Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 26 (31.3.1892)
- Date
- 1892-03-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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498 Religionsunterricht ist aber gerade dazu angethan, auch in die Einheit, die die Humanitären Bestrebungen zwischen beiden Parteien aufrecht erhalten, zum Schaden der Gesammtheit zu stören. Der Beschluß des Gemeindetags ist daher im Interesse des Friedens aufs Tiefste zu bedauern; hoffentlich macht der Ausschuß durch Ablehnung des Antrags den Fehler wieder gut. Daß sogar noch orthodoxe Stimmen sich für diesen Antrag auf dem Gemeindetage erheben konnten, ist das Wunderlichste in der ganzen Geschichte. Kagadah schek Weßach. (Erklärung der Gebete und Erzählungen für die Seder-Abende.) Sechste Serie VI Mainz, den 28. März, mn ritten nw 20nto tod ntron n: mniK2i .nrwn rw 12 n»j/n ton *p»2 npn Mit Zeichen, das ist der Stab, wie es gesagt ist (2. B. M., 4. 17): Diesen Stab nehme in deine Hand, mit dem du die Zeichen thun sollst." „Daß es nicht blind würfelnde Naturmächte, sondern daß es von Gott gesandte Zeichen waren, welche als Plagen Egypten und seine Könige heimsuchten, das erblickt unsere Hagadah in dem Stabe gewährleistet, den Moses auf Gottes Geheiß führte. Es gehört zu den charakteristischen Waltungsweisen Gottes, daß er große, hohe Ziele mit so kleinen, unzureichenden Mitteln herbeiführt, daß man in dieser winzigen Unscheinbarkeit der Mittel erst die Spuren von Gottes Walten in ihrer ganzen Wundergröße zu ahnen vermag. TO *inVnj ssro nnNip nipo ^22 pm' '22 ton .inunuy Näiö ton n"apn Ueberall wo Du Gottes Größe findest, findest Du seine Herablassung, bemerkt in diesem Sinne Rabbi Jochanan. (Megilla 31 a). Wenn Gott sein dem Untergang geweihtes Volk erretten will, sendet er die Rettung durch ein verwaistes, jüdisches Mädchen, das er zur Königin erhebt. Wenn Gott seinem Volke einen König senden will, an dessen späten Sprößling sich einst die Erlösung der ganzen Menschheit knüpfen soll, so wählt ser von den Söhnen Jischai's den jüngsten, unscheinbarsten aus. Wenn den Zerstörer des Gottesheiligthums sein Geschick erreichen soll, so wählt er eine schwache Fliege als Botin. Wenn Gott sein Wort der Menschheit anvertrauen will, so wählt er unter allen Völkern das numerisch kleinste und materiell schwächste. BTTO 22JD2^N '22 TON ni2D N^> 'N nntf “QKM 2b bj n"2pn ^>2N b wn 'nu 21TO 622 dn m '*92166 ND12PI ,2> ’22ffjV ‘l 2NP DH 0'22tW TO'tTOn 62 .n*2n N^> 'n .222N 22^ 2!? ,2b Ein zerbrochenes und zerdrücktes Gemüth wirst Du 0 Gott nicht verachten (Ps. 51.) Zn diesen Worten merkt Rabbi Alexander an: Wenn ein gewöhnlicher Mensch ein zerbrochenes Gefäß verwendet, so setzt ihn das in der Achtung herab, aber die Werkzeuge des Heiligen, gesegnet sei er, sind alle gebrochen, er ist nahe den gebrochenen Gemüthern, er heilt die gebrochenen Gemüther, ein gebrochenes und gedrücktes Gemüth wirst Du o Gott nicht verachten. (Midrasch Jalkut zu Ps. 51.) Nirgends vielleicht tritt diese Waltungsweise handgreiflicher zu Tage, als bei der Befreiung Israels aus Egypten. Es galt das mächtigste Culturvolk und seinen hartnäckigen Fürsten zu überwinden und ihm die Herrschaft über gewaltsam unterdrückte, hilflose Menschen streitig zu machen. Der Vater der Menschheit sendet zu diesem Zweck an den Thron des Gewaltigen einen Boten, der nicht einmal die Gewandtheit der Rede besitzt und stattet ihn aus, nicht mit einer Armee und Geschossen, nicht mit Subsidien irgend welcher Art, mit nichts als mit einem — Stocke. Wenn Goliath David, als er ihm mit einem Stock entgegentrat, höhnisch zurief: TON '2 'swayan n6poa 6n n2 „Bin ich ein Hund, daß Du mit Stöcken auf mich loskommst?" wie mögen dann Pharao und alle Würdenträger der egyptischen Krone erst den Boten Gottes laut und leise verspottet haben, der ein Volk bezwingen und befreien will, und dazu kein anderes sinnlich wahrnehmbares Mittel hat, als den Stock in seiner Hand! Und doch waren diese äußere Machtlosigkeit und diese scheinbare Unzulänglichkeit aller materiellen Mittel die lautesten Zeugen und „Zeichen" seiner göttlichen Sendung. Als Moscheh zu Gott sprach: Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehe und daß ich die Kinder Israels aus Mizrajim führen soll, wird ihm daher die Antwort: *py hmn '2 „Weil ich mit dir sein werde! Und eben dies wird für dich „das Zeichen" sein, daß ich Dich gesandt habe. Wenn Du das Volk aus Mizrajim führst, werdet ihr Gottes Diener werden an diesem Berg." Auf die dann folgenden Bedenken Moschehs, daß Israel ihm keinen Glauben und nicht einmal Gehör schenken werde, wird ihm der Hinweis auf den Stab in seiner Hand. „Gott sprach zu ihm, was ist dies in Deiner Hand? '2p m no *jt3 nie — Er sprach: Ein Stab. Er sprach: Wirf ihn zur Erde. Er warf ihn zur Erde, da ward er zu einer Schlange und Moscheh floh vor ihr. — Da sprach Gott zu Moscheh: Strecke Deine Hand aus und fasse an ihren Schwanz. Er streckte seine Hand aus und ergriff sie, da ward sie zu einem Stabe in seiner Hand. Damit sie glauben, daß dir Gott,