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Der Israelit · 1892-03-07 · Heft 19 (7.3.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 19 (7.3.1892)
Date
1892-03-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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365 Rußland. Petersburg, 23. Februar. Meldung der „Pol. Korr.": Der scheinbare Stillstand, welcher in der Ausführung strenger Maßregeln gegen die Juden in Rußland eingetreten war, ist durch eine Verfügung des Kreisvorstehers von Konstinow im Lnbliner Gouvernement unterbrochen worden, welcher zufolge aus drei Ortschaften dieses Kreises Juden wegen gesetzlich verbotener Niederlassung ausgewiesen wurden. P a l ä st i n a. Jerusalem. Nachdem uns vorliegenden Rechenschaftsbericht verpflegte das „Deutsch-Israel. Bicur- Eholim Hospital" dahier im Jahre wm 854 Kranke; außerdem wurde vom Spitalarzt 10616 Personen unentgeltliche ärztliche Hilfe geleistet, denen die Arzeneimittel zum Kostenpreis, oft aber auch umsonst verabfolgt wurden. Durch eine großherzige Spende eines anonymen Wohlthäters konnten in einem andern Hause noch weitere 8 Betten aufgestellt werden; im Ganzen besitzt das Spital jetzt 45 Betten. Die bedeutend größere Inanspruchnahme der Anstalt hat nicht allein die Einnahme von 33740 Fr. anfgezehrt, sondern dieselbe noch um 4554 Fr. überstiegen. Es ergeht daher an alle Zionsfreundc die dringende Bitte dieses Hospital, das eine unbeschreiblich große Wohltbat für unsere armen Kranken ist, auch weiterhin kräftig zu unterstützen, so daß die Verwaltung in die Lage kommen wird, die laufenden Kosten zu bestreiten und das entstandene Deficit zu decken. A s i e n. Khiwa In der zu unserem Khanate gehörenden Stadt Kuudrat arn Amu-Darja sind vor einigen Tagen mehrere aus Rußland vertriebene Familien eigetroffen, um sich dort dauernd uicderzulassen. Sie richteten sogleich au den Herrscher unseres Landes, Emir Said Mohamed Rahim Khan, ein Bittgesuch in persischer Sprache, in dem sie ihm die Ursache ihrer Auswanderung aus Rußland miltheilten und ihn zugleich um die Erlaubniß baten, sich in seinem Reiche ansiedeln zu dürfen. In Khiwa lebten früher einige hundert jüdische Familien. 1864 begann jedoch der damalige Emir sie zu verfolgen, worauf ein großer Theil von ihnen, gezwungen, den Islam anuahm. Nach und nach wurden auch die noch übrigen Juden gezwungen, ihrem Glauben abtrünnig nnd Mohamedaner zu werden. Viele derselben hängen indes; noch heute im Geheimen tren dem Glauben ihrer Väter an, doch wagen sie es nicht, sich öffentlich zu demselben zu bekennen, da sie den Fanatismus der Bevölkerul,g fürchten. Emir Said Mohamed Rahim Khan, der an und für sich kein Gegner der Juden ist, der aber doch den Zorn Rußlands fürchten zu müssen glaubte, hat nun auf das erwähnte Gesuch erwiedert, daß er sich seinen Entschluß, ob erden Juden wieder den Eintritt in sein Land gestatten soll, erst für eine spätere Zeit Vorbehalte; nichtsdestoweniger gestattete er den in Kundrat eingetroffenen Juden, da sie nun einmal den Boden seines Landes schon betreten haben, bis auf Weiteres daselbst zu verbleiben. Da nun der Boden Khiwas sehr sumpfig ist und daher den Ackerbau sehr erschwert, so wollen sich die neuen jüdischen Ankömmlinge vorzüglich der Seidenkultur und dann auch dem Handel widmen. Wie sie selbst erzählen, haben sie die Reise von Rußland nach Khiwa durch die turkomenische Wüste und zwar in Gefolge einer turkomenischen Karawane gemacht und benöthigteu sie dazu volle achtzehn Tage. Als Reitthier benützten sie dabei allgemein das Kameel. Sie gingen dcßhalb zuerst nach Kundrat, weil die dortige Bevölkerung durch die Nähe der russischen Ansidelungen am Aralsee nicht mehr so fanatisch ist, wie in der Hauptstadt Khiwa selbst. Afrika. Die „diene Fr. Presse" veröffentlicht Auszüge aus Briefen, welche Herr Paul Friedmann über die Expedition nach Midian nach Wien gesandt hat. Daraus geht hervor daß Friedmann etwas Aehnliches leisten wollte, wie Baron Hirsch und daß erbet der Ausrüstung der mißlungenen Expedition 170,000 Mark verloren hat. Baron Hirsch hatte in einer Unterredung mit Fricdmann dessen Plan, in Arabien einen „Judenstaat" zu gründen, fürunausführbar erklärt, letzterer ließ sich jedoch nicht abschrccken und bemerkte eiuinal: „Ich strebe, ein kleiner Hirsch zu sein!" Seine Expedition habe er in Wien organisirt und dabei alles in bester Qualität und in großen Mengen angeschafft, sogar Spielzeug für die kleinen Kinder. Die Expedition landete bei Scherm-el-Moyeh, an der Spitze der Sinai-Halbiusel und schlug in einer ganz wüsten Gegend ihr Lager auf. Von 24 Mann arbeiteten jedoch nur 6 willig, während die übrigen sich davon zu machen suchten. Am dritten Tage weigerte sich der schon früher erwähnte Rosnowitsch zu arbeiten, indem er rief „er sei kein Esel, um Lasten zu tragen." Er forderte die Andern auf, Friedmann zu verlassen und wurde darauf verjagt, kehrte aber zurück und wurde wieder verjagt. Das regte die Leute auf und am andern Tage erklärten 16 Mann, fortgchen zu wollen. Sie wurden nach Tor gebracht, wo der Gouverneur versprach, ihnen zwei Kameele für Wasser nnd Essen zu geben und sic

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