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Der Israelit · 1892-02-08 · Heft 11 (8.2.1892) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 11 (8.2.1892)
Date
1892-02-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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198 Ich glaube es nicht. Jeder gewaltsame Tod ist natürlich mit Schmerzen verbunden, man soll nur prüfen, ob die Schmerzen länger oder heftiger durch die eine oder andere Schlachtart sind. Die Axt tödtet durch Erschütterung und die Entleerung deS Blutes im Innern des Schädels, welche das Gehirn zusammendrückt. Wir können nicht wissen, ob der Schmerz längere oder kürzere Zeit empfunden wird, dieses Gefühl hängt ganz von den betroffenen Theilen des Gehirns ab. Ein Schmerz, der nicht gefühlt wird, existirt nicht. Gewiß giebt es Fälle, wo das Gefühl plötzlich aufgehoben wird. Es giebt gewiß aber auch Fälle, wo das Gefühl nur stufenweise durch die langsamere Entleerung und die daraus entstehende Zusammendrückung des Gehirns schwindet und diese sind die Mehrzahl. Die Maske giebt den Tod durch die Zerstörung gewisser Gehirntheile, durch welche der Stift geht. Man kann sich selbst durch eine ganz oberflächliche Kenntniß der Anatomie und Physiologie des Gehirns überzeugen, daß durch ein ganz kleines Abschweifen, wenn es nur wenige Millimeter beträgt (was ganz unmöglich beim Aufsetzen der Maske zu bestimmen ist) genügt, um den Stift die fraglichen Gehirntheile verfehlen zu lassen. Wir wissen, daß die Parallelseiten des Gehirns sich gegenseitig unterstützen. Ein ganz kleines Verschieben des Stiftes genügt somit, um diesen unverletzten Theil noch einige Augenblicke funkttoniren zu lassen, und so auch eine Verlängerung des Schmerzes zu veranlassen. Die jüdische Schlachtart tödtet durch die Entziehung des Blutes, welches im Gehirn circulirt. Wir wissen ganz genau, daß die Gehirnthätigkeit durch den Blutumlauf in diesem Organe bedingt ist. Die geringste Hemmung dieser Circulatton zieht Gehirnstörungen nach sich; Congestion und Anämie haben ihre schon längst bekannten Eonsequenzen. Es ist ein Axiom der Physiologen, daß die plötzliche und gänzliche Entziehung des Blutes aus dem Gehirn die augenblickliche Ohnmacht, Krämpfe und sehr rasch den Tod nach sich zieht (Vierordt Physiologie S. 490). Was sehen wir nun bei der jüdischen Schlachtart? Durch einen raschen Zug sind alle Arterien durchschnitten, welche das Blut zum Gehirn führen, ebenso die Adern, welche dasselbe aus dem Gehirn dem Herzen zu leiten. Das Blut entfließt stromweise der Wunde. Das Gehirn ist augenblicklich blutleer, in wenigen Sekunden spätestens, denn das Blut entströmt nicht nur aus den Arterien, sondern auch aus den Adern, welche zerschnitten sind. Es besteht ohne Zweifel ein Schmerz, aber dieser existirt auch durch die anderen Schlachtarten und bei dieser kann er nur ein augenblicklicher sein durch das Verlieren des Bewußtseins, welches sich sogleich und vollständig einstellt, da alle Theile des Gehirns zur selben Zeit blutleer werden. Mit einem Wort, durch den augenblicklichen Verlust des Blutes, welches das Gehirn speist, ist dieses Organ wie durch Blitzschlag vollständig gelähmt, alle seine Thätigkeiten sind zerstört und folglich auch das Gefühl, das individuelle Bewußtsein des Schmerzes. Aber das Blut entfließt nicht nur von Seiten des Kopfes, es entfließt auch stromweise von Seiten des Körpers, durch das noch kurze Zeit anhaltende Schlagen des Herzens wird das Blut ununterbrochen durch die zerschnittenen Wege ausgeftoßen. Ich muß hier eine Paranthese für Leser einschalten, welche der Physiologie weniger kundig sind. Das Herz hat eine ganz eigene und in gewissem Sinne unabhängige Rolle. Es pulsirt auch, wenn es auch vom Körper entfernt ist während weniger Minuten bei warmblütigen Thieren, während ganzer Stunden bei Thieren mit kalten Blut, der Frösche z. B. Aber trotz dieser Unabhängigkeit sind die Bewegungen des Herzens durch die Gefühle des Gehirns beeinflußt und wir theilen ohne Zweifel fälschlicher Weise, dem Herzen die Gefühle zu, welche das Gehirn empfindet und die das Herz nur in seinen Bewegungen reflectirt. Es ist ein kleiner Theil des Rachen-Bulbus, früher Lebensknoten genannt, welcher dem Athmungsorgane und somit auch den Bewegungen des Herzens vorsteht. Die Zerstörung des Lebensknoten, sagt Vulpiar in seiner physiologischen Studie über das Nervensystem S. 506, zerstört gleichzeitig die Athmung und das Leben. Das Herz hört nicht sogleich auf zu schlagen, aber dieses Schlagen wird schwächer und hört bald auf, während wenn der Lebensknoten ganz ist, das Herz und die Athmungsorgane noch einige Zeit funktioniren, selbst wenn das Gehirn vollständig todt ist. Zur Erzielung einer sofortigen Tödtung müßte durch Schlag oder mittelst der Maske der Lebensknoten zerstört, die Athmung und durch diese die Bewegungen des Herzens sogleich gehemmt werden. Durch die jüdische Schlachtart bleibt im Gegenthetl der Knoten unverletzt und trotz dem Tode des Gehirns durch schnelle Blutleere, fnnktioniren die Athmungsorgane und das Herz solange, als das Blut aus dem Herzen der Lunge zuflie^t. Dieses hört durch das Fehlen des Blutes auf. Es ist folglich gewiß, daß dem Körper durch die jüdische Schlachtart soviel Blut als nur zu entziehen ist, entzogen wird, daß die Gefäße des Körpers so schnell und so ganz entleert werden als möglich ist, während man durch die anderen Schlachtarten den Nachtheil hat, im Körper und im Muskelfleisch besonders, mehr oder weniger viel Blut lassen zu müssen, welches daraus entfernt sein sollte. Ich halte dies als eine Sache von höchster Wichtigkeit die Gesundheit betreffend. Das Blut ist in Wirklichkeit das Element, welches am schnellsten im ganzen Körper dem Verderben

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