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Der Israelit · 1892-06-20 · Heft 49 (20.6.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 49 (20.6.1892)
Date
1892-06-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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889 tat ns auf eine Einladung des Birminghamer Zweiges des englisch-jüdischen Vereins zur Theilnahme an der Jahresversammlung derselben. Nach einigen einleitenden Bemerkungen des Bedauerns darüber, daß er der Festlichkeit nicht beiwohnen könne, fährt Mr. Chamberlain fort: „Möge es mir vergönnt sein, Sie bei dieser Gelegenheit wiederum meiner aufrichtigsten Theilnahme mit den Leiden und Verfolgungen, welche Ihre Religionsgenosfen zur Zeit in Rußland zu erdulden haben, zu versichern. Die Zustände in jenem Lande, wie sie uns in Berichten geschildert werden, sind eine Schande für ein Volk, das eine civilisirte Nation sein will, und ich bin überzeugt, daß die Handlungen der Behörden im Laufe der Zeit sich an ihnen selbst und den Interessen, die sie wahrzunehmen vorgeben, schwer rächen werden." — Der Erzbischof von Canterbury hat dem russisch-jüdischen Comit« eine Gabe von 50 Lstr. übermittelt. E. T. London, 15.Juni. Mr.Montefiore beschloß dieser Tage einen Cyklus von Vorlesungen über die Religion des Judenthums. Besonderes Interesse erregt dabei der Umstand, daß zum ersten Male ein Glaubensgenosse dazu ausersehen war, die sog. Hibbert-Vorlesungen abzuhalten. Die massenhafte Einwanderung von russischen, polnischen und rumänischen Juden, veranlaßt Lord Dunraveu seinen Befürchtungen über die nachtheiligen sozialen Folgen dieser „Invasion" im XIX. Century Ausdruck zu verleihen. Wenn man auch zugeben muß, daß die angekommenen Fremden den Markt mit Arbeitskräften überschwemmen, da sie sich einer längeren Arbeitszeit gerne unterziehen und mit einer geringeren Entlohnung begnügen, als die eingeborenen Arbeiter, so liegt die Lösung dieser Frage mehr in den Händen der Arbeitgeber, denen es natürlich nicht verwehrt werden kann, Kräfte nach ihrer Wahl zu beschäftigen. Auch die wetteren Befürchtungen, daß die Eingewanderten — deren Fleiß und Nüchternheit er gerne anerkannt — eine Gefahr für das sittliche und geistige Wohl Englands bedeuten, sind wohl nicht stichhaltig, da bildungsfähig wie die ausgewiefenen Juden find — ihnen die Akklimatisirung, dank den vielen zu ihren Gunsten ins Leben getretenen Wohlthätigkeitsvereinen und -Anstalten hier sehr leicht gemacht wird. Unter den Auspicien von S. Montagu geht der hiesige Chovave Zion-Verein soeben daran, die nöthigen Mitteln für die Colonisirung eines bereits erworbenen Landstriches in Gilead zu sammeln. Man beabsichtigt 50 Familien dort anzusiedeln, die sich des türkischen Schutzes zu erfreuen haben werden, falls sie irgend welche Belästigung von Seiten der Beduinen zu erdulden haben sollten. Frankreich. Paris, 15. Juni. In dem Prozeß des Vicepräsidenten Burdeau gegen Drumont wegen Verleumdung, stellte der Staatsanwalt Drumont als einen gewerbsmäßigen Verleumder dar. Die „France Juive" sei ein Adreßbuch der Verleumdung. Drumont sei verächtlich, die Richter würden ihn verurtheilen, die Lächerlichkeit ihn tödten. Drumont wurde unter Zulassung mildernder Umstände zu drei Monaten Gefänguitz, 1000 Frcs. nnd Veröffentlichung des Urtheils in 80 Journalen verurtheilt. Drumont schloß seine Ausführungen mit dem Ruf: „Nieder mit den Juden! Es lebe Frankreich, Frankreich den Franzosen!" Die Freunde Drumonts bereiteten ihm Ovationen; sie riefen: „Es lebe Drumont! Nieder mit den Juden!" Einige wurden verhaftet. Palästina. Jerusalem, 20. Jjar. Die Nachricht von dem Tode des V'nrn» wsnna DDnmn Srun iiwn pDnaa an p’Bwn^ND an *pv, hat dahier unendliche Wehmuth und Trauer erweckt. Fast die ganze jüdische Gemeinde Jerusalem's jammerte und grämte sich über den Verlust des dahingeschiedenen Rabbiners, der eine wahre Perle unseres Volkes gewesen. Gestern hielt «as omax V'mo a"n ann '•"j pü’nsnjnjyD eine inhaltreiche Trauerrede vor einer dichtgedrängten, andächtig lauschenden Zuhörerschaft in der Synagoge wan nsna "apr rva„ TDnn xmrv in gut gewählten treffenden Worten, welche auf alle Anwesenden einen tief ergreifenden Eindruck machte. Ein neues hebräisches Blatt begann heute unter dem Titel ".nnia.n„ zu erscheinen. Israel Cohen. > vermischtes. Schildberg, im Juni. Unser Rabbiner, Herr Salomon Schreiber feiert r'yan ran 't den 9. Juli, seine goldene Hochzeit. Laupheim. Dem nach Heilbronn beförderten Rabbiner Kahn, wurde gestern seitens der isr. Gemeinde eine ehrenvolle Abschiedsfeier bereitet, an dem auch die kgl. Beamten, der Stadtvorstand, sowie der kath. Stadtpfarrer theilnahmen. R. A. Heumann, als Vertreter des isr. Kirchenvorsteheramts, hob in längerr Rede die Verdienste des Scheidenden hervor. Zum Zeichen der Verehrung überreichte er Namens der israel. Gemeinde einen prachtvollen, silbernen Pokal. Gerührt antwortete der Gefeierte. Ein von V. Steiner verfaßtes, tiefempfundenes Gedicht, fand großen Beifall. Besondere Erwähnung verdient noch aus der Reihe der Reden die Ansprache des kath. Stadtpfarrers Dr. Sautter, welcher die Verdienste des Rabbiners um

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