Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 38 (12.5.1892)
- Date
- 1892-05-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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703 Ziel hinausgeschlossen, seine Broschüre in den Satz zusammenzufassen: Bricht in der nächsten Zeit ein Krieg aus, dann ist die deutsche Armee verloren. Ich will den Herrn Rektor Ahlwardt nicht auf die Frage Hinweisen, wie viele Soldaten denn im Feldzuge von 70/71 mehr als 100 Patronen verschossen haben, nicht auf Mängel der damaligen Zündnadelgewehre, welche nach einigen Schüssen bei sehr vielen Gewehren eintraten, Mängel, welche bei einer solchen Massenproduktion unter allen Gewehrsystemen aller Nationen Vorkommen, sondern behaupte: „Daß ein Gewehr, welches in der Hand des Soldaten eine Sommerübung, Mannöver und Scheibenschießen mitgemacht, und hieraus unversehrt hervorgegangen, für einen Feldzug vollständig brauchbar ist. Ein Soldat, der 70 und 71 mitgemacht. Aus Unterfranken Schon öfters wurde in diesen gesch. Bl. Veranlassung genommen, das jüdische Publikum im Allgemeinen aufmerksam zu machen, die Reparirung von nnum rro herumreisenden, ausländischen Sofrim nicht zu übertragen. Ist nun eine derartige Wiederholung schon durch das O'vpO r.ND frox noin roin gerechtfertigt, so erscheint der neueste Vorgang auf diesem Gebiete so gewissenslos und himmelschreiend, daß es im Interesse der Wichtigkeit der Sache als geboten erscheint, denselben öffentlich bekannt zu geben und zwar: In der Umgegend von Würzburg treibt sich in den letzten Wochen ein gewisser Maier Schapiro (aus Rußland oder Galizien) herum, der sich als Sofer aus gibt, n"D rep arirt und mm pben verkauft. Schreiber dieses hat sich selbst davon überzeugt, daß in den vom genannten Schapiro verkauftenMesusos-Gehäusen klein geschnittene Stückchen einer MegilasEster sich befanden, auf deren Rückseite der Name „Schaddai" geschrieben. Die Nnmn von ]^sn bestand aus einem Streifen zerschnittener Sefer Thora, in den Tefilin befanden sich unbrauchbare Parschios und waren mit gewöhnlichen Faden, anstatt mit Giddin zugenäht. Diese Bekanntgabe wird sicherlich dazu beitragen, den genannten Schapiro — der nebstdem gefälschte Zeugnißabschriften von orthodoxen Rabbinen vorweist — zu entlarven und überhaupt zur Vorsicht in dieser heiligen Sache zu mahnen. R. B. R. Aus Baden, 22. April. Die Wohlthätigkeit unserer Glaubensgenossen wird nicht nur bei uns, sondern auch in allen Gegenden Deutschlands und des Auslandes schon seit mehreren Jahren in einer Weise in Anspruch genommen, daß es Vielen nachgerade zur Unmöglichkeit werden muß, all' den Aufforderungen Folge zu geben. Neuen Quellen nachzuspüren, aus welchen Geldmittel ohne materielle Opfer zu erzielen sind, liegt allzu nahe. Ich möchte daher auf Anregung seitens einiger Freunde unserer Sache auf Folgendes hinzuweisen nicht verfehlen. In alten, unscheinbaren Briefschaften, deutschen sowohl als ausländischen, liegt oft noch ein großer Werth ungekannt und unbenutzt. Nicht nur aufgeklebte Marken, sondern auch in das Couvert eingedruckte Marken aus den Jahren 1850—1876 (die zuletzt bezeichnet Sorte mit dem ganzen Couvert), ebenso Postkarten können bei rationeller Verwerthung überraschend hohe Erträge liefern. Wenn die Besitzer alter Briefschaften sich die kleine Mühe des Durchsuchens oder Durchsuchenlaffens nicht verdrießen lassen wollen, können sie das Verzeichniß der Spenden für die nothleidenden Glaubensgenossen vergrößern helfen. Ich zweifle nicht, daß die Redaction des „Israelit" die Sache anzuregen bereit und durch Entgegennahme von Marken-Sendungen zu fördern gesonnen ist. (Die vorstehende Correspondenz ist uns bereits vor einiger Zeit zugegangen, wir haben die Angelegenheit erwogen und glauben, daß der Vorschlag wohl der Ausführung wcrth sei. Wir rechnen daher auf Unterstützung unserer Leser, Alt und Jung, und haben wir bereits mit einem auf diesem Gebiete bewanderten Herrn Vereinbarungen getroffen, daß er die Marken, im Interesse der Sache ohne Kosten, rationell verwerthe. lieber die Verläßlichkeit dieses Herrn haben wir die befriedigendste Auskunft erhalten. Sendungen können sowohl an die Redaction des „Israelit", als auch an Herrn Otto S. S tr au ß in Frankfurt a. M. gerichtet werden. Die einzelnen Sendungen werden im „Spende n-Verze ichniß" guittirt, auf Wunsch unter Nennung des Namens der Einsender; ebenso werden die aus den Marken gelösten Beträge aufgeführt und mit den übrigen Sendungen weiterbefördert. Red.) Karlsruhe in Baden. War auch nicht die ganze Synagoge, sondern nur der enpn p* der hiesigen isr. Religionsgesellschaft nach Angabe des großh. Oberraths dccorirt und wurden auch nicht drei nnso ausgehoben, so theilte dennoch die ganze Gemeinde die frohe, dankerfüllte Stimmung des ganzen Landes; denn von unserm Grobherzog darf man mit Bestimmtheit im Sinne seiner sämmtlicheu Unterthanen behaupten: „Er darf unbesorgt sein Haupt jedem seiner Unterthanen ruhig in den Schoos; legen." Diesem allgemeinen Dankgefühle gab unser hochverehrter Rabb. Herr Dr. Schiffer, nachdem in gehobener andachtsvoller Stimmung die für den großherzoglichen und kaiserlichen Geburtstag bestimmten Psalmen von Gemeinde und Vcubcter