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Der Israelit · 1892-02-25 · Heft 16 (25.2.1892) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 16 (25.2.1892)
Date
1892-02-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Zeitungsnachrichten nud Correfpondenze«. Deutschland. Mainz, 24. Februar. Die Mitglieder der famosen Friedmanmschen Colonie befinden sich, wie der „Jüd. Presse" geschrieben wird, gegenwärtig in Myslowitz, wohin sie auf Kosten der jüd. Gemeinde in Suez über Triest expedirt wurden. Es wurde mit ihnen bereits ein längeres Protokoll ausgenommen, das der Staatsawaltschaft zur weiteren Amtshandlung übermittelt werden wird. Ferner sei es nach dem genannten Blatte Thatsache, daß nicht, wie unser Correspondent aus Alexandrien behauptete, der Sergeant Thiele, sondern v. Seebach der muthmaßliche Mörder Roßnowitz' ist, da derselbe nach der Aussage des zur Zeit Wachehabenden in blutbefleckten Kleidern zurückkehrte und seinen Dolch (Ktndzal) mit Sand rieb. K. Berlin. Die „Deutsche Evangelische Kirchenzeitung", herausgegeben von Adolf Stöcker bringt in einer der letzten Nummern einen Artikel aus dem ev. Allianzblatt, worin die in neuerer Zeit von Pastoren verübten Vergehen scharf gegeißelt werden. Da die Tendenz des Artikels eine pastorenfeindliche ist, so bemerkt Stöcker hierzu: „Diese Art, die Sünden einzelner, einem ganzen Stande und der Kirche zuzuschreiben, ist empörend." Wenn wir auch sonst mit dem Herausgeber der Kirchenzeitung wenig übereinstimmen, so möchten wir doch dieses Urtheil voll und ganz unterschreiben. Wir pflichten Herrn Stöcker bei: Es ist empörend. Aber noch empörender ist es, daß er sebst trotz dieser Erkenntniß sich nicht entblödet, diese perfide Kampfesweise gegen das Judenthum anzuwenden, und trotz seines energischen Protestes gegen die Berechtigung eines derartgen Auftretens weiter fortfährt, dem gesummten Judenthum die Vergehen einzelner zur Last zu legen. Wieder ein Beleg für die Wahrheit des talmudischen Sprüchwortes vom Balken und Splitter. Berlin, 12. Februar. Die „Germania" in ihrer anerkannten Gerechtigkeit setzt sich heute mit der „Kreuzzeitung" darüber auseinander, daß es einen rituellen Mord der Juden nicht gibt, wohl aber Morde aus jüdischem Aberglauben und jüdischem Fanatismus und, gewissermaßen um einem dringenden Bedürfniß für die nächste Zeit abzuhelfen, schlägt das genannte Blatt einen terminus technicus für diese Morde vor, nämlich: jüdische Blutmorde. „Jüdisch" wegen der Urheber, und der Zusatz des Wortes „Blut", das sonst ja bei einem Morde überflüssig erscheinen könnte, weil das Blut bei diesen Morden eine eigentümliche Bedeutung hat, sei es nun im Sinne des Opfers oder irgend 310 welcher abergläubischen Verwertung. Das ist der Leitartikel des leitenden Blattes der Ultramontanen. Auch ein Zeichen der Zeit.' Hamburg, 21. Febr. Heute vaw 'x avn fand in der hiesigen großen Synagoge (Kohlhöfen) der nson für den jüngst Heimgegangenen Altonaer Oberrabbinerann Dr. Löb statt. Bereits um 5 Uhr, mit Beginn des Minchagebetes, war die Synagoge bis auf das letzte Plätzchen gefüllt und mögen es wohl an 2000 Personen in diesem Raum gewesen sein, die zur Ehre des Dahingeschiedenen ."uutsn np’ mtyo erschienen waren. Der Trauerfeier angemessen, waren der timpn;nx, der Almemor, sowie Kanzel und Kandelaber schwarz behängen und machte die Synagoge dadurch und mit ihrer imposanten Beleuchtung einen ergreifenden Eindruck auf die Anwesenden. Nach Beendigung des Mtnchagebetes trug der Oberchasan, Herr Dreyblatt, in würdiger Weise den -n-6 nroo -iidid vor, worauf Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Hirsch die Kanzel bestieg und also begann: by inw pipn Jeremias, der Prophet, erhebt Klagelieder über den Tod Jeschajahus, der am Mittag seines Lebens abgerufen worden, vo» ntna na. Auf ihn prophezeite auch Amos: Ich werde die Sonne am Mittag untergehen lassen. Jeschajahus Tod wurde von ganz Jehuda und insbesondere von Jeruscholajim tief beklagt; dieses wandte der Redner auf den so frühzeitig dahingeschiedenen Oberrabbiner Dr. Löb y'x* an und schloß seine etwa 20 Minuten währende Vorrede mit dem Citat aus der rsiv verlesenen rmD: nx onP nynm nmnn nxi D’pinn nx onnx mnrm IW n^x ntc'yon nxi nn *pnn welches er zum Texte seiner Trauerrede wählte. Der Redner wollte an der Hand dieses Verses darlegen, was der Beruf eines Führers in!>xntp’ sei und wie der Verstorbene diesen BeruWuchstäblich erfüllt habe, nwnnon i!?x ,nnnx mnmi, Du sollst sie beleuchten, das seien die Erklärungen, welche das geschriebene Gotteswort in seinem wahren Lichte erscheinen lassen (mnrn von ypin nm?). Der Redner nahm hier Veranlassung,4 auf^die Schwierigkeiten hinzuweisen, welche der Lehrer in Israel bei Ausübung seines Berufes zu überwinden habe, wie er, der Führer, zuweilen zum Geführten herabgedrückt werden solle, wenn Partetgetriebe sich an ihn herandränge und ihm zumuthe, anders zu handeln als es das heilige Gesetz von ihm verlange und Andere wieder, jede seiner Handlungen ihrer Kritik unterziehen. Solche Zustände wurden schon zu den ältesten Zeiten beklagt. 'ui nn!? nx ,□ 'üs'wn ljidb' »o»a >n»i Wehe dem Zeitalter, dessen Richter gerichtet werden. Ob der verehrte Redner damit allgemeine oder in nächster Nähe sich abspielende Verhältnisse im Auge

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