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Der Israelit · 1892-02-08 · Heft 11 (8.2.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 11 (8.2.1892)
Date
1892-02-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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201 vorgenommen, welche einen Betrag von 120 Mark ergab. O e ft e r r. - U n g a r. Monarchie: Budapest. (Die Sonntagsruhe). Beim Abgeordneten-Kandidaten Joseph Zsambokrethy sprach eine Deputation der Novaker Judenschaft und des Bezirkes unter Führung des Gemeindevorstehers Salzer vor und schilderte ihm die prekäre Lage der orthodoxen Juden in Folge der Sonntagsruhe und bat ihn, beim Minister Baross für eine entsprechende Abänderung einzustehen. Herr v. Zsambokrethy gab das bündige Versprechen, in dieser Angelegenheit nach jeder Richtung hin thättg zu sein, zumal er gelegentlich seiner Rundreise im Bezirke aus eigener Anschauung die Erfahrung gemacht habe, daß der gegenwärtige Zustand wirklich ein fast unerträglich drückender sei. Preßbrrrg, 25. Jan. Ein schwerer Schlag hat unsere Gemeinde betroffen; der Tod hat plötzlich und unerwartet eine der edelsten, frömmsten Frauen dem irdischen Dasein entrissen. Frau Leah Schreiber ist nicht mehr! Ein Herzschlag hat ihrem thatenreichen Leben im 72. Lebensjahre ein plötzliches Ende bereitet. Die Trauer um dieselbe innerhalb unserer Gemeinde und in und außer den Marken Ungarns, wohin nur diese traurige Kunde drang, ist eine unbeschreibliche. Die Verstorbene war die Mutter unseres hochverehrten und weltberühmten Oberrabbtners, Herrn B. Schreiber ’"a und die Frau des vor genau zwanzig Jahren verstorbenen p"a oma« h"id ‘man i^an mn. Heute wurde sie zu Grabe getragen. Die ganze Gemeinde, die Jeschibah und viele Deputationen verschiedener Gemeinden gaben der Verblichenen unter dem größten Schmerze das letzte Geleite. Das Leichenbegängniß gestaltete sich zu einer imposanten, ernsten und würdigen Feier; in Aller Augen waren Thränen. Aus dem Friedhose angelangt, sprach zuerst ihr Sohn, Herr Oberrabbiner B. Schreiber ’"a. Er schilderte in ergreifendster Weise, mit welcher Aufopferung und grenzenloser Hingebung die Dahingeschiedene ihrem heiligen Berufe, dem eine jede wahrhaft jüdische Frau nachzukommen verpflichtet ist, oblag; wie sie alles Mögliche that ihrem Gatten y'ai das Leben zu erleichtern und nur durch sie sei es seinem unvergeßlichen Vater ’"a möglich gewesen, eine solche Jeschibah zu führen. Hiernach ergriff ihr ältester Sohn, R. Akibah Schreiber ans Miawa, welcher als einer der größten Talmide Chachamim von Oberungarn bekannt ist, das Wort, wie auch R. Salomon Schreiber, Oberrabbiner zu Beregszcisz. Dieser erwähnte unter Anderm die Worte seines Vater welcher bei Gelegenheit einmal äußerte, daß nur die Verblichene der Impuls und die Initiative war, die ihn zu den so weltbekannten Leistungen anspornte. Zum Schluffe sprach noch ihr Enkel, Rabbiner Straffer aus Miawa '"a, einige ergreifende Worte Die drei anderen Söhne, die Herren I. L. Schreiber aus Drohobiz ’"a, R. Schimeon '"a, Rabbiner zu Erlau und Herr M. Schreiber »"a aus Udwarhelp konnten wegen der großen Entfernung nicht zum Begräbniß kommen. Wenigen Müttern in Israel ist es gegönnt, ein solch' langes, glückliches Leben zu vollbringen. Sie war ein Liebling ihres Schwieuervaters, des Chasam Sofer wirkte segensreich beinahe vier Dezennien an der Seite ihres berühmten Galten, des Kesav Sofer ^"a; und schenkte der Welt sechs Söhne, die als p« ’aisa und ov&sio d’ddh in der ganzen talmudisch gebildeten Welt bekannt sind. Es ist zu erwarten, daß sämmtliche Schüler ihres Gatten y'si einen Abschnitt Mischnajoth leiluh Nischmaß V"ai ron ro nt^> mn lernen werden. n":naan Nagy-Szöllefch, 24. Januar. Die ungarische Judenheit ist in tiefe Trauer gehüllt. Zwei ihrer Leuchten sind erloschen. Jüngst umstanden wir die Bahre des Rabbi Josua Hirsch W e i n be r g e r ^*sr, Rabbiner in Margarethen. Der Verblichene war einer der bedeutendsten Talmud-Koryphäen unserer Zeit, einer der hervorragendsten Schüler des onn b"' *ibid. Acht von den zwölf zum Leichenbegängnisse erschienenen Rabbinern gaben dem herben Verluste ergreifenden Ausdruck. Tief erschütternd wirkte allenthalben die Kunde von dem jähen Tode des Rabbi Samuel Jungreis Rabbiner in Ceher-Gyarmat. Unser Oberrabbiner und noch mehrere beim Leichenbegängnisse anwesende Rabbiner schilderten die große Talmudgelehrsamkeit, tiefe Religiosität und die vielseitigen Herzenstugenden des Verstorbenen. Das Andenken dieser zwei hehren Gestalten wird bei uns immerdar in lebhafter Erinnerung bleiben. -Tnaan. Theodor Schweiger. Biftritz, 24. Jan. Die israelitische Kultusgemeinde in Bistritz hat beschlossen, eine Synagoge mit dem Kostenüberschlag von 26967 fl. 65 kr. aufzubauen. Rußland. Petersburg, 30. Jan. Die Vertagung des Judengesetzes soll nach den Vorstellungen der beiden Großfürsten Michael und Wladimir erfolgt sein, die dem Ezaren vorhielten, ein derartiges Gesetz würde in ganz Europa und selbst in Frankreich Erregung gegen Rußland Hervorrufen. Der Czar ließ sich überreden und verweigerte die Unterzeichnung.

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