Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 17 (29.2.1892)
- Date
- 1892-02-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIU. Jahrgang. M 17. Der Israelit. Ein Gentrat-Krgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 29. Februar 5352 (1892). Leitender Artikel. Jur Würdigung des SchulchanAruch. Von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz). Unter den socialen Schäden, welche Kohelet als Folge dessen schildert, daß Gott nicht als direct in das Volksleben eingreifend erkannt wird, sondern daß man ihn als hoch, hoch über allem Getriebe stehenden Hüter verehrt, der noch zudem nur durch das Medium höherer Mächte auf das menschliche Leben und Streben influirt, findet sich auch der, daß selbst die reichste Segensfülle durch die Masse der Consumenten und Concurrenten compensirt wird, daß die Fülle somit nur für's Auge vorhanden ist, ihr tausendfältig parcellirter Besitz aber den vielen Besitzern dennoch nichts frommt. (Kohelet V, 7—10.) by nenn nn»a n^nn pnsi DBtra t&n ptt/y dn mana-□ rvVy cniaai w nai by naa »a penn .vj'v niN-) dk »a n^ya^ pnuo nci rv^aiN m naion Die Kehrseite des n'^aiK im namn niana würde lauten: naiD nun q^dikh roana und einen Zustand bezeichnen, in dem der Glaube an den reichen, unerschöpflichen Gottessegen, den keine noch so große Masse aufzehren kann, auch keine Furcht vor noch so erdrückender Massenconcurrenz aufkommen läßt. Der Gedanke an die Masse derer, welche sich mit uns in den Gottessegen theilen, würde dann die einzelnen Genießenden nicht mißgünstig, sondern freudig und glücklich auf den Antheil der Mitgenießenden blicken lassen. Und dieses Höheziel, das auch der kühnste Optimismus kaum zu träumen wagte, war unter Salomo's Regentschaft in Wirklichkeit erreicht worden. Inda und Israel — obwohl — zahlreich wie die Sandmenge am Meere, aßen und tranken und waren freudig. (I. B. d. Könige, Cap. IV, 5.) D'nian ai-6 o\n by ne?« ^na D»an Kman min’ UDa nnn w'K nton^ bvnvn mm’ aen-d'hoot .r\vbv na» bj yzw nsa nyi po inaan nnm Wer will den Antheil ermessen, der an dieser Umwandlung der Q»asyn Dn^ »VaiK, der ihr Brod in Trübsal Genießenden, weil Gott es nicht ist, der ihnen das Haus baut, von denen Salomo's Stufenlied (Ps. 127) singt, in d'hobh dwbn o^ai«, gerade die d*t n^oa-Jnstitutton hat, deren Bedeutung und Ursprung ina nar® uns täglich nahe legt! Eine tiefe Wahrheit veranschaulicht ferner der Umstand, daß cs die freiwillig von den Frauen gespendeten Spiegel waren, aus welchen das Reinigungs-Becken gebildet wurde. Was es vielen Männern so schwer macht bei der Erringung der Mittel zum Unterhalt ihres Hauses immer und überall die Reinheit und Lauterkeit zu bewahren und zu bewähren, welche die Zugehörigkeit zu einem Reich von Priestern unnachsichtlich fordert, das sind in vieleil, vielen Fällen die — Spiegel ihrer Frauen. Um die Bedürfnisse des Spiegels zu befriedigen, um all den Anforderungen zu entsprechen, welche die Gefallsucht, die Mode, der sogenannte Anstand und wie die Ausgeburten der Sinnlichkeit alle heißen, für die der Spiegel plaidirt, bedarf es harter Anstrengungen, und selbst diese erweisen sich in vielen Fällen als unzulänglich. Dcßhalb fällt die Reinheit der erwerbenden Hand und die Lauterkeit des ganzen Wandels so betrübend oft dem Spiegel zu Opfer. Deßhalb aber repräsentiren auch umgekehrt ihre Spiegel, welche die jüdischen Frauen dem Heiligthum opferten, die beste Garantie für die Reinheit des Handels und Wandels ihrer Männer und deren symbolische Darstellung des Weihebcckcns für Hand und Fuß. Diese Gedanken der Hingebung von Mann und Weib an die Ziele des Gottcsheiligthums täglich neu zu beleben, dazu regt die Vergegenwärtigung des Inhalts von man nana an. Daß aber kein vermeintlicher, daß nicht einmal ein thatsächlicher Fortschritt unserer Anschauung und Gesinnung uns von diesen Gedanken der Hingebung zu dispensiren vermag, wird uns durch rann rans }tmn, durch die Lehre von der Aschen-Hebe (III. B. M., VI, 3, 4) nahegelegt.