Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 27 (4.4.1892)
- Date
- 1892-04-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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die fünfte, das Blut und die Pest erwähnt. Dieser Umstand dürfte für die Hagadah die Veranlassung sein, jener Erklärung noch eine andere folgen zu lassen, welche dieser Schwierigkeit Rechnung trägt, in dem sie sämmtliche zehn Plagen in jenem Bekenntniß angedeutet findet, toa tmoai ,0’rw mtM yn*ai d*™ np:n Ta ihn nan .n'tw D'nsiDai (dw ninnai ,c’nty „Eine andere Erklärung: Mit starker Hand, das sind zwei Plagen, mit ausgestrecktem Arm, zwei, mit großer Furchtbarkeit, zwei, mit Zeichen, zwei, und mit Wunder, zwei. ,D'-sea D’nsen by «in n*na annpn N’anty niae ntry :p .j’ntsf pan ,any ,d*J3 ,ynnsy ,on .nmaa rrao ,-jbwi ,nanN ,nna Das sind zehn Plagen, die der Heilige, gesegnet sei er, über die Egypter in Egypten gebracht hat und folgendes sind sie: Blut, Frösche, Ungeziefer, Gewild, Pest, Entzündung, Hagel, Heuschrecken, Finsterniß, das Erschlagen der Erstgeborenen.*) Rabbi Jehuda gab dafür die Zeichen: Dezach, Adasch, Beachab. :dmod ona jnu rrn nnvr »an .a'tisa arny p"rrn Unsere Altborderen wußten sehr wohl, was sie thaten, da sie uns in der Agadah unseres Passahfestes das Gedächtuiß dieser Erlösung nicht nur allgemein als Errettung aus einstiger Sklaverei feiern lassen, sondern unseren Blick auf all die einzelnen Momente richten, die vorzüglich geeignet sind, die ganze Vermessenheit des egyptischen Egoismus, die ganze preisgegebene Hilflosigkeit unserer Väter, insbesondere aber alle die einzelnen Seiten dieser großen Gottcsthat in Helles Licht zu setzen, die uns eben Gott in seiner über alles hohen und über alles unmittelbar nahen, persönlichen, freien Wallung offenbaren. Die „starke Hand", die sich als Herr und Meister, eben des Strom es erwies, der die Lebensader des Daseins und der Blüthe Egyptens bildet, dessen Wellen sie in Blut umwandelt, und aus dessen Schoße sie die Frö sch e über das Land ergoß, — *) Der Umstand, daß --an die Pest, als die fünfte Plage auftrat, dürfte auch ein Licht darauf werfen, daß hier gerade: nan die Gottes - H and gefeiert wird. Die dritte Plage hat den egyptischen Ehartumim das Bekenntniß von dem „Finger Gottes" abgerungen, der hier sichtbar wurde. Für die anderen Plagen, die ihre Künste nachzubilden vermochte, leugneten sie das Eingreifen Gottes. Moscheh will aber Pharao zum Bewußtsein bringen, daß Gottes Finger in jeder einzelnen Plage waltete. Manifestirt aber jede einzelne Plage einen Finger Gottes, so war mit der fünften Plage die ganze Gotteshand für Israel eingetreten. Teßhalb fjpca nnn 'n v run und nann n nprn T. — Wir verdanken diese Erklärung Herrn Cantor Schnerb in Merzig a. S. - Dieselbe Erklärung wird auch von Rabbi Elieser Aschkenasi in feinem Eommentar zur Peßach-Hagada gegeben. der „g estreckt e Arm", der mitten in das Getriebe des egyptischen Staatenlebens hineingriff, und ihnen den Boden entzog, indem er den Staub unter ihren Füßen zu Ungeziefer belebte und das Gewi ld aus den Wäldern in die Wohnungsstätten der Menschen entließ, — die „furchtbare Macht", die sich an den lebendigen Leibern der Thiere und der Menschen offenbart, und jene mit Pest und diese mit Aussatz heimsuchte, — die „Zei ch e n" aus der Höhe, die sie endlich ihres kommenden Herrn und Richters bis zum Geständniß der Schuld inne werden ließen, und in Hagel und Heu schreck Verderben und Vernichtung aus den Lüften auf die Früchte des Ackerbaus, Egyptens Reichthum und Stolz niederschleuderten, — die endlich den „Starrsinn bezwingend en" Schickungen, die den irdischen Quell alles Daseins und Lebens, das Sonnenlicht und das Leben selber in der athmenden Menschenbrust antasteten und jenes für die Egypter in Finstern iß erlöschen und dieses in ihren Erstgeborenen Hinsterben ließen. — Oder die Betrachtung R. Jehudas, die die Gottesschickungen also gruppirt, daß ^sn die frei* gebietende Allmacht in Beherrschung des Unorganischen, in Beherrschung des Wassers und der Erde, wny in Beherrschung der lebendigen Organismen, n"wa in Beherrschung der das Pflanzen - leben bedingenden atmosphärischen Erscheinungen offenbar machte, worauf dann die von vornherein verkündete Strafe „a" im Sterben der Erstgeborenen erfolgte. — Die Betrachtungen endlich, die darauf Hinweisen, wie alle diese Schickungen nicht auf bloße physikalische Erscheinungen auftraten, über deren Erklärung man höchstens im Dunkel geblieben, weil man sie aus sonst bekannten analogen Ursachen abzuleiten sich außer Stande gesehen, wie vielmehr eine jede derselben auf ihren moralische nUrsprung ganz offenbar hinwies und ihre Ursache in dem s ittlichen Verhalten der Egypter suchen ließ eine jede __D'yn onVd nrfctpo ,nnsi ,nyn ,maj/ ,ien pon offenbarte, eine jede sich als Verhängniß dessen ankündigte, der, über Natur- und Menschenwelt gebietend, sein Auge hat auf die Handlungen der Menschen und Völker, den die Schandthaten der Sterblichen „erzürnen", der, wenn er zürnt, „eingreifend heraustritt" aus seiner verhüllten Unsichtbarkeit, Menschen und Völker „scheltend", ihre Verworfenheit, und durch die „Noth" ihre Ohnmacht inne werden läßt und als dessen „Botschaft" die Leiden bringenden Verhängnisse zu den Menschen kommen, — wie dies alles in vorangehenden, warnenden Verkündigungen, in dem zur frei bestimmten Zeit eintreffenden Aufhören, sowie in der Unterscheidung der schuldigen Egypter und der mitten unter all diesen Ereignissen unbe-