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Der Israelit · 1892-04-04 · Heft 27 (4.4.1892) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 27 (4.4.1892)
Date
1892-04-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXxrn. Jahrgang. / ’m *27. Der Israelis Ein Hentrat-Hrgan für das orthodo.re IudenIHum. Begründet von I>r. Lehmann in Ma^r.z. Montag, den 4. April 5652 (1892). Neiieiilgctreteue Wtiouucutcu erhalten die bis jetzt erschienenen Kapitel der beiden Erzählungen: „Der Günstling des Czaren" u. „Die Familie y Aguillar" auf Verlangen gratis und franco nachgclicsert. Die Expedition des „Israelit". Leitende Artikel. Kagadaß schel ^eßach. zEeklänmg der Gebete und Erzählungen für die Seder-Abende.) S e ch st e Serie VII Mainz, den 2. April. D'otto D’nDio Tinr- -iönjw nos mn n* cnsioai nnom ttw di psm M it Wundern: d. i. das Blut, wie es gesagt ist (Jovl III. 3.) „Ich gebe Wunder am Himmel und auf Erden, Blut und Feuer und Rauchsäulen." Die Wunder, welche Gott in Egypten vollzog, um sein Volk zu befreien, erblickt die Hagadah schel Peßach am nachdrücklichsten in dem Blute manifestirt, in welches sich das Wasser des Nils auf Gottes Geheiß verwandelte. Der Nil ist die Lebensader des ganzen Egypterlandes. In Egypten fällt nie oder doch sehr selten Regen nieder. Das Austreteu des Nil und sein Uebersluthen des ganzen Landes ersetzen reichlich alle atmosphärischen Niederschläge. Deßhalb wurden der Nil und seine Bewohner, die Krokodile von den allen Egyplern abgöttisch verehrt. Indem nun der Nil in einen Blutstrom verwandelt und seine Thierwelt getödtet wurde, empfing die egyptische Machtherrlichkeit ihren empfindlichsten Stoß. Der Gegenstand ihrer abgöttischen Verehrung war ihnen zum Ekel geworden. Welche Einbuße ihnen auch die folgenden Plagen an Gut und Blut bringen mochten, die Blutwellcn des Nilstroms haben das Egyptervolk die Existenz einer Macht gelehrt, mit welcher sie sich nicht messen konnten. Das Wunder des blutig dahin strömenden Nil, bildet daher gewissermaßen die Einleitung für alle folgenden Wunder, den „rotheu Faden", der sich durch alles Folgende hindurchzieht. Vielleicht versteht auch unsere Hagadah unter den Wundern in der That alle zehn Plagen, und beschränkt sich nur darauf die erste derselben anzuführen. So werden auch die Zeichen und Wunder, welche einst die Erlösung der gesammten Menschheit besiegeln, mit Blut eingcleitet, wie dies die angeführten Worte des Propheten Jotzl bezeugen. Eine Schwierigkeit bietet jedoch sowohl für diese Erklärung, als die der vorhergehenden Aofchnilte folgende Erwägung. — Vergegenwärtigen wir uns den Unistaiid, daß der Baal Hagadah aus dem V. C. M. 26. 5. mitgetheilten Bekenntniß desjenigen, der seine Erstlingsfrüchtc zum Tempelheiligthum bringt, den Satz zur Erklärung herausgreifl: rn onsoD DTB'ioai rvntai V'.-u ntict. rrcj ynm np:n. „Es führte uns Gott ans Mizrajim mit starker Hand, mit ansgestrccktem Arm. mit großer Furchtbarkeit, iiitt Zeichen und mit Wundern." Nach der bisherigen Erklärung ist die starke Goäeshand, die Pst, der ausgeftreckie Gottcsarm das Schwert, die große Furchtbarkeit, die Enthüllung der Schechina, die Zeichen sind der Stab, die Wunder, das Blut. — Man mag diese Deutung noch so zutreffend finden, so erscheint es doch auffällig, daß derjenige, der in einem gehobenen Moment das Gcdächtniß der Wundermallung Gottes bei dem Auszug aus Egypten feiern will, nur einzelne Momente herausgreift und andere ebenso scheinbar wichtige und vielleicht noch viel bedeutsamere gänzlich mit Stillschweigen übergeht. So sind von den zehn Plagen nur die erste und

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