Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1892)
- Date
- 1892-02-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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311 hatte, läßt sich vor der Hand nicht beurtheilen, jedenfalls aber mögen diejenigen Herren in unserer Gemeinde es sich merken, die so gerne dem Oberrabbiner die Direktive ertheilen möchten, womit sie früher wenig Glück hatten. Der verehrte Redner erklärte nun in sehr zutreffender Weise die Fortsetzung der talmudischen Auslegung seines Textwortes: jmn :urb njnini m :ia> ,DHDn nbrn m tyiin n« ,Dmn rva on^ iim* ,p n* : Won nw ,nniap m : na ,D^in n:p'a pn mupo ro : ptyy\ An der Hand seiner Erklärungen rühmte der verehrte Redner das rastlose Wirken seines verewigten College», wie er für miay min gestrebt, wie er in seinen außeramtlichen Vorträgen auf die Jugend eingewirkt, ihnen gezeigt, daß nicht was die Zeitströmung JudenLhum nennt, das wahre Judenthum sei, dieses vielmehr nur ein Studium von v'pvisi o"L- und in der damit in Verbindung stehenden Literatur zu finden sei. Wehklagend rief der Redner aus, so lasset uns den Tag zur Nacht machen für den dahingeschiedenen Lehrer in Israel, der die Nächte zu Tage gemacht. Am Schluffe seines naon erzählte der Redner noch der tief ergriffenen Gemeinde: Nj'ann rrrej ro na, Als Rabina gestorben war, erhob der Trauerredner seine Klage und rief aus: Ihr Palmen senket Euer Haupt vor dem großen Manne, der der Palme geglichen, ms' nona pna. (pmb ynt nw) Wenn das Licht seiner Lehren, welches der Zadik verbreitet hat, gleich den Saatkörnern aufgehen und späteren Geschlechtern eine angenehme, segensreiche Erinnerung an den Dahingeschiedenen bieten, pnsfc ym um, dann wird sich an ihm erfüllen, was wir schon heute sagen: na: nanaS p»nn, so schloß der gewandte Redner seinen geistreichen Vortrag, dem Verewigten zur Ehre, seiner Gemeinde und Familie zum Tröste, allen Anwesenden zur Erbauung. Nach pann mp setzten sich der Oberrabbiner mit dem Oberchasan Süßkind vor den «nipn p-w nieder und letzterer trug D'om in einer Weise vor, welche vielen der Anwesenden nochmals Thränen entlockte. Seine Leistung schloß sich würdig dem vorausgegangenen schönen nson an. Da es mittlerweile Nacht geworden war, wurde roon anyo gebetet, womit der Trauergottesdienft für den dahingeschiedenen Altonaer Oberrabbiner maa innue bntt a^ nry^N nmno ihr Ende erreicht hatte. Hamburg, 23. Febr. Baron Hirsch ertheilte dem Myslowitzer Grenzcomits für die ausgewiesenen russischen Juden die Weisung, einen Extrazug mit 600 Emigranten über Vliessingen nach Irland zu expediren, woselbst diese unter Führung des Bergraths Schneider für Bergwerkszwecke verwendet werden sollen. — In Bremen konstituirte sich ein konfessionsloses Comitä zur Unterstützung der russischen Ausgetriebenen. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Lemberg, 10. Februar. Das Blutbad, welches am 4. März 1891 und an dem folgenden Tage in Sniatyn die Anhänger des antisemitischen Candidaten Grafen Starzynski unter der jüdischen Bevölkerung wegen der Wahl des Dr. Bloch zum Reichsraths-Abgeordneten des Städtebezirkes Kolomea-Sniatyn-Buczacz anrichteten, bildete gestern in Kolomea den Gegenstand einer Strafverhandlung gegen vierzehn Angeklagte, denen das Verbrechen der öffentlichen Gewaltthätigkeit und die Uebertretung des Diebstahls zur Last gelegt wurde, weil sie nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses in die Wohnungen der Juden gewaltsam eindrangen und Hab und Gut der jüd. Wähler plünderten und zerstörten. Der Schaden an zertrümmerten Fensterscheiben allein machte 470 fl. aus. Die Angeklagten stellten die Schuld gänzlich in Abrede. Achtzig Zeugen wurden vernommen. Gegen einen der Beschuldigten wurde die Anklage zurückgenommen. Vier Angeklagte wurden zu zweimonatlicher, einer zu sechswöchentlicher, einer zu einmonatlicher und einer zu dreiwöchentlicher schwerer Kerkerstrafe verurtheilt. Fünf Angeklagte wurden wegen böswilliger Beschädigung fremden Eigenthums zu je einwöchentlicher Arreststrafe verurtheilt. Das Gericht hat überdies den Beschädigten vollen Schadenersatz zuerkannt. Schweiz. Bern, 22. Februar. Gegen den Beschluß der schweizerischen Thierschutzvereine, dem zufolge das bei den Israeliten übliche Schächten durch die Bundesverfassung untersagt werden soll, nimmt der Berner „Bund" aus opportunistischen Gründen Stellung. Der „Bund" befürchtet, anläßlich der Agitation im Volke werde man alle Leidenschaften gegen die Israeliten entfesseln. Auch für die Schweiz würde auf diese Weise eine Antisemitensrage entstehen, von der sie bis jetzt verschont wurde. Vermischtes. Hamburg, 9. Febr. Der israelitische Versorgungs-Verein von 1827 hat auf den 1. März Abends seine Generalversammlung nach Hirschel's Hotel einberufen. In den Verein können schon junge Leute, die das Alter von 16 Jahren erreicht haben, Aufnahme finden; der Beitrag ist nur 2 Mk. pro Quartal. „Die Meldungen find bei Herrn L. M. Gradenwitz, Brüderstraße 26, ii., zu machen. Der Verein gibt freien Arzt,