Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 34 (28.4.1892)
- Date
- 1892-04-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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640 sitzt sitzt ein Gkbäud-! in West 19. Straße. Später gingen einige der New^orker Juden nach Newport auf Rhode Island und hielten dort regelmäßigen Gottesdienst in einer Synagoge ab, die sie seit 1763 besitzen. Ferner bildeten sich jüdische Gemeinden in Savannah, (Georgia) im Jahre 1733; in Lancaster (Pennsylvania) im Jahre 1776; in Philadelphia 1780 und 1782 und in Charleston (Süd- Karolina) 1791. Von diesen Gemeinden beobachteten diejenigen im Süden und eine der in Philadelphia befindlichen den Ritus der portugiesischen, die anderen den der deutschen Juden. Die Israeliten Amcrika's haben kein religiöses Oberhaupt. Jede Gemeinde ist selbstständig und nur ihren Mitgliedern verantwortlich. Man sagt, daß ein Versuch, die jüdischen Gemeinden einem Oberrabbiner zu unterstellen, in New-Uork keinen ungeteilten Beifall findet. Die jüdischen Gemeinden sammeln nicht häufig und regelmäßig statistisches Material wie die meisten anderen Konfessionen, doch hat man in den Ver. Staaten innerhalb der letzten vierzig Jahre wenigstens zweimal diesbezügliche Versuche gemacht, und zwar 1854 und 1880. Gemäß dem Berichte vom Jahre 1854 gab es damals 97 regelrecht organisirte Gemeinden, von denen 30 sich im Staate New-Aork bsfandcn. An der späteren Zählung von 1880 beteiligten sich ein Delegirtenausschuß der amerikanischen Israeliten und die Union der hebräischen Gemeinden und es dauerte mehrere Jahre, bis die Zusammenstellung vollendet war. Die Resultate, die man für sehr genau hält, ergaben das Vorhandensein von 270 Gemeinden mit 12,546 Mitgliedern und ungefähr 50,000 Kommunikanten. Der Werth des den Gemeinden gehörigen Grundbesitzes betrug Doll. 4,706,700, wozu weiteres Eigenthum im Werthe von Doll. 1,497,878 hinzukam, so daß sich ein Gesammtwerth von Doll.6,204,578 ergab, ausschließlich der Beerdigungsstätten. Die letzte Volkszählung ergab, daß es jetzt 533 Gemeinden der orthodoxen und reformirten Juden mit 130,496 Kommunikanten gibt. Es ist nämlich bei den jüdischen Gemeinden üblich, nur das Familienhaupt zn zählen. Die Familienmitglieder werden durch eine Person vertreten. Die Zahl der Kommunikanten entspricht daher der genauen Zahl der Mitglieder einer Synagoge nicht. Die beiden Zweige oder Schulen besitzen zusammen 301 Gebäude mit Raum für 139,234 Personen. Außer diesen Gebäuden benutzen die Gemeinden noch 231 Hallen und ähnliche Räumlichkeiten. Diese Hallen haben Platz für 28,477 Personen. Der Gesammtwerth des den Synagogen gehörigen Eigenthums beträgt Doll. 9,754.275, woraus sich eine Vermehrung um Doll. 3,549,697 innerhalb zehn Jahren ergibt. In derselben Zeit stieg die Anzahl der Kommunikanten von 50,000 auf 130,496. Natürlich ist ein gut Th il dieser außerordentlichen Vermehrung auf Rechnung der Einwanderung zu schreiben. Türkei. KonstantLnoPel, 19. April. Der Wiener Politischen Korrespondenz schreibt inan: Die in der Türkei ansässigen spanischen Juden haben kürzlich den vierhnndcrtjährigen Erinnernngstag ihrer Vertreibung ans Spanien und ihrer gastlichen Aufnahme in dem ottomanischen Reiche gefeiert. Es bildete sich zn diesem Zwecke ein EomiE, welches sich mit sämmtlichen Glaubensgenossen im Auslande in Verbindung setzte, uni ans diesem Anlasse dem jetzt regierenden Sultan in würdiger Weise ihre Dankbarkeit für die religiöse Toleranz, welche den Juden in seinem Reiche stets entgegengebracht wurde, zn bezeugen. Es war u. A. beabsichtigt, dem Sultan einen kostbaren Ehrensäbel, reich mit Diamanten und Edelsteinen besetzt, als Geschenk darznbringcn. Ferner wurden die Vertreter der Judengemeinden im Auslände ersucht, am Erinnerungstage' bei den respekrivcn ottomanischen Vertretern vorzusprechen und ihnen gegenüber den Dank ihrer Glaubensgenossen zum Ausdrucke zu bringen. Zu seinem Bedauern muße jedoch das vorbereitende EomiE von diesen Veranstaltungen Abstand nehmen. Sultan Abdul Hamid drückte seine Befriedigung über die geplanten Kundgebungen ans und versicherte die Inden auch für die Zukunft seiner Theilnahme und seines Schuhes, stellte aber das Ansuchen, den Gedenktag ganz still zn feiern. Ans diesem Grunde mußte sich die in Konstantinopel und in den Provinzen der Türkei lebende Jndenschaft darauf beschranken, den Festag in ihren Synagogen zn feiern. An dem Gottesdienste in Konstantinopel nahmen alle Würdenträger, welche dem jüdischen Glauben angchören, Theil, wie z. B., der amerikanische Gesandte bei der Pforte, Herr Salomon Hirsh Maises Effendi, erster Dragoman des türkischen Marine-Ministeriums, Dand Effendi vom Ministerium des Aenßern n. A. Die in spanischer Sprache erscheinenden Journale der Inden gaben Festnnmnlern heraus. E n i e t fl c n, Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. -« S.&D.LÖWENTHALSilberwaaren 807) Frankfurt a. HI,, Zeit 23, Israel. Cu Itusgegenst finde.