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Der Israelit · 1892-02-08 · Heft 11 (8.2.1892) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 11 (8.2.1892)
Date
1892-02-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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207 land durchreist, fand, daß der Redner sich einer Majestätsbeleidigung schuldig gemacht. Veranlassung hierzu war die Behauptung L's., „der Kaiser und seine Räthe, der Reichstag u. s. w. liegen in der goldenen Fessel der Juden. Wie ich höre ist hierüber der kgl. Staatsanwaltschaft bereits Anzeige gemacht. Ich schließe mit dem Wunsche, daß diese Hetze die Juden unserer Gegend veranlassen möge, umsomehr auf der Bahn des Guten weiter zu wandten, so daß auch wir sagen können: Aud'cho ki anißoni waoth'i li lischuoh. Allenstein, i. Westpr., 2. Februar. Heute wurde Herr Rabbiner Dr. M. Olitz ki in Cöthen, einstimmig zum hiesigen Rabbiner erwählt. Es ist dies der erste Rabbiner, der am 1. April seinen Einzug in unserer Gemeinde halten wird. Möchten wir mit dieser Aquisition einen dauernden Frieden in unserer Gemeinde begrüßen. Randegg (Baden). Ein Markstein in der Geschichte der hiesigen israelitischen Gemeinde bildete der 70. Geburtstag unseres allverehrten Herrn Rabbiners E. Picard n, der am nini ntns p"tp gefeiert wurde. Die innige Herzlichkeit, die von wärmster Hochachtung getragene Feststimmung, die Groß und Klein erfüllten, zeugten von der Liebe und Ehrfurcht der Gemeindeangehörigcn ihrem Seelsorger gegenüber und stempelten diese Feier zu eineni wahren Familienfeste. So thront inmitten seiner Kinder nur der glückliche Vater in herzensfreudiger Innigkeit, in seliger Zufriedenheit, so jauchzt nur die treue Kinderbrust in Heller Freude und schlägt in Liebe von ganzem Herzen. Noch ist das Wort von der mw.i ma kein leerer Schall in unserer Gemeinde, und Dank dem Bemühen unseres geehrten Herrn Rabbiners pulsirt hier noch alte, echte, kerngesunde Jüdischkeit, blühen hier noch min und mny in frischer Kraft. So hat auch die hiesige Gemeinde ein Anrecht, genannt zu werden unter den besten, so hat mit ihr vor Allem auch unser geliebter Herr Rabbiner "M, der, ein Bild einfachster Bescheidenheit, tiefster Frömmigkeit und Gelehrsamkeit, seit vielen, vielen Jahren als ein Bollwerk des alten, unvergänglichen Gottesglaubens unentwegt hier wirkt und pflanzet, ein Anrecht, geehrt und genannt zu werden Ueber die Feier selbst noch einige Worte. Im engeren Familienkreise wurde Freitag Nacht eine kleine dramatische Scene aufgeführt, die den Jubilar »"j als Meister der Thora, als Vater der Armen und als Beistand der Kranken feierte. Der na^-Vormirtag brachte die Gratulanten aus der Gemeinde, den Vorsteher an der Spitze des Synagogenrathes, die Schuljugend mit dem Herrn Lehrer, deren Sprecher ein kostbares Bouqet überreichte und ein Gedicht vortrug. Auch waren von Auswärts und aus Randegg selbst werthvolle Geschenke und Gratulationen auch von unfern christlichen Mitbürgern in zahlreichster Menge eingetroffen. Die Hauptfestlichkeit spielte sich Abends im Gasthaus zur Krone ab bei allgemeiner Betheiligung. Nachdem der Jubilar und seine Familienangehörigen unter Musikbegleitung von unserm Herrn Vorsteher und den Herren Synagogenräthen in den Festsaal geleitet und dort mit einem prächtigen «2.1 T‘->2 begrüßt wurden, überreichte der erstere unter anerkennenden Worten die Festgabe der Gemeinde, einen prachtvollen silbernen Pokal. Ein nicht minder werthvolles Festgeschenk ließ auch die n"n man durch ihre beiden Vorstände überreichen. Unter Zugrundelegung des nuv tidp schilderte nun unser Herr Lehrer in überzeugender, farbenreicher Sprache die Tugenden und Erfolge des Jubilars in der Gemeinde, in der Keiner n2w sei, in der Jeder freudig min übe. Jetzt erhob sich der Jubilar und in lautloser Andacht lauschten Alle, als er begann: '121 «ff« mj/iv' did und betonte, daß er die Huldigung annehme als eine Huldigung für die Sache, die er stets vertreten habe, als eine Verherrlichung der Thauro, der er sein Leben geweiht. Der kurze Raum gestattet uns nicht, auch nur im Auszuge eine Skizze zu geben von dieser tiefempfundenen, begeisternden Rede, die von Herzen kommend, Alle tief ergriff. Die Festlichkeit hatte ihren Glanzpunkt erreicht und in buntem Wechsel folgten Toast auf Toast, Gesangs- und humoristische Vorträge. Bis zum frühen Morgen strahlten die Festleuchter herab auf eine fröhliche, feiernde Gemeinde, auf glückliche Herzen und treuen Sinn. Unserm Jubilar '"j rufen wir aber noch zum Schluffe entgegen : Mit Gottes Hilfe nw Dntpyi rwa ny. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien, 3. Febr. In Beantwortung einer antisemitischen Interpellation erklärte heute Graf Taafse im Abgeordnetenhause, daß die bestehenden Gesetze ausreichen, um jeder irgendwie bedenklichen Einwanderung russischer Juden zu begegnen. Die Grenzbehörden der an Rußland grenzenden Landestheile wurden auch angewiesen, dem Eindringen subsistenz- und paßloser russischer Juden zu begegnen, infolge dessen eine bedeutende Abnahme im Hereinströmen der russischen Juden zu verzeichnen sei. Die unsere Grenzen passirenden Juden sind größtenthetls mit Reiscmitteln und Schiffskarten nach Amerika versehen und werden durch die Hilfscomites der „Alliance Jsraelite" dahin befördert. Alle Uebrigen, die diese Richtung nicht einschlagen

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