Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1892)
- Date
- 1892-03-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448218-2448237--33767-2481675- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
xxxm. Jahrgang. Erste Beilaze zu M 18 des „Israelit". Leitender Artikel. Zur Würdigung des SchulchanAruch. Von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz). XIV. nmtspn 'jod 'bi rmtop ivpv nmo ntens i'onn nens .irn'^yi Diese in dem vorigen Abschnitt und hier durch den Schulchan Aruch zur täglichen Vergegenwärtigung herausgegriffenen Abschnitte aus der Thora stellen in ihrer Reihenfolge den Opfer-Gottesdienst dar, wie er sich Tag für Tag im Tempelheiligthum vollzog. — An die Aschen-Hebe und die Entfernung der Ovferreste des vergangenen Tages von der Opferstätte reiht sich die Darstellung des beständigen täglichen Opfers, wie IV. B. M., Cap. 28 dargestrllt ist. In dem Capitel vorher war auf Moses' Antrag Fürsorge getroffen, daß nach seinem bevorstehenden Heimgange die Gottesgemeinde nicht ohne Führer bleibe, der ihnen im privaten und öffentlichen Leben mustergiltig voranleuchtcn und durch seinen Einfluß das Einzeln- und Gesammtleben des Volkes in die von Gott gewiesenen Buhnen lenken und in ihnen erhalten soll. Daß aber dem Volke und seinen Führern diese ihre Bestimmung nie abhanden komme, daß ihnen stets Israels ewige Aufgabe, seine Beziehungen zu Gott aus seiner besonderen Schicksalsleitung und Verpflichtung gegenwärtig und immer aufs Neue von ihnen beherzigt werden mögen, dahin sollen die hier folgenden Nationalopferhandlungen, die üraDn -ras mra-ip ,D'sdidi wirken, die diese Beziehungen und die ihnen entsprechenden Gesinnungen und Vorsätze in der bedeutungsvollen Sprache der Opfer- Handlungen für das Nationalbewußtsein zum beredten Ausdruck bringen. Sie ergänzen daher die mit Josuas Bestellung getroffene Fürsorge für das Weiterlcben des durch Moses am Volke begonnenen Gotteswcrkes und schließen sich daher dieser an. Man kann sagen: Iosua und den -ras nuanp hatte Moses bei seinem Scheiden das bis dahin seiner Pflege anvertraute Gotteswerk zu übergeben. dinier 'ja n» 12, das erste -ras pnp, Basis und Träger aller Opfer überhaupt ist das Ton, das stete Tagesemporopfer Morgens und Abends. 'im 'raip ns. Es wird hier das Thamid, dieses Grundopfer in allen wesentlichen Merkmalen der durch die Opfer überhaupt zum Ausdruck kommenden Beziehungen gezeichnet. »»np: das Zu- Gott-Nahen, die Gewinnung der Gottesnähe; 'or6, durch die Bereitstellung alles irdischen Strebens für die Gottesgegenwart auf Erden; vermittelst der Hingebung an das Feuer des göttlichen Gesetzes zur durchdringenden Läuterung und Belebung; mm nn: unb alles dies nur als andeutender Ausdruck des im Leben zu verwirklichenden Gott Wohlgefälligen. Also: mm nn ’on^> omp n«, diesen präcisesten und kurz gefaßten Ausdruck unserer ganzen jüdisch-nationalen Stellung und Bestimmung, inpi02 anprk no»n, ihn in der von Gott zu unserem Zusammenfinden mit Ihm bestimmten Zeit Gott näher zu bringen und damit eben diesem unserem von Gott erwarteten Entgegenkommen, Ausdruck zu leihen, dies wird hier zur nationalen mso und nmoff, zur nationalen, sorgsamst zu erfüllenden Obliegenheit gemacht. Und wie haben die Geister des jüdischen Volkes die Ausführung dieser Obliegenheit verstanden! Nur aus den von der ewig frischen Hingebung der Nation in allen ihren Gliedern zeugenden jährlichen Halbschekelspenden, rraa^n nonno, wurden die Nationalopfer, insbesondere aber das tägliche Tamid-Emporopfer versorgt (Menachoth 65 a.). Und mit Nichten betrachtete man das auf der Moriahöhe zu Jerusalem täglich durch die Priester dargebrachte Natioualopfer als ein oxu8 oporatum, als ein damit abgethanes Werk, damit in heidnischem Sinn „der Gottheit ihr Genüge" geschehe. Wie hier in der gesetzlichen Anordnung das Tamidopfer durch den Singular ntyyn des V. 4 die Nation in ihrer Einheit begreift und daher nur durch die nationale Gesammtheitrepräsentauz zur Verwirklichung gelangt, gleichwohl V. 2 durch den Plural *no»n die Nation in allen ihren Gliedern zum steten Achten auf dieses Nationalopfer verpflichtet: so sagten sich die jüdischen Geister, das beständige Tamid in Jerusalems Tempel werde nur dann zum wahrhaft beständigen Nationalopfer, wenn dem im hohen Mittelpunkt der Nation täglich Morgens und Abends sich vollziehenden einzigen Opfergange die lebendige Theilnahme der Geister und Gemüther überall im ganzen nationalen Umkreise zugewandt sei. fwi ’m raj by -iDiy irN Nim :np d*in iraip sagte man sich. Was ist das Opfer ohne die persönliche oder doch geistige Gegenwart des Menschen, dessen Opfer dargebracht wird! Spricht doch das Gesetz: inovn nyioa nnprfc! Schon unter Anordnung der frühesten Propheten theilte sich daher die Nation