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Der Israelit · 1892-01-21 · Heft 6 (21.1.1892) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 6 (21.1.1892)
Date
1892-01-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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stationen und anderen Stellen speist und beherbergt Mr. Scott Moncrieff 694 mittellose Israeliten. 96 die Juden auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens in den ersten Rethen der Kämpfer für Ungarns Wohlfahrt und Größe anzutreffen sind. Die Rede des Grafen Andraffy wurde mit stürmischem Beifalle ausgenommen. England. London, 13. Januar. (Jüdische Ansiedelungen in Argentinien.) Der britische Vtceconsul von Buenos- Aires berichtet: Es ist gegenwärtig ein Agent des Baron Hirsch in der argentinischen Republik, um paffende Ländereien zur Colonisirung der Juden, welche in Massen hierher gesandt werden sollen, zu erwerben. Vor einiger Zeit hieß es, daß der Agent in Missiones 242 Quadratmeilen Land gekauft habe. Jetzt schweben Verhandlungen mit der argentinischen Regierung, um 13,000 Quadratmeilen Staatsländereien im äußersten Norden der Republik zu 20 L. die Quadratmeile zu erlangen. Wahrscheinlich gelangt der Vertrag zum Abschluß. 1085 Juden sind schon in der argentinischen Republik angekommen und nach den neugegründeten Colonien geschickt worden. Diese dürften ein wichtiges Element bei der Colonisirung nächstes Jahr bilden. Palästina. Jerusalem. Die englische Presse enthält den nachstehenden eindringlichen Aufruf der Gesellschaft zur Unterstützung verfolgter Juden, London, 41 Parliament Street: „Nach viertägigem schrecklichen Wetter in Jerusalem, während dessen der Regen in Strömen herabfiel und ein wüthender Orkan durch die Straßen fegte, berichtet Mr. Scott Moncrieff über einen großen drei Tage anhaltenden Schneesturm. Unter der Ungunst des Wetters hat sich die Lage der armen Juden, besonders derer, welche in Hütten außerhalb der Stadt wohnen, sehr verschlimmert. Viele Familien befinden sich in äußerstem Elend. Ohne Betten, ohne Feuer, ohne Nahrung liegen sie buchstäblich in dem Koth des von dem Regen aufgeweichten Boden. Ein Bericht vom 6. Januar fügt hinzu: Viele Hunderte verhungern. Ich vertheile Mehl und Heizungsmaterial. Sendet, wenn möglich, wöchentlich 100 Pfd. Sterl. Dieselben sind dringend erforderlich. Wir sandten in dieser Woche 150 Pfd. Sterl., davon auf telegraphischem Wege 100 Pfd. Sterl. ab und bitten um weitere Hilfe, damit das Nettungswerk keine Unterbrechung erleide, so lange der Nothstand ein so großer ist. Die Lage der 2000 armen Juden in Jaffa bietet kaum ein besseres Bild dar. Dieselben können, zum Theil infolge des ungünstigen Wetters, keine Arbeit erhalten und, um das Elend noch zu vermehren, sind mit dem letzten Dampfer aus Beyrut weitere 80 jüdische Flüchtlinge eingetroffen. An den Suppen- Vermischtes. Crefeld, 7. Januar. Die Lantener Angelegenheit wird mm von gewissenlosen Schwindlern ausgebcntet, die als das Opfer dieses religiösen Wahngebildes sich ausgebend, an die Mildthätigkeit ihrer jüdischen Mitbürger appelliren. So wurde jüngst hier in Creseld von Endesunterzeichneten ein Hochstapler entlarvt, welcher in empörender, schamlosester Weise sich als den des Knabenmordes beschuldigten Busch off ausgab. Wir erklären hiermit ausdrücklich, daß Herr Buschoff aus Lauten nicht für sich sammelt und bitten wir Jeden, welcher sich für Buschoff, dessen Bruder oder Abgesandten ausgiebt, verhaften zu lassen. Der Mann besaß ferner Papiere über Moritz L. Schönfeld aus Wilna resp. Odessa, als ausgewiesener Russe, soll aber Moritz Stern heißen und aus der hiesigen Gegend sein. Er hat außerdem 2 Geburtsscheine über seine im September 1891 in Groningen in Holland geborenen Zwillinge und Empfehlungsschreiben von Rabbinen und Lehrer, welche ihm nicht gehören. Die Vermuthung liegt nahe, daß derartige Papiere genau wie Börsenpapiere verhandelt und vertauscht, verschoben und verkauft werden. Sally Katz. Max Lange. Kattowitz, 28. Dezember. Das Fest des 25jährigen Stadtjubitäums, an dem auch der Oberpräsident, Herr v. Bitter, theilnahm, wurde allgemein gefeiert Die jüdische Einwohnerschaft hatte voll und ganz Veranlassung zu freudiger Theil nähme. In den Gotteshäusern aller Confessronen fand auch am heutigen Tage zu gleicher Zeit ein Gottesdienst statt. Derselbe wurde in der zahlreich besuchten Synagoge durch '2D nc eingeleitet, woran sich die herrliche Festrede unseres Rabbiners, Herrn Dr. I. Cohn anschloß. Derselben lag Ps. 118, 22 — 23 zu Grunde. — An dem Festmahl nahmen auch viele Juden Theil, in deren Interesse durch die Bemühungen des Herrn Rabbiners und des Herrn Julius Rothmami für streng rituelle Kirche gesorgt lvar. Herr Tr. Cohn hob in einem Trinkspruche die Cinmuihigkeit der Gesinnung und die Eintracht unter den Confessionen hervor. Das habe die Stadt nächst der göttlichen Hilfe und der Opfersreudigkeit der Bürger groß gemacht. Ter frühere Beigeordnete, Herr Sa l. Königsberger sprach über die fruchtreiche Thätigkcit der städtischen Behörden. — Anläßlich des Jubiläums wurde unser Glaubensgenosse, Herr Stadtrath Elias Sachs, der etwa 15Jahre dem Magistrat angehört, wegen seiner hohen Verdienste um die Entwickelung und Verschönerung derStadt zum Stadtältesten ernannt. Wien. Frau Tr. Antonie Passauer, Arztensgattin in Wien, hat aus Anlaß des Ablebens ihres Onkels, des Herrn Ignaz Leidesdorff, und zur Ehre seines Andenkens den Betrag von 50,000 st. zu wohlthätigen Zwecken gewidmet, die wie folgt vertheilt wurden: Dem israelitischen Armenhause in Wien 30,000 fl., zur Gründung eines israelitischen Waisenhauses in Preßburg (dem Geburtsorte des Verblichenen) 10,000 fl , den Armen der Stadt Wien 1000 fl., an verschämte Hansarme in Wien 1000 fl., der Wiener Freiwilligen Rettungsgesellschaft 500 fl., dem Wiener Jsraeliten- Spital 500 fl. und 70 verschiedenen Wiener Wohllhätigkeüsvereinen und -Instituten je 100 fl.

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