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Der Israelit · 1892-06-16 · Heft 48 (16.6.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 48 (16.6.1892)
Date
1892-06-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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869 scheu Thron gesessen, der für das Glück und die Gleichberechtigung der ungarischen Israeliten so viel gethan hätte, als Franz Josef I. nin dit Auch die Preßburger isr. Gemeinde gab den Gefühlen der aufrichtigsten Verehrung und unwandelbaren Treue an das Herrscherhaus in pietätsvoller Weise Ausdruck. Am Vorabende wurde die Synagoge illuminirt. Die ganze Fa^ade schwamm in einem Lichtmeer, aus den mächtigen Fenstern des Vestibules ergossen sich Strablenbäche und mitten in den Flammen erhob sich ein Triumphbogen, worauf im strahlenden Lichte die Worte prangten: Eljen a kiraly! Eljen a haza!“ — Es lebe der König! Es lebe das Vaterland Gestern um 9 Uhr ist der Festgottesdienst abgehalten worden. Die erhebende Feier eröffnete der rühmlichst bekannte Komponist u. Oberkantor, Herr M. Bernfeld mit seinem zahlreichen und wohlgeschulten Chor mit Absingen des Psalm 150. Hernach hielt Herr Oberrabbiner Schreiber eine vom wärmsten Patriotismus durchdrungene Rede, in welcher er besonders hervorgehoben, welche Errungenschaften das orthodoxe JudenthNm während der verflossenen 25Jahre zu verzeichnen habe. Zum Schlüsse erflehte er vom Himmel den Segen für das geliebte Vaterland und seinen jubilirenden. glorreichen König. Hernach nahmen zwei Genmndemitglieder zwei nsD min aus der heiligen Lade, worauf der Chor die Kolesey-Hymne und noch andere Gebete für das Wohl des allerhöchsten Herrscherhauses absang. A. Sch. Rußland. Petersburg, 31. Mai. Binnen Kurzem sollen die Juden aus dem Kuban- und Terek- Gebiet in ihre Wohnsitzrayons ausgewiesen werden, da sie beschäftigungslos sich in jenen Landstrichen angesammelt haben. Petersburg, 1. Juni. Nach einer Meldung des „Grashdanin" ist die Erledigung des neuen Judengesetzes auf die Herbstsession des Retchsrathes verschoben worden. Amerika. Aus Argentinien. Die erste Kundgebung des neuen Bevollmächtigten des Baron Hirsch, Colonel A. E. Goldsmidt aus London, ist für die fernere Gestaltung des Colonisations-Werkes von größter Wichtigkeit; sie lautet in wörtlicher Uebersetzung: „Euch, Ihr Söhne Israels, die Ihr Zuflucht und Ruhe suchet in den Colonien des Baron Hirsch, Euch allen entbiete ich meinen brüderlichen Fricdensgruß! Es hat dem Allmächtigen gefallen, unsere Vorfahren auf wunderbare verschlungene Pfade zu letten und dornenvolle Wege wandeln zu lassen: Noth und Kummer war ihr Loos seit vielen Jahrhunderten. Euch aber hat Gott in seiner großen Gnade und Barmherzigkeit neue Wege geführt und Eure Lebensbahn geebnet zu Eurem zeitlichen und ewigen Heil. Der Ewige hat Euch in der Person des Baron Hirsch einen Erretter aus Pein und Drangsal gesandt und ihn zu Eurem Erlöser aus Bedrückung und Verfolgung ernannt, daß er Euch eine Stätte giebt, wo Ihr Ruhe und Erholung findet, wo Euch die Sonne des Heils und des Glücks leuchten soll nach sturmbewegten, finsteren Tagen; zu Ende sind nun Eure Plagen und Eure Klagen. — Bedenket, welch ein wunderbares, großartiges und heiliges Werk dies ist! Euch hat die höhere Vorsehung auserkoren und Euch gewürdigt die ersten Frühlingsboten und die Verkünder des anbrechenden herrlichen Frühlings zu werden; Ihr seid auserwählt worden, Euren Namen und das Ansehen unseres ganzen Volkes zu Ehren zu bringen. Mit pochendem beklommenen Herzen blickt gegenwärtig ganz Israel auf Euch! Auch andere Nationen beobachten Euch und Euer Unternehmen mit besonderer Aufmerksamkeit und (meistens) mit innigster Theilnahme. Darum seid stark und fest; seid brav und betragt Euch gut! Verrichtet Eure Arbeit mit Fleiß mit dem Schweiß Eures Angesichts ohne Murren; erfüllt freudig die Befehle und Anordnungen Eurer Vorgesetzten, die Euch mit Rath und Hilfe beistehen! Dann wird Gott Euch segnen und das Werk Euerer Hände gelingen lassen! Ihr werdet ein geachtetes Volk sein und gute, treue Bürger Eures neuen Vaterlandes. In Zufriedenheit und mit wonnigem Gefühl wird ein jeglicher unter Euch die süßen Früchte seiner Händearbeit genießen und so werdet ihr durch Eure Thaten und gute Führung am glänzendsten die falschen Behauptungen unserer Feinde widerlegen: Daß unsere Brüder ungeeignet find zu ehrlicher, anstrengender Arbeit. Mögen die Lieder Zions in Eurer Mitte erklingen und zum Höchsten empordringen; wöget Ihr ernten mit Jubel, was Ihr säet mit Thränen und heißem Ringen. Haltet hoch die Fahne der Thora und Israels, Euer Panier sei: Friede, Tugend und Religion. Gott segne unser heiliges Vorhaben! Alb. Ed. Goldsmidt." > Vermischtes. < Berlin. In einem vor Kurzem erschienenen Berichte des Londoner „Russo-Jewish-Comite" wurde u. A. auch meine für die Colomsation des heiligen Landes plädirende Schrift „Wo hinaus" (Verlag von Rudolph Jsaac in Charlottenburg) als Beweis gegen diese Colomsation citirt. Die eigenthümliche Wahl der citirten

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