Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1892)
- Date
- 1892-03-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIH. Jahrgang. M 34. Der Israelit. Ein Kentrak-Hrgan für das orthodoxe Zudenlhum. Begründet von Dr, Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 24 März 5652 (1892). Da mit dem 1. April 1892 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. Kagadaß schel Weßach. (Erklärung der Gebete und Erzählungen für die Seder-Abende.) Sechste Serie IV Mainz, den 23. März, mn 'i t nn iünjp noa ,iain n np;n va l»xai ipaa o’^Dja anern D’Dioa mra ibw *]jpoa .ind iaa iai „Mit starker Hand, d. i. die Pest, wie es gesagt ist (II B. M. 9. 3.): Siehe die Hand Gottes wird an deinem Vieh sein, das auf dem Felde ist, an Rossen, Eseln, Kameelen, an Rind- und Kleinvieh, eine sehr schwere Pest." Wir sind mit der Erklärung dieses Abschnittes und der folgenden Sätze zu einer der schwierigsten Parthten der Peßach-Hagadah gelangt. So gtebt z. jB. Don Jzchak Abarbanel eine Erläuterung, die ihn selber so wenig befriedigt, daß er sie mit den Worten schließt: hVnd am in» oyu v^y jnnp ’di 'i naia »ttr. „Wer dafür eine andere Begründung, besser als diese, geben kann, möge den göttlichen Segen davontragen." Zunächst erscheint es auffallend, daß hier die starke Hand Gottes gerade in der Pest erblickt wird, welche die Thiere befallen hat. Wenn man die zehn Plagen und ihre tief einschneidenden Folgen für die Egypter ins Auge faßt, und danach sie beurtheilt, so wäre man geneigt, eine epidemische Krankheit, welche nur Hausthiere befiel, für viel weniger bedeutsam, als andere zu halten. Wohl wird in der angezogenen Belegstelle die Pest als die Gotteshand bezeichnet, welche auf dem Viehstand lastete, aber diese Bezeichnung selbst scheint schwerverständlich. Die Plage des Ungeziefers, der gegenüber die Kunst der egyptischen Gehetmkünstler sich ohnmächtig erwies, wird nur als ein Finger Gottes bezeichnet, und das Tödten der Hausthiere sollte die Hand Gottes manifeststen? Eine reifliche Erwägung dürfte jedoch darthun, wie aus verschiedenen Gesichtspunkten gerade diese Plage die Hand Gottes in ihrer ganzen Wucht den Egyptern zum Bewußtsein zu bringen geeignet war. — Zunächst ist bekannt, wie gerade in Egypten der Thiercultus heimisch war, und wie der Schlag, welcher gegen ihre Thiere gerichtet war, auch ihren Thiercultus traf. Vielleicht liegt in dieser Erwägung der Zusammenhang begründet in dem unmittelbar vorangehenden crirw »p?» baai □■BEW ntry», an allen Göttern Egyptens werde ich Strafgerichte verüben, ich und kein Bote, ich Gott, ich bin es und kein anderer, und zwar rrpm Ta, durch die starke Hand, die sich in dem Hinraffen der egyptischen Thier-Ideale bekundet. Wohl ist jede Verheerung, Krankheit und Tod, die Menschen oder Thiere trifft, ein Bote Gottes, nHw. Diese Boten vollziehen ihre Sendung nach unwandelbaren Naturgesetzen, ohne Rücksicht auf die sittliche Vollkommenheit oder Mangelhaftigkeit der sich ihnen entgegen stellenden Menschen, rrrurab men irw ira ttdS jjw ya i’nao im Wenn aber eine solche Rücksicht dennoch statt hat, wenn offenkundig die einen betroffen und die andern in derselben Athmosphäre, unter denselben äußeren Verhältnissen lebenden verschont werden, so ist es nicht mehr ein Bote Gottes, so ist es Gottes Hand selber, die in das Geschick der Menschen unverkennbar eingreift. Wenn nun z. B. die Egypter durch eine Pest hingerafft, die Israeliten aber gleichzeitig davon verschont geblieben wären, so wäre immer noch die Möglichkeit eines blos naturgemäßen Vorgangs nicht ausgeschlossen. Es wäre denkbar, daß die Verschonten ihre Rettung gewissen Vorsichtsmaßregeln und sanitären Einrichtungen zu verdanken hätten. Wenn aber die Thiere der Egypter sämmtlich der Epidemie erliegen, während die der Israeliten verschont bleiben,