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Der Israelit · 1892-05-30 · Heft 43-44 (30.5.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 43-44 (30.5.1892)
Date
1892-05-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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805 öffentlichen, indem wir uns jeden Kommentars dazu vorläufig enthalten. Die meisten Thiere wurden, in Folge der Abneigung, sich des angestelltcn Schlägers zu bedienen, geschlichtet. Um nun die Thätigkeit des Schlägers bei denjenigen Thieren, welche vor Oeffnen der Halsader durch das Beil betäubt wurden, z» illustrircn, diene nachfolgende, den thatsächlichen Verhältnissen entsprechende Tabelle. Es erhielten bis zum Sturz und vollständiger Betäubung die Ochsen der Metzgermeister Pfeiffer 0, Feldmann 8, Rnllmann 8, Heydter 7, Quirin 7, Grober 7, Äienstel 0, Halm 6, Pfeiffer 16 Schläge. Frankfurt a. M., den 5. Dez. 1885. Der V o r st a n d der Fleischer-Innung. (Frsnkf. JnteNigenzbl. Nr. 286, 6. Dez. 1885, 2-1. Beilage.) Wir entnehmen diese Angaben der Schrift: Thier schütz und Menschentrutz von Dr. H. Ehr mann (Frankfurt a. M., I. Kauffmann), woselbst .sich auch noch eine sehr zutreffende Darstellung der „Internationalen Fleischer- Zeitung" findet, auf die wir wegen des engen Rahmens dieser Korrespondenz hier nur verweisen können. (Seile 65 ff.) Von einem anderen Anonymus läßt sich die „Thierbörsc" Folgendes schreiben, um bei ihren Lesern ein gründliches Gruseln gegen das Schächten zu erzeugen: „Der Obermeister der Fleischerinunng in Sachsen schreibt uns: „Ich bin mit Ihren Bestrebungen betreffs einer Schlachtreform voll und ganz einverstanden, einen Erfolg erwarte ich aber erst dann, wenn das widerliche Schächten aufhört. Hierbei wird doch wohl die größte Thierguälerci ausgeübt. Selbstverständlich ist jedes Thier, das geschlachtet wird, namentlich geschlichtet, gut genährt, daher kräftig. Wenn nun ein solches Thier in den ^Lchächtraum gebracht wird, der nach Blut riecht - und auf dem Lande besonders sehen die Schächtranmc oft schrecklich aus - sträubt es sich mit allen seinen Kräften und sucht unter den Zeichen wahrer Todesangst und jammervollem Gebrüll zu flüchten. Es ist ein ganz abscheulicher Anblick, wie dem Thiere der Schweif herumgedreht wird, und wie cs mit Stecken brutal bearbeitet wird, bis es endlich in den Raum hineingcschoben ist." „Bis es endlich in den Raum hineinge sch oben ist!" — Ist das nicht alles eine empörende Thierquälerei? In seinem Eifer hat der Herr Anonymus nur übersehen, daß, bis es endlich in den Raum hincingeschoben ist, das Thier ganz in derselben Weise behandelt wird, ob cs geschachtet oder durch Schläge hingestreckt werden soll, daß also auch die zu betäubenden Thiere genau so in das Schlachthaus geführt werden. Oder sollte nur das zu schlichtende Thier den Blutgeruch des Schlachthauses riechen und davon beängstigt werden, während die ans andere Weise Getödteten davon verschont bleibend Und diese Armseligkeit druckt die Darmstädter „Allgemeine Thierschutz-Zeitung" mit ihrer ganzen Gedankenlosigkeit treuherzig nach! Man müßte wahrlich eine geringe Meinung von einer staatlichen Behörde haben, die sich durch solche und ähnliche Argumente bestimmen ließe, Thiere angeblich zu schützen und die Gewissen von Tausenden ihrer Unterthanen zu verletzen! Zweibrircken, 20. Mai. Wie wir hören, ist Herrn Bezirksrabbiner Dr. Mayer dahier für die Vorlage der Nr. 109 der „Zweibrücker Zeitung", welche den ausführlichen Festbericht und die von Herrn Dr. Mayer gehaltene inhaltsvolle Festrede zur hiesigen Jubelfeier Sr. Kgl. Hol), des Großherzogs von Baden enthielt, ein Schreiben aus dem großherzoglichen geheimen Kabinet mit dem Ausdruck freundlichsten Dankes zngegangen. Simmerrr, 25. Mai. Sonntag den 22. Mai wurde dahier von einem Herrn A m l i n g, K assirer des Trier'schen Bauernvereins, ein Vortrag gehalten, der lediglich darin gipfelte, die Hnnsrücker Bauern zum Anschluß au den Trier'schen Bauern- Vereiu zu bewegen, um so den jüdischen Handelsleuten die Existenz zu untergraben, die ohne Bauern nicht leben könnten. Wenngleich die Gründung eines eigenen „Hunsrücker Bauernvereins", der aber speziell die Hebung der Landwirthschaft im Auge bat, im Werke begriffen ist, so fick doch der ranze Vortrag, der sich einer zahlreichen Zuhörerschaft zu erfreuen hatte, auf unfruchtbaren Boden, da der Kreis Simmern und insbesondere die Stadt von dem wüsten Treiben der Antisemiten nichts wissen will. O e st e r r. - ll n g a r. Mona r ch i e. Wien. Aus Anlaß der antisemitischen Kundgebungen gegen Professor Nothnagel in Wien, von denen wir berichtet haben, hat die Freie Wissenschaftliche Vereinigung an der Berliner Universität ein Telegramm an Professor Nothnagel obgesendet, in dem aufrichtiges Bedauern darüber ausgesprochen wird, daß Studenten sich zu so schmählichen Kundgebungen hergegeben haben; gleichzeitig wird dem Herrn Professor für sein hochherziges Auftreten gedankt. Darauf ist noch an demselben Tage folgende Drahtantwort eingetroffen: „Ich bitte Sie, hochgechrte Herren, meinen herzlichen Dank für den Ausdruck Ihrer freundlichen Gesinnung cntgegenzunehmen. Professor Nothnagel." Budapest, 25. Mai. (Abgeordnetenhaus.) Minister Cfaky auf die Frage wegen der Rcception der Juden übergehend, erklärt, daß, wenn cs sich einfach um die Jnarticulirung dieser Reception der Gleichberechtigung der Juden handelte, hiegegen absolut keinerlei Hindcrniß vorhanden sei, denn die Gleichberechtiung einer Konfession, welche vom Ge-

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