Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1892)
- Date
- 1892-03-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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850 in vierundzwanzig rvnoi^D, den vierundzwanzig Priesterabtheilungen (V. B. M., 18, 8) entsprechend , die in Wartung des Tempeldkenstes wöchentlich wechselten. Jedes Volks^v^v hatte Angehörige in Jerusalem wohnhaft, die als Deputirte ihres -wd in der sie betreffenden Woche sich im Tempel beim Tamidopfer einfanden. Gleichzeitig versammelten sich die fernen Mitglieder des -iDffD in ihren Städten und schlossen sich im Geiste dem Tamidopfer durch mvn n«np und rvjyn an, damit als Frucht aller Opfer die Läuterung „der Erkenntniß und des Wandels" beherzigend. Dieses, persönlich oder im Geiste, „Sich einftellen" bei dem Tamid-Opser wird noyö genannt (Taanith 26 a.) und durch diese rinOpv in Jerusalem und in den Städten des Landes wurde direkt und indirekt das Bewußtsein und die Theilnahme für das in Jerusalem sich täglich vollziehende Nationalopfer in der ganzen Nation wachgehalten. Es ward damit die zweifache Ueberzeugung gepflegt, daß für jeden Juden der geistige Halt seines Seins, Denkens und Handelns in dem Gesetzesheiligthum, dem Mittelpunkt der Gesammtnation liege, leine Verbindung mit Gott nur durch das in dem Einen Gesammtheiligthum unter Cherubimsittigen ruhende und von dort aus durch die Gesammtvertrcter der Nation ihm verbürgte Gesetz vermittelt werde, daß aber auch und eben daher das aus dem Altar dieses Nationalheiligthums täglich im Opfer sich erneuernde Nationalgelübde der zu Gott hinanstrebenden Gesetzestreue in seiner Erfüllung auf jeden Sohn des Volkes rechnen und in dem fernsten und letzten Manne im Volke seinen Jünger und Vollbringer erblicken wolle. Und wenn noch heute, nach so vielen Jahrtausenden, dem Vermächtniß der späteren großen Führer unseres Goluth getreu, die ganze in alle Fernen zerstreute Nation zu einem „Maamad" geworden, und in Nord und Süd, in Ost und West die Zeit des einstigen Tamidopfers in Jerusalem noch jetzt jede treue jüdische Brust weckt, den Blick nach der Moria-Gegend in Jeruscholajim-Zion zu richten und das in Worte übersetzte mrw und nmo National-Tamid-Opfer-Gelübde erneut auszusprechen, und so uns in Einem nationalen Treugelöbniß an das von der Morijahöhe zu Jerusalem uns zu Erbe gewordenen Gottesgesetz mit Gott und allen Brüdern auf Erden zusammenzufinden, so ist dies im Grunde nichts anderes, als eine Bethätigung im Geiste des no»n 'nwj nn 'vrH ’::np n« nyioa 'b anpn^, bis einst in Wirklichkeit der Altar auf der Morijahöhe zu Jerusalem wieder erbaut ist und aus den Gesammtschekeln der Station das Tamidopfer in den von Gott gestifteten Opfersymbolhandlungen das ewige jüdische Nationalgelnbde zum Ausdruck bringt. *) (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 2. März. In einem Theil der Auflage unserer vorigen Nummer fand der nachstehende Artikel keine Ausnahme mehr, weßhalb wir denselben hiermit wiederholen: „Eine in Wien unter dem Pseudonym „I. Spitzer" erschienene, gegen die Frankfurter Religions-Gesellschaft und hauptsächlich gegen deren Führer, den würdigen Nachfolger Samson Raphael H trsch's gerichtete Schmähschrift, erweist auch dem „Israelit" die zweifelhafte Ehre, denselben wegen seiner warmen Begrüßung der nengegründeten Frankfurter Jeschiba anzugreisen. Dieselbe hat in den Frankfurter gesetzestreuen Kreisen allgemeine Entrüstung hervorgerufen und ergingen demgemäß vielfache Anforderungen an uns, dieses Pamphlet zu widerlegen. Die Schrift trägt jedoch für jeden Urtheilsfähigen so sehr das Gepräge der jlnwahrheit, Gehässigkeit und Unjüdischkeit an sich, daß wir es unter unserer Würde halten, davon ausführlichere Notiz zu nehmen. Auch die Frankfurter Religions-Gesellschaft, die sich Eins weiß mit ihrem allverehrten Rabbiner, steht viel zu hoch, um auf Derartiges nur ein Wort zu erwiedern. Ein solches Machwerk, darauf berechnet, nnvi jtdd zu sein, richtet sich selbst in den Augen aller Gottesfürchtichen." K. Berlin, 1. März. Die gestern Abend stattgehabte große Volksversammlung, einberufen vom Verein zur Abwehr der Racenhetze, hatte, wie vorauszusehen war, das Ende aller bisherigen von diesem Vereine veranstalteten Versammlungen, zu denen Antisemiten Zutritt hatten: Sie wurde polizeilich aufgelöst. Hiermit hatten die Antisemiten erreicht, was sie beabsichtigten. Eher geht ein Kamecl durch ein Nadelöhr, als daß die Antisemiten es über sich gewinnen könnten, in gegnerischen Versammlungen den Anstand zu wahren. So schmähliche Gegner zu bekämpfen ist vergeudete Mühe, sie zu besiegen kein Ruhm: Wer die beste Lunge hat, wer am lautesten schreien kann, trägt den Sieg davon. Und daß die Antisemiten es an Lungenkraft mit den Eseln aufnehmen, dieses Verdienst wird ihnen Niemand streitig machen. Eine jede noch so objektiv gehaltene Bemerkung über die Racenverhetzung wird von ihnen mit Wuthgeheul ausgenommen. Sie können die Gegner sachlich nicht berichtigen, — und dessen sind sie sich *) Hirsch, Pentateuch TV., 28.