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Der Israelit · 1892-01-14 · Heft 4 (14.1.1892) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 4 (14.1.1892)
Date
1892-01-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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61 fortschreitende Entwickelung des Vereins, der bereits die stattliche Mitgliedcrzahl von 135 erreicht hat. Das Vereinsvermögen beträgt Mk. 3500. — Die Lehrkurse des Mcckor Chajim-Vereins bestehen gegenwärtig a) aus dem Gemorah-Vortrag des Hrn. Dajan Ger s on Posen '-z, der sich eines eingehenden Interesses erfreut, \>) aus dein Mischnajoth- Kursus des Herrn Dr. Jonas Bon di '"2, der zweimal wöchentlich eine große Anzahl von Zuhörern nur sich versammelt, <0 aus den Literatur- Vorträgen Ihres geschätzten Mitarbeiters Hrn. Dr. Sulzbach'"), der in periodischen Kursen die großen Dichter und Denker des jüdischen Volkes in interessanter Form und vollendeter Vortragsweise vor Augen führt. — Außerdem hat Herr Rabbiner Dr. Breuer '"j dem Verein für die Folge einen Vortrag in Aussicht gestellt, wodurch der Lehrplan des Vereins eine werthvolle Bereicherung erfährt. — Bei den vorgenommencn Wahlen wurden die ausschcidenden Herren Samuel Heß und Jakob Eis em an n wieder- und Heer Chm - dirigent Schn erb neugewählt. * Halberftadt. Die hiesige Gemeinde hat sich durch Zuzug aus mehr als ISO Familien erweitert. Jni letzten Jahrzehnt haben infolgedessen die Institutionen und Baulichkeiten der Gemeinde, den jetzigen Verhältnissen entsprechend, vergrößert und verbessert werden müssen. Insbesondere war dies mit der altchrwürdigcn Synagoge, der jüd. Schule und der rituellen Badeanstalt der Fall. Tie Beschaffung des koscheren Fleisches ist seit der Eröffnung des großartigen, städtischen Schlachthauses durch massenhafte Schlachtungen erleichtert worden; das für koscher bestimmte Fleisch, das für Rechnung aller Fleischer geschlachtet werden kann, wird nur im Gemeindclokale (Scharrst) verkauft. Als Mangel wird es aber lebhaft empfunden, daß bis jetzt hier am Orte ein solcher jüdischer Fleischwaarenhändler fehlt, der das Vertrauen der zahlreichen orthodoxen Familien genießt. Die Versuche von Unternehmern, die hierin nicht ausreichende Bürgschaft boten, konnten nie das ungcthcilte Vertrauen, besonders vieler Großabnehmer finden, sodaß für R a u ch w aa re n , Wurst it. hier ein belangreicher Absatz zu finden sein könnte, vorausgesetzt, daß ein tüchtiger und sachkundiger Fleischer, der Fleiß und Energie besitzt, mit den nöthigen Betriebsmitteln das Geschäft in die Hand nimmt. Da in der Jetztzeit der Kampf um die Existenz und die Wahl des Domizils immer schwerer wird, mag dieser Hinweis dazu dienen, daß Jnterffenten die hiesigen Verhältnisse sich näher darauf ansehen, speziell ob sie das Adsatzterrain groß genug finden, damit ein lucratives Geschäft erzielt, werden kann. Selbstverständlich wird die Gemeinde als solche dem Unternehmen fern stehen, aber man wird gern aus den orthodoxen Kreisen am Orte alle die Fleischwaaren kaufen, die man bisher von auswärts bezog. n. Ulm. Gestern kam vor dem Schöffengerichte die Beleidigungsklage der Manufakturwaarenfirmä Gebr. Landauer hier gegen die Ulmer Schnellpost zur Verhandlung. Die antisemitische Schnellpost hatte vor einigen Monaten nach den Angaben eines Schneiders Ä l m e n d i n g e r in Wiesensteig eine lange Geschichte gebracht, wonach dieser Schneider von der Firma Landauer arg übervortheilt und bewuchert sein sollte. Das Gericht in Göppingen hatte diese Sache schon einmal in Behandlung, aber keinen Grund zum Einschreiten gefunden. So stellten sich auch hier gestern die Behauptungen des Schneiders als unhaltbar heraus; derselbe wurde zu einer Woche Gefänguiß und der Redacteur Klee mann der „Ulmer Schnellpost" zu M. 40 Geldstrafe verurthetlr. Heilbroun. Die Mitglieder des Bürg.crausschusses wählten in ihrer heutigen Sitzung den Rechtsanwalt I. Schloß zum Obmann. Herr Sch. ein bekannter Jurist, war schon früher Obmann dieses Collegiums. R. Aus Bade». Tie Lokalbahn Kehl - Bühl wurde dieser Tage in Anwesenheit des Großherzogs von Baden eröffnet. Lei derselben sprach nach dem Amtsvorftand, Herr B l n m - A u s ch e r - Straßburg vortreffliche Worte über die Bedeutung der Bahn für Handel, Gewerbe und Landwirthschaft und schloß, indem er den Wunsch aussprach, der neuen Bahn den Namen G roßh er zo g-Fri ed ri ch - Ba hn geben zu dürfen, mit einem Hoch auf die Großhcrzogin, welche Worte vom Großherzoge sehr freundlich ausgenommen und herzlich bedankt wurden. Höchst derselbe haben sich bewogen gefunden, dem Herrn Bankier B l u m - A u s ch c r das Ritterkreuz erster Klaffe höchsten Ordens vom Zähringer Löwen zu verleihen. Nicht vergessen wollen wir hier bcizusügen, daß der Bahnbau und die dabei vorkommenden Kunstbauten von dem Bauunternehmer R. Cahn in Ben seid übernommen waren. R. Karlsruhe. Der badische O b e r r at h derJsraelite n hat sämmtliche größere Gemeinden des Landes durch Rundschreiben anfgefordcrt, zu berichten, ob und in welcher Höhe Einkaufsgelder von neuen Mitgliedern erhoben worden und auf Grund welchen Gesetzes, oder welcher Verordnung die Erhebung erfolgt. Wie es scheint, ist eine Neuregelung dieses Gegenstandes beabsichtigt. Karlsruhe. Ob erlandesg erichtsrath Heinsheim er hat sich in einem Ansall von

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