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Der Israelit · 1892-02-28 · Heft 17 (29.2.1892) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 17 (29.2.1892)
Date
1892-02-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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326 Jeden Morgen, bevor das neue Tagesfeuer von der Opferstätte aufloderte, war diese Aschen- Hebe von dem Opfer-Brande des vorigen Tages zu vollziehen. „Dieser Akt der jmn rann gehört nicht etwa zur Bereitstellung des Altars für den Dienst deS neu beginnenden Tages, die durch nxsnn Itnn bewirkt wird, ^tenn nenn ist vielmehr als letzter Abschluß des Dienstes des vorigen Tages zu begreifen.-Nachdem nämlich der Priester seinen Leib mit den Gewändern des Heiligthums bekleidet hatte, hob er einen Handgriff voll Asche aus dem Opferbrande des nun zu Ende gehenden Tages heraus und legte sie bedächtig, zum gänzlichen Dortverbleiben, unzerstreut zur Ostseite neben den Altaraufgang nieder. Wie das des nnjo dem Ganzen zur msw, zum Gedächtnis vor Gott dient, also dürste dies pmp der ^scnn nenn als Gedächtniß für die am vergangenen Tage vollzogenen Hingebungen an Gott nnd sein heiliges Gesetz, und zwar miau, zunächst für das bleibende Bewußtsein der Nation niedergelegt worden sein, und als Ueberleitung zu dem neuen Dienst des Tages den Gedanken festhalten sollen r Keine neue Aufgabe bringt das Heute, es hat nur dieselbe Aufgabe immer aufs neue zu lösen, die auch gestern zur Lösung gestanden. Der späteste jüdische Enkel steht mit seiner Lebensaufgabe da vor Gott, wo sein Urahn gestanden, und jeder Tag legt zu allen seinen Vorgängern in der ganzen Reihe der Jahrhunderte seinen Beitrag zur Lösung der einen, allen Geschlechtern des Hauses Jakob gegebenen Aufgabe. Das jüdische Heute hat aus der Hand des Gestern seine Bestimmung von Gott hinzunehmen. Die hier vorgeschricbeue imn nNxm, Säuberung der Brandstätte von allen Resten des vorigen Tages, somit deren Bereitstellung für den Dienst des neuen, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine rrray, eine opfer-dienstliche Handlung. Wenn jttnn nenn den Dienst des jungen Tages mit dem Hinblick auf das am vorigen Geleistete einleitet, und diesen vergangenen Leistungen das bleibende Gedächtniß bringt, so spricht demgegenüber nNsrn den Gedanken aus, daß gleichwohl jeder neue Tag die ganze jüdische Aufgabe aufs neue bringt. Frisch, als wäre noch nichts geleistet, heißt uns jeder beginnende Tag mit voller, neuer Hingebung an die Lösung unserer Aufgabe zu gehen, und nichts bereits Vollbrachtes darf unsere heutige Pflichtthätigkeit schmälern. Der Gedanke an das bereits Geleistete kann der Tod für das noch zu Leistende werden. Wehe dem, der sich mit selbstkrönendem Wohlgefallen in den Leistungen seiner Vergangenheit spiegelt, der nicht mit voller, frischer Hingebung die Tagesarbeit jeden Tages antritt, als wäre es der erste Tag seiner Lebensarbeit! l*nn rw, entfernt von der Brandstätte des Altars wird jede Spur von der Hingebung des vorigen Tages, auf daß der Dienst des neuen Tages auf völlig neuem Boden beginne. Unter dieser Betrachtung gewinnt die Vorschrift, daß die Beschäftigung mit den Leistungen des vergangenen Tages, riNXin und wohl auch nein, in geringeren, abgetragenen Gewändern geschah, ihren bedeutsamen Gedankeninhalt. Die Vergangenheit tritt zurück und hat uns nicht mit Stolz zu bekleiden vor der frischen Aufgabe, zu der uns jeder Tag aufruft.*) Wir haben diesen aus jttnn nenn 'di nvan 's gewonnenen Abstraktionen nichts hinzuzufügen. Die Verkennung der darin niedergelegten Wahrheiten tritt jedem Beobachter unserer Zeit so vielfach auf Schritt und Tritt entgegen, daß man sich wohl sagen darf, es stände anders um unsere heiligsten Anliegen, wenn nicht nur yanu einige wenige sich täglich aufs Neue mit diesen Gedanken durchdringen würden. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. Main, im Februar. Die Jeschibah des Rabbiner Dr. Breuer hat es sich zur Aufgabe gestellt, strebsamen und gut vorgebildeten jungen Leuten in jedem Zweige jüdischen Wissens eine gründliche Ausbildung zu verschaffen und zu diesem Zwecke werden tägliche Vorträge, geeignet das angestrebte Ziel zu erreichen, mit größter Aufopferung von Zeit und Arbeitskraft und mit eingehendster Gewissenhaftigkeit des Herrn Rabb. Dr. Breuer gehalten. Führen wir eine nähere Aufzählung dieser Vorträge hier an: Morgens ist Vortrag von 101/2 bis 12^2 Uhr, D’jnrw cronm oy p'p nij/’p, bet welchem öfters ein ^ibVb zwischen Lehrer und Schülern etutritt. Von Mittags 3 bis Uhr ist Seitens der jüngeren Leute abwechselnd T'v - Vortrag unter der Aufsicht des Herrn Rabbiners »"j. Sodann ist dreimal in der Woche von 7 bis 8'/z Uhr Abends Vortrag des Herrn Rabbiners, an welchem sich auch viele lernbegierige junge Kaufleute betheiligen. Die Schüler des Herrn Rabbiners Dr. Breuer bestehen aus einer Anzahl von gelehrten jungen Leuten, bei deren Auswahl die größte Sorgfalt und Umsicht stattfand. So sind von mehreren Hundert Angemeldeten nur zehn berücksichtigt worden. *) Hirsch. Penl. III., Kap. VI. 3, 4.

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