welcher in Anbetracht der hohen Wichtigkeit nochmals an eine Kommission verwiesen wurde. Soweit wäre Alles gut. Aber der hinkende — Bote kommt nach, man höre und staune. Der von der Gemeinde Münster gestellte Antrag auf Abfassung eines neuenGebetbnches mit deutscher Uebersetzung fand — Annahme, während der von der Gemeinde Herford bezüglich Abschaffung des hv am ov (des zweiten Feiertage) auf allen SeitenOpposition gefunden und deßhalb zurückgezogen werden mußte. Bemerken wollen wir noch, daß mit der Abfassung des neuen Gebetbuches, in dem alle auf (a*aTi) tinpon rvapa, sowie alle von den Reformern beanstandeter sogenannten „Rachegebete" weggelassen werden sollen, eine Kommission von Rabbinern (natürlich von Reformrabb.) betraut werden soll. Gesetzestreue Rabbiner werden sich sicher nicht dazu hergeben. Wir werden, s. G. w., in einem anderen, bald zu veröffentlichenden Artikel über die religiösen Zustände Westphalens Gelegenheit nehmen, auf die Gebetbuchsfrage nochmals zurückzukommen. M. Rosenwald, Iserlohn. Bruchsal. Der vierte Jahres-Bertcht des Landesvereins zur Erziehung israelitischer Waisen im Großherzogthum Baden constatirt, daß das dem Verein zugewandte Interesse sich, abgesehen von den regelmäßigen Jahresbeiträgen, Spenden, kleineren Schenkungen und Vermächtnissen, insbesondere durch vier weitere Stiftungen bekundet hat. Zu den im vorigen Berichte verzeichneten 33 Waisen wurden im Jahre 1891 weitere 15 in Fürsorge ausgenommen, entlassen aus derselben wurden 7, wovon 4 in Folge gebesserter ökonomischer Verhältnisse, beziehungsweise Wiederverheiratung des Vaters. Von den übrigen erlernt ein Waisenknabe auf Kosten seiner politischen Heimathsgemeinde das Schneiderhandwerk, zwei Waisenmädchen sind in eine Dienststellung eingetreten. Von den 41 z. Zt. vom Verein versorgten Waisen (24 Knaben, 17 Mädchen) sind 19 in Pflege bei dafür geeigneten Familien untergebracht worden, 22 befinden sich gegen Zahlung eines Erziehungsbeziehungsweise Unterrichtsbeitrags bei Verwandten. Quedlinburg. Es gehört zu den vornehmsten Prinzipien des „Jsr.", seine Spalten dem Gedächtnisse frommer und edler Jehudim zu eröffnen, um in der Schilderung der Tugenden und Verdienste dahingeschiedener Männer und Frauen ein lehr- und mustergiltiges Beispiel dem Leser zu bieten. Ist dock gerade in der Jetztzeit, wo durch den blendenden Glorienschein des Materialismus manche der im Stillen blühenden Tugenden und geübten guten Werke verdunkelt und in Schatten gestellt werden, ein solches Wirken vom Leiter der jüdischen Publicistik doppelt lob- und anerkenneswerth. Wenn ich auch um dessentwtllen hoffen darf, daß diesen Zielen Aufnahme gewährt werden wird, so leitet mich mit der Veröffentlichung derselben noch ganz besonders der Gedanke darzuthun, wie es selbst der Thätigkeit eines Einzelnen anheimgegeben sein kann O'aia Dtpn wnpv zur Heiligung des Namen Gottes und Werthschätzung der Religion Israels beizutragen und wie ferner ein guter Wille und Vorsatz keine Opfer an Zeit und Mühe kennt, so es sich um die Bethätigung jüdischen Sinnes und Geistes handelt. Diesem Streben nämlich gerecht geworden zu sein, war in hohem Grade das wahrhafte Verdienst des vor wenigen Tagen zu Grabe getragenen 86jähr. Hrn.Lehmann S t e r n b e r g aus Ballenstedt. Derselbe, bis vor einem Jahre in dem benachbarten Dorfe Meisdorf als einziger mrv lebend, hat dort in der Eigenschaft als Handwerker durch seine strenge Redlichkeit und außergewöhnliche Gerechtigkeits-

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