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Der Israelit · 1892-03-24 · Heft 24 (24.3.1892) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 24 (24.3.1892)
Date
1892-03-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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so muß ein solches Ereigniß auch dem Trotzigsten das Geständniß eines höheren Waltens abringen. Das war die starke Hand Gottes, die sich in dem Hinsterben der Hausthtere der Egypter bemerkbar machte. Wenn diese Gotteshand die vcrnunftlose Kreatur den Tod erleiden läßt, um die Vergewaltigung zu sühnen, welche ihre Eigenthümer an dem jüdischen Stamme durch brutale Verkümmerung seiner Menschenrechte verübten, dann lag der Hinweis auf die Folgen nahe, welche die Verkennung eines solchen göttlichen Fingerzeigs nach sich ziehen müsse. Auf dieses Zeichen der Gotteshand folgt dann der ausgestreckte Gottes a r m, der seine Mahnung noch eindringlicher zum Ausdruck bringt, vva ne&p *:nm mm ,mm u mxj yn'i' .D'bwn' bv .tiüj „Mit ansgestrecktem Arm, d. i. das Schwert, wie cs gesagt ist (I B. der Chronik 21. 16.): „Das gezückte Schwert in seiner Hand, ausgestreckt auf Jerusalem." Unter den mannigfachen Plagen, welche die Egypter traf, finden wir in der Thora nirgends eine Heimsuchung durch das Schwert erwähnt. Die Belegstelle, welche die Hagadah beibringt, macht die Sache noch schwieriger. Die Stelle handelt gar nicht von einem Vorgang in Egnpten, sondern von Jerusalem. Vielleicht dürfte sich eine Schwierigkeit durch die andere heben lassen. Vergegenwärtigen wir uns die Bedeutung der Stelle aus dem ersten Buche der Chronik in ihrem Zusammenhänge. - Cs ist dort von der gegen den Willen G ttes erfolgten Zählung Israels durch Üönig David die Rede und den betrübenden Folgen, die sie hatte. David sollte wählen zwischen Hunger, Feindesschwert ymx mn und Pest nm, die aber hier ausdrücklich 'n mn im Gegensatz zu -pmx mn genannt wird. David entschied sich für das letztere. Die Pest trat ein, forderte ihre Opfer und Gott entsandte einen Engel nach Jerusalem, um es zu verderben, gebot ihm aber Stillstand, bevor er zur Erde kam. David sah den Engel zwischen Himmel und Erde stehend bv nnuj lma nnm und sein Schwert gezückt in seiner Hand, ausgeftreckt auf Jeruscholajim. Dieses Schwert sollte den Tod durch Pest über Jerusalem bringen,- und wenn zur Erklärung des Schwertes, welches der ausgeftreckte Gottesarm in Egypten bedeutet, auf jene Stelle verwiesen wird, so soll durch diesen Hinweis uns gesagt werden, daß es sich hier nicht um ein concretes Schwert, sondern um einen raschen, plötzlichen Tod handelt, wie er sich beim Sterben der Erstgeborenen vollzog. Nach der Auffassung vieler Erklärer aber ist 462 unter dem Schwert, in dem sich der ausgestreckte Gottesarm bekundet, in der That eine Niederlage durch das Schwert verstanden, die unS durch mündliche Ueberlieferung bekannt ist. Als nämlich die zehnte Plage, das Sterben aller Erstgeborenen durch Moscheh verkündet wurde, falls die Egypter Israel nicht ziehen lassen, da erhoben sich die für ihr Leben fürchtenden Erstgeborenen gegen ihre Eltern, um diese zur Nachgiebigkeit zu zwingen. Als diese aber trotzdem sich weigerten, hätten die Erstgeborenen das Schwert gegen die Eltern gezogen und dabei mehr getödtet, als später durch das Sterben der Erstgeborenen hingerafft wurden. Diese Niederlage der Egypter durch die Erhebung der Erstgeborenen findet sich im Psalmwort (136. 10.): '2 nmiaaa inen ubyb. „Dem, der die Egypter durch ihre Erstgeborenen schlug, dessen Gnade währt ewig." Indem es hier nicht heißt, der die Erstgeborenen der Egypter, sondern der die Egypter durch ihre Erstgeborenen schlug, so scheint hier diese Erhebung der Kinder gegen ihre Eltern in der That^angedeutet zu sein. Vergegenwärtigt man sich dieses eigenartige Drama in einzelnen seiner am meisten hervor» stechenden Zügen, wie hier Eltern durch ihre Kinder und Kinder durch ihre Eltern den Tod fanden, so sehen wir den Gottesarm enthüllt, der sich in das innerste Familienleben erstreckt, der sich nur zu zeigen braucht, um die zartesten, innigsten Bande zu zerreißen, die Eltern mit Kindern und Kinder mit Eltern verbinden. Dieser Gottesarm braucht sich nur zu neigen, er braucht in seiner Wucht noch nicht auf die Häupter der Schuldigen niederzufallen, und die Todten begraben ihre Tobten selber, nax' nJn w 'n ran» njn o^'-i dtid nron •PN ’Vyw bi i*mv „Du aber verbleibst in Deiner Höhe, o Gott. (Es bedarf zur Bestrafung der Schlechten nicht erst einer besonderen göttlichen Erkenntntß.) Denn siehe. Deine Feinde, o Gott, richten Deine Feinde zu Grunde, es zersprengen sich selber alle Verüber der Gewaltthat." (Psalm 93, 10.) Fast ist man geneigt, die Unmenschlichkeit der Egypter gegen unsere Väter und Mütter milder zu beurtheilcn, wenn man die verthierte Herzlosigkeit sieht, die Eltern gegen ihr eigenes Fleisch und Blut sich hier zu Schulden kommen ließen. Neunmal hatte ein Moses das aus ihrem Geleisetreten der ganzen Natur vorherverkündet, neunmal haben sich diese Verkündungen wortwörtlich erfüllt und zum zehnten Male sagt er den Tod der erstgeborenen Kinder voraus, wenn die egyptischen Sklavenhalter das erstgeborene Gottesvolk noch länger vergewaltigen, und die entarteten Eltern zittern nicht für

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