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Der Israelit · 1892-02-28 · Heft 17 (29.2.1892) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 17 (29.2.1892)
Date
1892-02-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXIII. Jahrgang. Beilage zu M 17 ües „Israelit^. Leitender Artikel. Drei wichtige Zeugnisse gegen dir Blutbefchuldigung. Mitgetheilt von D. Wertheim, Gera, Reuß j. L. (Schluß.) Dr. Luther, sonst eben kein Iudenfreund, erklärt (Thl. XI. fol. 323. Altenb. Ausg.) die Beschuldigung für Lüge und Narrenwerk. Dieser Erklärung schließt sich auch Basnage in seiner „Histoire des juifsu (Thl. VII. S. 111 an. Diesen und vielen älteren Zeugnissen, zu denen auch noch vorzugsweise das ausführliche Gutachten der theol. Facultät zu Leipzig vom 8. Mai 1714 gehört, schlossen sich in neuerer Zeit noch an: Hofprediger Veit in W'en. Dieser fromme Priester, vormals Jude, leistete auf der Kanzel, das Crucifix in der Hand, einen hohen und heiligen Eid, daß an der Beschuldigung gegen die Juden kein wahres Wort sei. Bischof Dräseke, in seiner (von einer milden Gabe für die Unglücklichen begleiteten) Erklärung in der allgem. Zeitung des Judenthums. G. H. v. Schubert, in seiner Erklärung in der Allgem. Zeitung vom 30. Apr. 1840. (Damasc. S. 54. 55.) Der Missionar und vormalige Jude Georg Wildon Pieritz leistete in dieser Beziehung den Reinigungseid des Rabbi Manasse ben Israel nach, dessen Text in der Schrift „Damascia" S. 237 zu lesen ist. Dr. August Neander in Berlin, vormals Jude, gab dieselbe Erklärung in der Berliner Zeitung und unterstützte außerdem den Vers, der Damascia bei dessen Arbeit. (Damascia S. 104) Letzteres that auch der Prediger und Missionar William Ayerst, A. M. (Dam. das.) und nannte in seinem Schreiben an Dr. Neander das Unternehmen ein Zaudable endeavour“. Einer der eifrigsten und gründlichsten Widerleger dieser absurden Anklage war in jüngster Zeit der eben so eifrige und beharrliche Bekämpfer der jüdischen Religion Alex M.' Caul, D. D., welcher in seinen der Königin von England dedicirten „Reasons for belieying“ 2C. aus das unumstößlichste darthut, wie Menschenopfer und Blutvergießen im directesten Widerspruche mit den Grundlehren des Judenthums stehen. In dieser Schrift findet man, auch eine von fünf und dreißig zum Christenthum bekehrten Juden Unterzeichnete Erklärung, daß die Beschuldigung „eine niederträchtige und teuflische Lüge (a foul and satanic falsehood) sei. Den Bemühungen des Dr. M.' Caul für die Wahrheit und Gerechtigkeit reihte sich in jüngster Zeit auch der gelehrte und gründliche Syndikus Dr. theol. Friedrich von Meyer, in einer in die Hände des Herrn L. H. Löwenstein zum Behuf der Veröffentlichung niedergelegten Erklärung an." „Nach so zahlreichen und unzweideutigen Argumenten, nach so vielen und gewichtigen Stimmen bleibt mir nichts mehr zu thun übrig, als mich der Erklärung des Herrn Hospredigers Veit unbedingt anzuschließen, und mit reinem Gewiffen, ohne irgend Trug oder Rückhalt, die Hände zu dem Allmächtigen zu erheben und feierlich zu erklären und zu betheuern, daß ich niemals mündlich oder schriftlich, oder irgend auf einem anderen Wege von den Juden irgend etwas vernommen oder erfahren habe, was der Beschuldigung, als bedienten sie sich des Menschenblutes zu irgend einem religiösen ceremonialen Gebrauche, auch nur zum entferntesten Vorwände, vielweniger zur Rechtfertigung dienen könnte, daß mir vielmehr bewußt ist, wie den Juden aller Blutgenuß überhaupt strengstens durch ihr Gesetz untersagt ist, und wie sie besonders den Teig der Mazza von aller Berührung des Blutes rein halten, weil die Mazza durch solche Berührung aufhören würde, gesetzlich genossen werden zu dürfen, da die Berührung des Blutes sie in Chamez verwandeln würde. Diese Erklärung habe ich auf Verlangen gegeben, unter Anrufung des Allerhöchsten, des Gottes der Wahrheit und der Liebe, und ich behaupte sie für die reine unvcrfälsche Wahrheit meines Wissens und meiner Ueberzeugung. Möge der allmächtige Gott die Herzen aller Christen vor jeder lieblosen Beschuldigung bewahren!" (gez.) Der Verfasser der Schrift Philosophie der Geschichte, oder über die Tradition in dem alten Bunde, und ihre Beziehung zur Kirche des neuen Bundes. (Professor Molitor.) Auch dieses Schriftstück ist beglaubigt in Frankfurt am 14. Mai 1841 von Dr. Johann Jakob Glöckner, Notar der freien Stadt Frankfurt. Wir kommen zu unserem dritten Zeugnisse, das unter der Redaktion des Herrn Geh. Regierungs-Rath Dr. A. Bollert, abgedruckt im „Neuen Pitaval" vom Jahre 1884, neue Serie, 19 Bd., auf Seite 279 sich findet. In seinen „Nachträgen

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