Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 29-30 (11.4.1892)
- Date
- 1892-04-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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574 gleitet von dem Tode der gesammten Fischwclt in dem Flusse — nno iwa iv* runni — von der Verpestung der Atmosphäre — -inti wti — von dem Wassermangel und seinen Folgen ons® ter ix'7> jo d’d Nach der Ueberlteferung wurde sogar das in Krügen aufbewahrte Nilwasser in Blut verwandelt, ebenso der Speichelauswurf der Egypter. Die Folgen der Blutplage machten sich in pecuniären Vortheilen für die Israeliten geltend. Das Wasser der Egypter wurde in Blut verwandelt, während das der Hebräer unverändert blieb. Die Egypter mußten sich daher die Möglichkeit, Wasser zu bekommen, durch schweres Geld von den Hebräern abkaufen. — Unsere Weisen lehren, (Aboth V. IV): Zehn Wunder geschahen unseren Vätern am Meere-. Diese Wunder werden in folgender Weise von ihnen dargestellt: 1) Das Wasser theilte sich. 2) Es bildete eine zeltartige Wölbung, unter welcher die Erlösten hindurchzogen. 3) Der Meeresboden war trocken und hinderte den Mensch nicht. 4) Derselbe Meeresboden wurde weich und morastig, als ihn die Egypter betraten. 5) Das gestauete Meerwasser bildete nicht eine Wand aus einem Stück, sondern setzte sich wie aus einzelnen Stücken, wie aus Mauersteinen zusammen, wie dies bei einer von Menschenhänden errichteten Mauer der Fall ist. 6) Das gestauete Wasser wurde felsenhart. 7) Das Meer theilte sich in zwölf Theile, so daß jeder Stamm seinen Durchzug gesondert hielt. 8) Das festgewordene Wasser nahm die Farbe von durchsichtigen Krystallen an, die von der Feuersäule beleuchtet, es jedem Stamm ermöglichte, den anderen Stamm zu sehen. 9) Aus diesem festgewordenen Wasser ergossen sich Süßwasserquellen, mit welchen die Hindurchziehenden ihren Durst stillten. 10) Selbst dieses Wasser wurde fest, nachdem sie davon getrunken hatten und des Restes nicht mehr bedurften. Wenn nun Rabbi Elieser und Rabbi Akiba in jeder Plage eine vier- und fünffache Vergrößerung derselben finden, so dürfte dem folgende Erwägung zu Grunde liegen. Jede dieser Plagen hatte den ausgesprochenen Zweck dem egyptischen Volke und seinem Fürsten, die alle Naturgewalten überragende Gottesgröße so lange und so eindringlich zum Bewußtsein zu bringen, bis das Recht und die Freiheit ihren Sieg über die hundertjährige Gewalt und die Knechtung davontrugen, die hier in unerhörter Weise an einem ganzen Volke verübt wurden. Hätten diese Plagen nur nichts weiter als dieses zur Folge gehabt, hätten sie dem Geknechteten die Last von der Schulter genommen und dem Sklaven die Freiheit gebracht, so hätten sie schon ein unvergleichliches Wunder bedeutet. Aber daß diese Unterdrückten gerade in Folge dieser Plagen so himmelhoch über ihre Zwingherren erschienen, daß alle diese Plagen sie nicht trafen, daß dieselbe Gotteshand, welche Egypten niederschmetterte, diese wehrlosen Geknechteten so wunderbar auszeichnetch das war ein zweites Wunder, das noch das erste überflügelte. Daß aber die Egypter nicht nur ihre Sklaven Preisgaben, daß sie selbst noch empfindliche Einbuße in allen Gütern des Lebens erlitten und füglich noch das Leben selber einbüßten, war ein drittes und viertes Wunder, das jede einzelne Plage zur letzten Folge hatte. Das dürfte die vierfache Bedeutung sein, die nach Rabbi Elieser jedem einzelnen von Gott gegen Egypten geführten Schlag innewohnte. Daß aber diese Schläge nicht nur die Freiheit der Unterdrückten und den Untergang ihrer Bedrückten zur Folge hatten, daß auch die materielle Zukunft der Erlösten durch den Reichthum gesichert wurde, den sie aus Egypten mit hinweguahmen, dürfte vielleicht die fünfte Seite sein, auf die Rabbi Akiba verweist, (isid onn) Jedenfalls rechtfertigt die Bedeutsamkeit, welche die Thora diesem Moment beilegt, eine besondere Würdigung desselben. □j/n nj “im heißt es (II. B. M., Cap. XI, 2, 3). „Rede doch in die Ohren des Volkes, daß Jeder von seinem Bekannten und Jede von ihrer Bekannten sich silberne und goldene Geräthe erbitte. Und Gott gab die Gunst des Volkes in Egyptens Augen, auch der Mann Moscheh war im Lande Egypten sehr groß und in den Augen der Diener Pharaos und in den Augen des Volkes." nj setzt immer ein Widerstreben bei dem Anderen voraus. Es hatte eben das Volk in der eklatantesten Weise seine sittliche Gediegenheit erprobt. Drei Tage lang waren in Blindheit gefesselt ihre Dränger ihnen ohnmächtig preisgegeben; drei Tage lang ihnen alle ihre Schätze in deren Wohnungen offen gestanden, und kein Jude hatte die Gelegenheit benutzt, auch nur eine höhnende, neckende Rache an ihnen zu üben, Keiner weder eine Person noch eine Stecknadel angerührt. Diese sittliche Größe ließ Gott eben in dem Augenblick, als den Egyptern wieder das Augenlicht gewährt ward und sie alles ihrige unangetastet fanden, endlich den Widerwillen der Egypter gegen die Hebräer besiegen und mehr noch als die Wunder, die er geübt, machte diese sittliche Größe seines Volkes den Mann Moses in den Augen der Egypter groß. Es mochte wohl Moses und dem Volke widerstreben, diesen sittlichen Sieg wieder einigermaßen durch solche Bitten aufs Spiel zu setzen. Allein es war Gottes Wille, daß sein Volk nicht