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Der Israelit · 1892-02-01 · Heft 9 (1.2.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 9 (1.2.1892)
Date
1892-02-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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161 Breslau, 27. Jan. Von den Grabsteinen unseres ältesten Friedhofes, welche König Johann von Böhmen im Jahre,1345 der Stadt Breslau zur Wiederherstellung ihrer Mauern und zum Bau ihres Rathhauses durch urkundlichen Akt schenkte, hat sich wiederum ein Stein zugefunden, der im Rathhaushofe als Pflasterstein gedient hat und nunmehr durch Verfügung des Oberbürgermeisters Bender der jüdischen Gemeinde zurückerstattet wurde. Ich habe die ziemlich wohl erhaltene Grabschrift kopirt. Der Stein gehört in's Jahr 1332 und bezieht sich auf R. Chajtm B. Asser. Dr. Louis Neustadt. Büdesheim, 25. Jan. Bei einer Collekte zu Gunsten der aus Rußland vertriebenen Juden ging die Summe von 126 Mk. ein, welche von 104 Personen aufgebracht wurde. Leutershausen, 15. Jan. Ihre Eorrespoudcnz Bernburg in Nr. 4, Versicherungspflicht isr. Lehrer und Eautoreu bctr. veranlaßt mich zu folgenden Ausführungen: Kurz, nachdem das Jnvaliditäts und Altersversicherungs-Gesetz in Kraft getreten war, erkundigte ich mich bei dem Vorstande der Versichernngskammer „Mittclfranken" nach der Versicherungspflicht isr. Lehrer und Eautoreu, wobei ich belehrt wurde, daß diese Beamten, gleichviel ob der Cantordienst mit dem Lehramt verbunden oder getrennt sei, wegen ihrer vorzüglich geistigen Thätigkcit nicht der Versicherungspflicht unterliegen. Vielleicht wird das Versicherungsamt durch eine fortgesetzte Beschwerde einmal in den Stand gesetzt, den vorliegenden Gesetzesparagraphen zu kommeutatiren. Oppenheimer, Lehrer. O e st e r r. - U u g a r. M o n a r ch i e. Aus Ungarn, 3. Jan. Am 5. Chanuka-- Tage verschied der Rabbiner Weinberg er ^"xt, von Margitta, im 78. Lebensjahre. Der Dahingeschiedene wurde von allen D'osn -po^n Ungarns ob seiner umfassendsten Kenntniß von o"w angestaunt und allgemein verehrt. Schon als Jünger a.'l der Preßburger Hochschule des großen R M. Sofer erregte er durch Scharfsinn und unermüdlichen Fleiß die Bewunderung der kompetenten Kreise. Wenn es galt eine komplizirte, religionsgesetzliche Frage zu entscheiden, so war der in bescheidener Zurückgezogenheit lebende Rabbiner zu Margitta unter den Ersten, die um Meinungsabgabe angegangen wurden. Gegen 30 Jahre wirkte er segensreich als Rabbiner des kleinen Rabbinatsbezirkes uud unterhielt während der ganzen Zeit eine nyttr, aus der viele, gründliche Talmudgelehrte hervorgingen. L. G—g. Ans Ungarn, 19. Jan. Es wird oft gegen die Juden die Beschuldigung erhoben, daß sie keine treuen Söhne ihres Vaterlandes sind. Was nun speziell die ungarische Judenheit betrifft, so dürfte es nicht uninteressant sein, einen Blick in den vor Kurzem erschienenen „Jahresbericht des Kultusministers" zu werfen, der jeden Unbefangenen von der Grundlosigkeit jener Beschuldigung überzeugen wird. Die isr. Volksschulen zählen nämlich im Ganzen 566, von diesen sind 52 3 rein ungarisch, 40 deutsch-ungarisch und nur 3 deutsch. Zu dieser Statistik bemerkt der offiziöse „Pester Lloyd" sehr richtig: Wer da weiß, daß die Juden unter den verschiedenen Nationalitäten des Landes zerstreut sind, der wird in ihrem Streben, ihre eigene Volksschule rein ungarisch zu gestalten, ein glänzendes Zeugniß ihres Patriotismus und ihrer Staatstreue nicht verkennen dürfen. Aus dem „Jahresbericht,, erhellt ferner, daß was den guten ttuterrichtserfolg aus dem Ungarischen in nichtungarischen Volksschulen anbelangt, die israelitischem die erste Stelle einuehmcn; denn nur an 2 von den 43 deutsch-ungarischen ist ein bloß mittelmäßiges Resultat erzielt worden. Auch in Bezug dessen, ob die Lehrer der Staatssprache vollkommen mächtig sind, werden die israelitischen Volksschullehrer nicht eiumal von den Lehrern der staatlichen Anstalten übertroffen, denn von unseren 1022 Lehrern sind 1003 der ungarischen Sprache in Wort und Schrift vollkommen mächtig. Diese Zahlen sprechen zu beredt, als daß man ein Kommentar hinzusügen müßte. L. G—g. England. London, 23. Jan. Die New-Porter, Odessaer und Londoner jüdischen HülfsgcseUschaften haben durch Vermittlung deS Barons Edmond von Rothschild eineu ausgedehnten und außerordentlich fruchtbaren Strich Landes in Palästina, 60 km östlich vom See Tiberias. für 40,000 Mark angekauft, um auf dem Gebiete russische Juden anzusiedeln. Schon in nächster Zeit ..'erden sich l2 rüstige junge Männer nach der Stätte der künftigen Kolonie begeben, nm die nothwendtgen Vorarbeiten, wie Urbarmachung des Landes, Anlegen von Wegen, Brunnen u. s. w. in Angriff zn nehmen. Sind sie mit dieser Aufgabe fertig, so wird das Auswanderungscomitö nach uud nach würdige, hilfsbedürftige Familien folgen lassen. Egypten. Kairo, 17. Januar. pnx p mw n:n j/tsnji. Unser neuer Vicekönig Abbas Pascha m* hat gestern Nachmittags seinen feierlichen Einzug in feiner Residenzstadt gehalten und wurde er von

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