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Der Israelit · 1892-04-28 · Heft 34 (28.4.1892) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 34 (28.4.1892)
Date
1892-04-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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639 fort!) Aber ich werde dort nicht ruhen, sondern ebenfalls agitatorisch wirken! Von Neuem brach die Versammlung in lautem Beifall aus. Schönerer schloß mit einer Lobeshymne auf Bismarck, worauf die Versammlung in laute Hochrufe auf Bismarck ausbrach. Am Schluffe der Versammlung kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokraten und Antisemiten. Die Deutschnationalen verließen den Saal unter Absingung des Ritter Georg- Liedes. Griechenland. Aus Corsa wird berichtet: Die in den letzten Wochen gehegten Besorgnisse vor antisemitischen Unruhen beim Osterfeste haben sich glücklicherweise als unbegründet erwiesen. Bisher herrscht auf der ganzen Insel absolute Ruhe, und das jüdische Osterfest konnte ungestört gefeiert werden. Die Behörden hatten seit Wochen umfassende Vorbereitungen getroffen, um etwa ausbrechende Excesse im Keime zu ersticken. Die Garnison wurde verstärkt, das Ghetto bewacht, Placate warnten das Volk vor Ausschreitungen, welche mit voller Strenge geahndet würden; die antisemitischen Tractätlein und Abbildungen wurden confiscirt, und die bekanntesten Agitatoren (meist Fremde) wurden scharf beobachtet und einige derselben entfernt. Diese Vorsichtsmaßregeln haben sich bewährt, allein es muß hervorgehoben werden, daß auch nicht der geringste Versuch einer Störung der öffentlichen Ordnung gemacht wurde. Hoffentlich wird die Behörde mit gleicher Umsicht und Energie auch am 15. Mai, an welchem Tage die politischen Wahlen hier stattfinden, Unruhen hintanzuhalten wissen. Auch auf Zante wurde die Ruhe in keiner Weise gestört. Egypten. Egypten. Prof. A. H. Sayce berichtet in einem Schreiben an die Akademie: „Das Verzeichniß der Plätze, welche von Ramses III. in Palästina und Syrien erobert wurden, welche ich von der Säule von MedinetHabu copirt habe, verspricht interessanter zu werden, als ich vorausgesetzt habe, da eine ganze Reihe derselben zu dem Territorium von Juda gehört. Wir finden da „das Land von Salem", welches wie das Salam von Ramses III. nach den Tafeln von -rel-el-Amarrra Jerusalem ist, Arez hadast oder „Neues Land" ist das Hadascha von Josua (XV. 87) Schimschana oder Samson „die Stadt der Sonne" (Josua XV. 10) Carmel von Juda, Migdol (Jos. XV. 37) Apakah oder Apekah (Jos. XV. 53) und Beth-Anath, das Beth-Anathoon Josua (XV. 59). Die Entdeckung dieser Namen in den Inschriften eines egyptischen Königs, welcher etwa 1200 Jahre vor unserer Zeitrechnung lebte, ist gewiß von Interesse für Alle, die dem Bibelstudium obliegen. Kairo, 8. April, niöfc tonip »d* nnp'i. Nun ist auch unser nomineller Oberrabbiner, Rabbi Israel Jomtow, nach einem Leben, das fast ausschließlich der Onvn rrroy n-nn gewidmet war, aus diesem Dasein geschieden btrwr D'Tn par. Derselbe hatte schon vor Jahren auf das hiesige Rabbinat, das ihm Ehren und materiellen Gewinn im reichlichsten Maße abwarf, verzichtet, um, da das Greisenalter sich bei ihm fühlbar machte, seinen nur noch kurz bemessenen Lebenstag einzig und allein dem Studium unserer heiligen Thora widmen zu können. Auch wollte er gleich unserem Stammvater Jacob nicht in Egypten begraben sein, O'irwa >j-opn to ^>n, sondern im Lande unserer Väter, in der heiligen Stadt Jerusalem bestattet werden. Er verließ nun gänzlich unsere Stadt und wollte mit den Seinen nach Zion, wo er dann ungestört seinem Herzenswünsche leben konnte. Dort ereilte ihn auch vor Kurzem der Tod und nun ruhen seine Gebeine 'am Fuße des Oelberges omn "in, so wie er es sich im Leben immer gewünscht hatte. Das hiesige Oberrabbinat, das seit dessen Abgang ihm zu Ehren unbesetzt blieb — der Verstorbene nannte sich bis an sein Lebensende Oberrabbiner von Kairo — wurde dadurch erledigt und hat nun unser Cultusvorstand den seiner Frömmigkeit und Gelehrsamkeit wegen bekannten und allgemein beliebten hiesigen Rabbiner, Rabbi Aharon Ben Simon "'j, zum Amtsnachfolger des Heimgegangenen v"s ernannt, tp. Rabbi Aharon Ben Simon hat schon vor den Feiertagen von feinem neuen Amte Besitz ergriffen und so ist unsere Gemeinde nicht mehr eine hirtenlose Heerde, nyn orte p« •jssd. Möge es unserem neuen Oberrabbiner vergönnt sein, gleich seinem verstorbenen Vorgänger ein hohes Alter zu erreichen, damit er noch eine Reihe von Jahren die erste jüdische Gemeinde Egyptens letten und lenken könne. Amerika. New-Aork. Joseph Salomon Mizrahi, welcher auf den Rabbiner H.PereiraMendes geschossen, ist nicht ein Russe, sondern aus Alexandrien gebürtigt. In Washington ist soeben ein amtliches Schriftstück erschienen, das interessante Aufschlüsse über die Zahl israelitischer Gemeinden und die Anzahl ihrer Mitglieder in den Vereinigten Staaten gewährt. Aus der die Statistik begleitenden Erklärung geht hervor, daß die erste Gemeinde von Juden im Jahre 1654 von Brasilien aus in die Vereinigten Staaten einwanderte. Die erste Synagoge ist in der Mill Street in Newyork, die jetzt unter dem Namen Broad Street bekannt ist, gegründet worden. Sie erhielt den Namen Shearith Israel und exkstirt noch heute. Die Gemeinde be-

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