Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 26 (31.3.1892)
- Date
- 1892-03-31
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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518 riten, „mein Kraft besteht im Gebet" (vgl. 1 B. M. 27, 22). — Als Sänger offenbart uns sich der Fuchs in nachstehender Fabel: Einst gab, so erzählte R. Ptnchas3 4 *), ein Löwe dem ganzen Thierreiche ein Gaftmahl und ließ zu diesem Behufe die Decke seines Zeltes mit den Fellen der von ihm erlegten Löwen und anderen wilden Thiere behängen. Da sich nun die Gäste freuten, zu sehen, daß so viele ihrer Todfeinde erschlagen waren, und sich beim Mahle mit Speise und Trank gütlich gethan hatten, sprachen sie: Möchte uns doch jemand ein Lied vortragen. Da richteten sie ihre Augen auf den Fuchs. Der aber sprach: IWollet ihr mir nachsingen, was ich euch vorsinge? Und als sie es bejahten, sprach er, indem er seine Blicke nach den oben aufgehängten Fällen wendete: Der uns die da oben sehen ließ, möge uns auch die der unteren sehen lassen! — So — und damit folgt die Anwendung der Fabel, anläßlich von Esther 3, 1 — wie uns Gott das Hängen des Bigthan und Theresch hat sehen lassen, möge er uns auch den Sturz Hamans sehen lassen; Er, der den ersteren heimzahlte, möge auch die letzteren bestrafen ^). — Daß sich der Schluß der Apostrophe recht gut auf die Römer beziehen lasse, hat Back a. a. O. S. ,499 auseinandergesetzt. — Jedenfalls bleibt es bcachtenswerth, daß in der vorletzten Fabel der Fuchs selbst als Fabeldichter auftritt, ja sogar selbst vorgiebt, 300, d. h. ebensoviele Fabeln zu kennen, als R. Meir und Bar Kappara gekannt haben sollen. Entweder man bezeichnete die Thierfabeln als „Fuchsfabeln", weil der Fu chs hier solche kennt, oder man schrieb hier dem Fuchs die Kenntniß von 300 (einer runden Zahl) Fabeln zu, weil man in dem Berichte über R. Meirs Fabeldichtung von 300 Fuchs fabeln hörte und glaubte, dies seien Fabeln, die der Fuchs vorgetragen. Ersteres scheint wahrscheinlicher. Der ursprüngliche umfassende Name für derartige Dichtungen war wohl „Mascha!" ($wd.) Wir lassen hier die Fabel: „Der Esel als Zöllner" in derjenigen Lesart folgen, welche sich uns aus dem Midrasch haggadol (Ms. or. qu. 1205 der Köu. Bibl. in Berlin ergiebig. Dieser 3) So ist im Jalk. zu corrigiren. 4) Aus dem Midr. Abba Gorion in Jellin. Beth-Ham- Midrasch I (auch in Esth. r. VII, 3 (11b) und Jalk. II, 8 1054). Daß u. A. auch der Jalk. die Jabel aus d. Midr. Abba Gorion (nicht aus Esth. r., wie in den Edd. angegeben), geht des. daraus hervor, daß sich auch unmittelbar vorher im Jalk. ein Citat aus Abb. Gor. findet. Uebrigens ist ja, wie Jell. bereits nachgewiesen, auch Esth. r. nur eine Umarbeitung jenes (vgl. Grätz, Mtsfchr. 1853, 347.) — Statt ’öm X. bei Jell. 'nnw (Aphel). Der Midr. Abba Gor. liegt uns jetzt in den auf Grund mehrerer Handschr. von Bub er publicirten Nn-UNl n£D, Wilna 1886 vor. Vgl. zu uns. St. daselbst S. 11a und die etwas kürzere Fassung im onriN D’JD Brno (ib. p. 25 a); des. Midr. lekach tob (ib. p. 49 a) 6) Wie ich nachträglich bemerke, ist diese Fabel neuer- Midrasch soll, nach einer aus Jemen mitgebrachten Nachricht, von Abraham, dem Sohn Maimunis, verfaßt worden sein 6). Nach einer Angabe im 4. Bde. jedoch ist er im Jahre 1791 (nach seleuctd. Aera), d. h. 1480 der ü. Z. vollendet worden. Das könnte vielleicht mit dem übereinstimmen, was Ko Hut a. a. O. Nr. 6 (8. 15 a) über den Verf. des Midrasch berichtet. — Im Anschluß an 2 B. Mos. 5, 2 heißt es hier nun, Pharao wäre in seiner Verstocktheit einem Esel zu vergleichen, welchen man über den Grenzzoll gesetzt hatte, den ein Jeder entrichten sollte. Einst zog nun der Löwe im Reiche der Thiere, und der Fuchs, der klügste Bewohner des Feldes, vorüber. Der Esel, seines Auftrages eingedenk, forderte auch von ihnen den Tribut. „Siehst du nicht, wies ihn der Fuchs ab, daß du es wagst, an den König selbst deine Forderung zu richten?" — Wohl weiß ich es, erwiderte der Esel, und dennoch darf er nicht weiter ziehen, bevor er den Zoll entrichtet. — „Mir scheint, mahnte der Fuchs, bislang batest du nur um den Zoll; bald aber wirst du um dein Leben bitten. Latz also von deiner Forderung ab, bevor der König seine Hand nach dir ausstreckt!" — Der Esel mochte nicht hören. Da suchte ihn der Fuchs durch Gesticulationen und Stoßen von seinem Platze zu bringen; aber auch darauf wollte jener nicht achten. — Da sprach der Löwe, dies bemerkend: „Nicht will ich ferner seine Thorhett ertragen!" Mit diesen Worten warf er den Esel zu Boden und riß ihn in Stücke. Dem Fuchs aber befahl er, die Stücke zum Fraß zu apportiren. Dieser aber hatte sich längst das Herz herausgesucht und heimlich verzehrt. Die übrigen Stücke brachte er vor seinen König. Als dieser die Eingeweide des Esels untersuchte und dessen Herz nicht fand, rief er den Fuchs zu sich heran und fragte ihn nach dem Verbleibe des Herzens. Der Fuchs aber sprach: „Mein Herr und Gebieter! Ein Weiser, wie du, fragt Solches? Hätte jener ein Herz besessen, wie hätte er es dahin kommen lassen, daß er Wegendes Zolles sein Leben verlor?" Der überlistete König konnte nur die Worte des schlauen Fuchses bestätigen.7) _ (Fortsetzung folgt.) dings, ohne Angabe der Parallele im Jalk. 1, § 182, von Ko Hut im Jüd. Lit.-Bl. 1892, Nr. 5 (S. 19) in der Uebersetzung publieirt worden. °) Vgl. Hoffmann. Ueber eine Mech. zu Deut, in der Jubelschr. zu Ehren Dr. Hildesh. ') Der ausführliche Midr. fügt, das Gleichniß übertragend aus: Gott ist der Löwe und Moscheh der Fuchs. Vgl. Kohut a. a. O. Wir lassen auch den noch nicht publicirten hebr. Wortlaut der Fabel folgen: 'Nlsx^L'2 n&’c t'Ptt non rvn hdP ncx pj: nucsj* TEnP .xpipa yoiPN im n 'ü iP idni opc bv nns Di?2 .iddd iP pu “rajw ’E Dncn nPy nny Tyncrm nxn p nvrotp npei msraatp 'P wn pp ,d"n Pe p~nn .dee pE utiü,P inpo 'ms msx ’niN nre "Pen pp een ,*p’ö hei iP den ,’dee