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Der Israelit · 1892-05-05 · Heft 36 (5.5.1892) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 36 (5.5.1892)
Date
1892-05-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Geistigen, das Sinnliche immer mehr vom Sittlichen erfüllen und dnrchdringen läßt, auf daß nach zurückgelegtem dreizehnten Lebensjahr, wenn dann der mao 12 hintreteu soll vor die Gotteslehre, um sein ganzes Sein und seine ganze Zukunft huldigend Gott zu weihen und dem Heiligthum, auf daß er dann seinem ganzen Wesen nach zu solcher Huldi gungsgabe geeignet und würdig erscheinen möge. — (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. Der Bericht über das Reichenheimsche Waisenhaus der jüdischen Gemeinde dahier für das Jahr 1891 ist soeben erschienen. Wir entnehmen daraus, daß in diesem Jahre in der Anstalt 74 Zöglinge, und zwar 44 Knaben und 30 Mädchen, erzogen wurden. Die gesammten Ausgaben, in diesem Jahre fast genau ebenso viel wie im vorigen, betrugen 52,000 Mk. welche durch die Zinsen eigener Fonds und einem Gemeindezuschuß tn Höhe von 28,500 Mark ausgebracht wurden. Die Ausgaben für Beköstigung betrugen für Kopf und Tag 523/10 Pfg. gegen 506/10 Pfg. im Vorjahre. Alle Zöglinge besuchten öffentliche Schulen, doch wird nebenher in der Anstalt den Zöglingen von städtischen Lehrern Unterricht im Gesang und im Turnen ertheilt. Außerdem besteht ein Handfertigkeitsunterricht für Holzarbeiten. Das Waisenhaus steht unter der Verwaltung eines Kuratoriums, dessen Vorsitzender Geheimrath Wilhelm Herz ist, und unter der Leitung des Dr. I u t r 0 s i n s k i. Berlin, 2. Mai. Die deutsch-konservative Fraktion des Abgeordnetenhauses hatte bekanntlich schon vor Beginn der Osterferien beschlossen, alsbald in Erörterungen über Aenderungen des Parteiprogrammes von 1876 einzutreten und für die soziale, wirthschaftliche und Judenfrage je zwei Referenten ernannt. Sonnabend hat nun, wie die „K. Ztg." meldet, zuerst die Berathung über die Judenfrage stattgefunden. Es wurde einstimmig im Prinzip beschlossen, daß die konservative Partei in ihrem Programm zur Judenfrage eine entschiedene Stellung einnehmen müsse. Die programmatische Formulirung wird in einer Kommission vorgenommmen werden. Breslarr, 28. April. Aus dem unter Verwaltung des Vereins zur Unterstützung jüdischer Studirender stehenden Stipcndienfouds zur Unterstützung jüdischer Studirender hiesiger Universität sind wieder einige Stipendien im Betrage von 150 Mk. zu vergeben. Bewerber, welche der jüdischen Religion angehören, haben den Nachweis des Fleißes, sittlicher Führung, guter Befähigung und der Bedürftigkeit zu führen und außerdem anzugeben, ob sie von anderer Seite Stipendien beziehen oder bezogen haben. Bewerbungsgesuche sind unter Beifügung der vorgeschriebenen Zeugnisse an das Curatorium des genannten Vereins (Bureau der Synagogengemeinde, Alte Graubenstraße lld) bis zum 15. Mai c. versiegelt cinzureichen. Gesuchen derjenigen Studirenden der Medicin, die länger als vier Semester studirt haben, ist eine Angabe über Absolvirung des testamen physicnm und event. das Zeugnitz hierüber beizufügen. Hamburg, 26. April. Die in der Versammlung vom 20. Februar gewählte Commission zur Gründung eines Israelitischen Stellenvermittlungsvereins zu Hamburg, hatte, nachdem ihre Arbeiten beendet, zum 25. er. eine constituirende Versammlung in Hirschel's Hotel einberufen; dieselbe war von ca. 50 Personen besucht; such Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner H irs ch war anwesend. Nachdem der provis. Vorsitzende Moritz S. Wolfs die Erschienenen, begrüßt und die Wichtigkeit des zu gründenden Vereins nochmals auseinandergesetzt, auch kurzen Bericht über die seitherige Thätigkeit der Commission erstattet hatte, wurde in die Berathung des Statutenentwurfs, welcher gedruckt vorlag, eingetreten. Derselbe gab Anlaß zu recht lebhaften Debatten, welche das allgemeine Interesse, das der Sache entgegengebracht wird, bekundeten, doch wurden die Statuten schließlich mit unwesentlichen Aenderungen in der Fassung der Commission angenommen. (Besonders wichtig sind die § l und 7 der Statuten, welche der Thätigkeit des Vereins einerseits ein sehr weites Feld eröffnen, andererseits wieder für die Stellungsuchenden große Erleichterung bringen und den vacanzenanmeldenden Prinzipälen, die Gewähr geben, daß ihnen, wenn irgend angängig, nur gut empfohlene, für den speziellen Zweck brauchbare Kräfte zugewiesen werden.) Die Berathung der Statuten gab noch dem Herrn Oberrabbiner Gelegenheit, unter nochmaliger Betonung der Wichtigkeit des Vereinszweckes, welcher zur Stütze der i-^w-Feier *1:1» rbipvv r&'o minn Vd, dienen soll, die Anwesenden um warmes Interesse für den Verein zu bitten, sie zu ersuchen, solchen speziell auch mit Geldmitteln zu versehen, damit der Verein in der durchaus nothwendigen Propaganda nicht beschränkt sei. Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner ging sofort mit Zeichnung eines namhaften Betrages voran und fand dies hochherzige Beispiel sofort Nachahmer in der Versammlung, und wird hoffentlich auch späterhin darauf wirken, daß dem Verein die nothwendigen Geldmittel stets zur Hand sind. Als dritten Punkt der Tagesordnung wurde die Vorstandswahl vorgenommen; die bisherige

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