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Der Israelit · 1892-03-24 · Heft 24 (24.3.1892) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 24 (24.3.1892)
Date
1892-03-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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463 ihre Kinder! Sie bleiben taub gegen ihre Bitten und Vorstellungen und rtsktren lieber das Leben ihrer Kinder und dann das eigene Leben, bevor sie ihren Heloten die Freiheit geben. Der Arm eines Helden ist nur furchtbar durch den Schlag, den er damit führt. Wenn aber Gott seinen Arm nur neigt, wenn er den Schlag nur verkündet, so hat sein bloß ausgestrcckter Arm, die bloße Ankündigung seines Schlags eine Verwirrung und Niederlage zur Folge, die durch den Schlag selbst kaum mehr übertroffen wird. Der ausgestreckte Arm ist das Schwert, das die Kinder gegen ihre Eltern führten, der dann folgende Schlag des Armes ist das Sterben der Kinder in der Freiheitsstunde des von hundertjähriger Schmach erlösten Volkes. Jedem Schlag, den jede der zehn Plagen für Egypten bedeutete, ging mit der Ankündigung und Warnung das Ausstrecken des Gottesarmes voran. Mit jeder neuen Katastrophe machte sich die Auflehnung gegen diesen Ruin des ganzen Landes sogar bei den Dienern Pharaos mehr und mehr geltend und immer lauter kleidete die Opposition gegen diese Bedrückungssysteme sich in die an Pharao gerichtete Mahnung: Lasse die Männer ziehen und Gott, ihrem Gott, dienen, merkst du noch nicht, daß Egypten zu Grunde geht? (2. B. M., 10, 7.) Ihren Höhepunkt aber hatte diese Gährung in dem Schwert erreicht, das die egyptischen Erstgeborenen gegen ihre Erzeuger zogen auf die bloße Ankündigung des letzten Schlages hin, aus das bloße Ausstrccken des Gottesarmes, der diesen Schlag führen sollte. Deßhalb erblickt die Hagadah schel Peßach den ausgestreckten Gottesarm in dem Schwert und lehrt: ine» m lairp 71123 avn n mtsj ynm .ü^BnT by (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Mainz, 23. März. Am kommenden p'j m sind es 25 Jahre, daß Herr Districtsrabbiner Bamberger "M in Kissingen als Rabbiner in Funktion getreten ist. Herr Rabbiner Bamberger, in den weitesten Kreisen durch seine große Gelehrsamkeit und wahrhaft innige Frömmigkeit bekannt, kann mit voller Befriedigung auf seine bisherige so überaus segensreiche Wirksamkeit zurückschauen, durch die er sich die Hochachtung und Liebe seiner Gemeinden und hohes Ansehen bei zahlreichen Glaubensgenossen in der Nähe und Ferne erworben. Wie wir hören, wird sein Jubiläum von der Gemeinde Kissingen und dem DMicte in feierlicher Weise begangen werden, wozu bereits alle Vor« bereitungen getroffen sind. Unsere besten und aufrichtigsten Glückwünsche begleiten Herrn Districtsrabbiner Bamberger zu seinem Freudentage. Möge es ihm auch fernerhin vergönnt sein, so thatkräftig wie bisher für unsere hl. Religion und >«22" ^2 nru? einzutreten. Y'ox. Eydtkuhnen, 15. März. Infolge Erkrankungen an Scharlach unter den in der hiesigen Baracke aufgenommenen israelitischen Auswanderern hat die Baracke geräumt werden müssen. Da Amerika die Annahme dieser Auswanderer noch immer verweigert, sind die Familien, ca. 80 an der Zahl, vorgestern nach Rußland zurückgebracht worden. Ein Theil ist in Kibarty geblieben. Die Leute erhalten dort von dem hiesigen Hilfs-KomitL Unterstützungen und ist die Rückkehr derselben in etwa -i Wochen in Aussicht genommen. Thorrr, 18. März. Täglich passiren den hies. Bahnhof große Trupps von Juden, die ans Rußland nach Argentinien auswandern wollen. Allein gestern betrug die Zahl der Auswanderer über 400. Pakosch (Poseul. Die hiesige Gemeinde entbehrt noch immer einer mpo; unser Vorstand ist gegen den Bau einer solchen, obgleich die Gemeinde 30 Mitglieder zählt und viele derselben dringend die Ausführung des Baues wünschen. Vielleicht bewirkt die Veröffentlichung dieses Mißstandes eine Besserung. Ballenstedt. Am 712127 's rote* ist dahier der Rentier Herr Leopold P e s s e l, ein streng frommer Mann und echter mir gestorben, der sich durch seine Wohltbütigkeit und religiöse Begeisterung bei Juden und Ntchtjuden einen ehrenvollen Namen erworben hat. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien, 16. März. In der heutigen Gemeinderathssitznng regnete es förmlich Beleidigungen, Ordnungsrufe, Rechtsverwahrungen und Verrücktheiten. Die ärgste hatte den antisemitischen Gemeinderath Greg orig, der heute von all' den sonderbaren Reden, die er bisher gehalten hat, die sonderbarste zum Besten gab, zum bedauernswerthen Urheber. Er beschuldigte die Juden, Meuchelmörder gegen ihn gedungen zu haben. Unter Anderem sagte er, man habe die Sozialdemokratie gegen ihn gehetzt. Dieses Eorps der Rache erschien bei seinem Geschäftslokale, um daselbst zu demonstriren, was aber von der Polizei verhindert wurde. (Von diesem Vorfälle ist gar nichts bekannt.) Nach den Berichten, die ihm zugekommen seien, plane man aber sogar Aergeres gegen ihn, man wolle sogar Mörder gegen ihn aufnehmen, nachdem man ihn finanziell nicht zu Grunde richten konnte. (Ironischer Bei-

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