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Der Israelit · 1892-02-18 · Heft 14 (18.2.1892) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 14 (18.2.1892)
Date
1892-02-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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274 wird, für solche, die daS Hebräische beibehalten, den 2-2 abschaffen und ihn doch nicht missen möchten, das ist geradezu unerklärlich. Drei Eingangsgesänge, die alle mit m: anfangen, werden zur Auswahl gestellt, von denen der Anfang der ersten hier mitzutheilen wir uns statt aller Kritik nicht versagen können. Sie lautet: -wn \n »vu bi »rtobi 7nnyi imn H3*t ns ^b üH"u non Dn®3 di' ny nr omM ovo pö’ mson p hd 'di wsn ipy* 7I3D^> «an. — Das Erstaunen über diese Agende wächst aber, wenn wir den Abschnitt über den nach „Ritus Amerika" im Gotteshause vorzunehmenden Schlußakt zur Aufnahme von Proselyten lesen. Derselbe wird mit einer hebräischen Anweisung über die Aufnahme eingeleitet, der eine deutsche Uebersetzung beigegeben, in welcher aber die Stelle über mpoa rfc»3B wohlweislich unübersetzt geblieben ist. Das ist geradezu einen wn gutheißen. Ebenso ist das deutsche Formular des Scheidebriefes, wie auch der deutsch gegebene ns^m tw vid von Nebel, wenn auch der Vers. darauf hinweist, daß man diese Angelegenheit dem fachgelehrten Rabbiner überlassen solle. Die vorliegende Agende enthält manches Gute, wer aber den Kultusdienern für ihre Funktionen einen Wegweiser in die Hand geben, also ihr Lehrer sein will, von dem verlangen wir eine ausgesprochene Richtung, das Merkmal eines Charakters, den können wir nicht als kompetent zu einem Lehrer erachten, welcher seine Belehrungen je nach der Anschauung derer einrichtet, die von ihm belehrt sein wollen. In Anbetracht dieser Umstände gehen wir auf einige sachliche Unrichtigkeiten, die im Verhältniß zum Umfange des Buches nur wenige sind, hier nicht näher ein. — Der durch mehrere populäre Schriften bekannte Herr Moritz Baum in Frankfurt a. M. hat einen Auszug aus dem bekannten de ’DipV unter dem Namen 'tsip^ mup -®d »3* herausgegeben. Für diejenigen, denen der alte irt zu umfangreich ist, wird das vorliegende Büchlein, das äußerlich schön ausgeftattet ist, eine willkommene Gabe sein, umsomehr als auch der Text hier;zum ersten Male von einer guten deutschen Uebersetzung begleitet ist. Dieselbe ist von Cand. theol. et phil. G. Ros enth eil in Ofen verfaßt. In einem später ausgegebenen Nachtrag ist der in der Vorrede der vorliegenden Ausgabe sich befindende Fehler des ersten Druckes des y'6 1838 richtig in 1733 korrigirt; es hätte aber auch bemerkt sein sollen, daß nicht Fürth, sondern Wilmersdorf der Druckort war. — Eine hebräische Uebersetzung zweier Predigten des Prof. Dr. A. A. Wolfs in Kopenhagen, die derselbe gelegentlich des 99. u. 100. Geburtstages Sir Moses Montefiore V*sr hielt, liegt uns aus der Feder von M. I. Brettholz (Drohobycz 1891) vor. Dieselbe zeugt von einer erfreulichen Gewandtheit des Uebersetzers in der hebr. Sprache. — Eine hebräische Abhandlung über die Talmudverfolgungen während des Mittelalters aus der Feder des Herrn Leon Scheinhaus, die zuerst im „Maggid", Jahrg. 5651, abgedruckt war, ist jetzt in Buchformat (Berlin. Jtzkowsky) erschienen, auf welche wir die Freunde der Wissenschaft und der hebr. Sprache aufmerksam machen. — Mit Nr. 5—6 hat der von Rabb. Dr. M. Brüll begründete „Central-Anzeiger für jüdische Literatur" (Frankfurt a. M. Vrönner) den ersten Jahrgang und damit sein Dasein nur allzuschnell beschlossen. Durch den jähen Heimgang des Herausgebers ist ein Unternehmen zu Grabe getragen worden, das sich die Neigung aller Freunde der jüdischemLitteratur mit Recht erworben hat. Es ist eine sichtbare Lücke entstanden, welche nach dem so reich begabten und wisfensreichen Herausgeber nicht so leicht einer ausfüllen wird. Die vorliegende letzte Nummer bietet wiederum einen reichen Inhalt und ist besonders dadurch interessant, daß der greise Steinschneider hier wieder zu Worte kommt. Um die Nummer fertig zu stellen, war es nöthig, noch einige Seiten zu füllen; Steinschneider war so freundlich, aus seinem reichen schriftlichen Material einiges beizufügen und mit jugendlicher Rüstigkeit und der alten Verve, die wir an ihm gewöhnt sind, neuere Erscheinungen der Kritik zu unterwerfen. Namentlich beleuchtet er, anknüpfend an das vom Verein „Mekize Nirdamim" herausgegebene nty* min’, von dem man in der That nicht weiß, welche Vorzüge dieses Werk aufnahmefähig machten, das Wirken dieses Vereins in einer Weise, die in der Form etwas milder hätte sein dürfen, die aber der Sache nach zum großen Theil berechtigt ist. Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzeu. Rumänien. Dr. C. Bukarest, 12. Febr. Das Judentretbett, welches „nach berühmtem Muster" die größere Hälfte des vergangenen Jahres über in Folge der famosen „Interpellation Aßlan" bei uns wüthete, wird auch jetzt noch fortgesetzt, wenn auch in schwächerem Maße, weil es in seinem Dauerlauf endlich in Bezirke angelangt ist, wo Israeliten, in Dörfern wohnend, fast gar nicht vermuthet werden. So hat nunmehr der Präfekt des Bezirkes Pratz o v a an die Dorf-Primäre seiner Machtsphäre Befehle ergehen lassen, ihm genaue Listen einzusenden, wie viel Israeliten sich in jeder Gemeinde befinden und wie viele derselben sich bei ihnen in den Jahren 1890—1891 niedergelassen haben.

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