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Der Israelit · 1892-03-31 · Heft 26 (31.3.1892) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 26 (31.3.1892)
Date
1892-03-31
Page
– (sequence 21)
Language
German
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XXXlil. Jahrgang. Miffenschastl. Beilage;«M 26 d-- „Israelit“. Aus dem Reiche der ulllüdlscheu Fabel. Bernhard Königsberger. (Fortsetzung. *) Wir kehren von diesen beiden alten Naturfabeln zur Thierfabel zurück: Der Löwe und der Kranich. „Einem Löwen war einst auf einem Beutezuge ein Knochen in der Kehle stecken geblieben. — Wer mir denselben herauszieht, rief er aus, dem gebe ich eine angemessene Belohnung. — Da kam der egyptische Kranich, der einen langen Hals hat, zog den Knochen heraus und sprach: Gieb mir jetzt meinen Lohn! — Freue dich doch, vertröstete ihn der aus der Gefahr befreite Löwe, daß du meinem Rachen heil entkommen bist!2) — Ueberaus charakteristisch für diese Gattung der Poesie und namentlich für die Erklärung des Ausdruckes „F u ch s f a b e l n" ist folgende Erzählung, welche, wie nach den einleitenden Worten zu schließen ist, R. L e v i in lebhafter Bewegung dem Volke vortrug. Er tritt sofort in die Erzählung ein: „Der Löwe zürnte über die Haus- und Waldthiere. Da berathschlagten sie, wer ihn besänftigen sollte. Sogleich erbot sich der Fuchs für diese Sendung: er verstünde dreihundert Gleichnisse (Fabeln), durch deren Erzählung er den Löwen beruhigen wollte. Kaum hatte er jedoch seine Reise angetreten, so blieb er stehen und erklärte auf Befragen seiner Begleiter, er habe hundert vergessen. — Du wirst auch mit zweihundert Erfolg haben, riefen sie ihm zu. — Kaum war er jedoch wieder aufgcbrochen, so gab er vor, auch das zweite Hundert vergessen zu haben, und als er mit seinen Genossen ans Ziel kam, sprach er, da er Angst bekam: Ich habe alle vergessen. Ein jeder sehe zu, *) Bez. der in der Wiss. Beil, zu Nr. 14 21 tun. 3 vorgeschlagenen Lesart verweise ich noch auf die Fortsetzung meiner ausführl. Besprechung von Bacher's empfehlenswerther „Agada der poläst. Amoräer", Bd. 1., in Nr. 10 des Jüd. Lit.-Bl., wo wir die bessere Lesart äS'tP'xT. (im Midr.) unter Hinweis auf Straschun's Midr. rabb. zu Deut. 1, 3 Bemerkung Vorschlägen. — Im Midrhachef. findet sich folgende Bemerkung: lPP'L'NEP (sic) EELJ'Nl .E\r-in e\nep eePpi Pnee" eee'ne' ce'stni npn topn Pn Int Midr. Hagg. (11s. 1208) z. 3t. begegnen wir nach verschiedenen, nicht hierhergehörigen Deutungen einer etwas anderen, reichhaltigeren Auffassung, die wir hierher setzen wollen: E'DPEPP EpPl 'EtP'PE’ EEE 'NEP '’IC'NI N" (Ez. 3, 17. 18 21.) . . . EIN p PI PIN* EP’ ]'jyp (aTiap/Og) mEelp epu p:n im Toycn Pp 'nep ‘’K'ni nme EPSPP EE’E’NI NIE |U“1 {"E _ EN \NEP EE'E'Nl ‘Mt EPiyP 1NP ENI (Deut. 17. 15.) *]PE *]'Py E'E'E E'E' 'Mt lEyp (Lev. 26, 31) 'EpE PIN 'E'EE'EI 'Mt fjyP 'N53P EE'E'N* (2 Chron. 33, 23.) EEE'N EPEE PEN N'E ’P EE' sEyPl. H Ber. r. 64 u. Jalk. I 8 Hl zu Gen. 26, 29 Back 1876, 197 ff-, des. Anm. 2. Die Fabel wird auch im Meor Enajim Cop. 16 (ei. Cassel S. 218) erwähnt; doch fehlt j hier die Bezeichnnug des Kranichs als egyptisch. l wie er den Löwen für seinen Theil besänftige2) — Die Fabel selbst in ihrem Berhältniß zu dem zu erklärenden Bibeltexte hat Back richtig erfaßt und dargestellt. Wir fügen jedoch noch Folgendes hinzu: Nach der Erzählung der Heil. Schrift — und das ist bezeichnend für die genaue Exegese der jüd. Weisen, — mochte es auffallen, daß (vgl. 1 Buch Mos. 32, 10—13) zuerst Jakob betete, alsdann (Nr. 14 ff.) das Geschenk herrichtete und erst zuletzt (Kap. 33 Ans.) die eigentliche Vorbereitung für den eventuellen Kampf traf. Man hätte erwartet, daß das Gebet alle Vorkehrungen für das Zusammentreffen mit Esau beschließen würde, und deßhalb glaubte R. Levi die Reihenfolge der Handlungen Jakobs durch obiges Gleichniß illustriren zu sollen. Die Schlußworte R. Levis bezw. der Handlungsweise Jakobs, sind (mit Back) als Trost der Seinigen aufzufassen, und es mußte die kriegerische Vorbereitung hervorgehoben werden ('2 vr non^o iny^ ro), weil Jakob, trotzdem er eben einen Engel siegreich überwunden, angesichts des Anzuges seines Bruders die ruhige, selbstbewußte Fassung im Interesse der Seinen verloren zu haben scheint. R. Jehudah b. Simon aber, hebt den Umstand hervor, der Jakobs Gesinnung am besten charakterisirt. Trotz der in gleichen Fällen gewöhnlichen Angst und Ueberstürzung der Menschen, verliert er sein unerschütterliches Gottvertrauen nicht, und das Erste, was er thut, daß er sich bittend an seinen himmlischen Vater wendet: *]ny^> he ei bt * 2) Ber. r. 78, 7 (Jalk. § 133). B a ck a. a. O. S. 493 ff. B. hat nicht recht, wenn er das pitiipt des Jalk. für richtiger hält als das NE'PE (nicht NEIDE ist zu lesen) in Ber. r. Letzteres ist (vgl. S Straschun z. St.) das eig. Fargum von pp — Zu dem Worte EEPL, wofür EEPL zu lesen ist, vgl. außer Ko hn in Mtsschr. 1876 S. 267 jetzt noch Levy, neuhebr. Wtb. IV, 163 d und T. W. II, 574 b. S. auch Fleischer' s Nachtr. hierzu. Es ist zusgs. aus PD „Fäserchen" (vgl. Cholin 124a) und EE. (F ürst im Mgz. f. d. Miss. d. Jud 1890, 260.) Uebrigens findet sich auch im handschr. Bibelcodex 1106 der B>esl. Stadtbibl. im Targum zu Hiob 36, 1 EEP'E (wie auch im gedruckten Targum, bes. zu Jes. 10, 25. 16, 14 u. a.) Die richtige Schreibung des Wortes finden wir auch in dem correcten Midrasch Haggadol z. St., wo in der Erzählung der Fabel allerdings eine kleine, leicht zu ergänzende Lücke sich findet: nrnn pyi ptieepe Py ns oyp een e>-p eP 'e een D'P PEN N?J?E PEP EEN .p’Py E'E' E'DE> PEN (NE 'EEN iED'EE PEEN -EE'E D'DE f'CNt j'PPE ENE EPE >'E' NENE l'EP'E EE'EE'N PEp 'EN 'NE E'P j'EEN .CPp* EE P'E P*N ,pEP EENEP E'N E'P PEEN -EENE (D'D' EE' EE Pp pCN EE* EE ‘“D NPN PEP'P E'EE'N PEP 'EN ,PEpt EE PD LE>TN : E'E'P3 Py E'D’ Zu den eingeklammerten Worten, welche zum Ende gehören. war der Schreiber irrthümlich zu früh übergegangen und überstrich sie, um zu tilgen. Dadurch mag er dann das fehlende iLtück, welches mit den folgenden Worten übereinstimmt, übersehen haben.

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