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Der Israelit · 1892-01-14 · Heft 4 (14.1.1892) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 4 (14.1.1892)
Date
1892-01-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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59 mit der Schlaf uns nicht gegen unseren Willen ans Lager fesseln könne. Die Selbstbeherrschung hätte also schon vor der Zeit des Schlafs durch die Auswahl unserer Nahrungsmittel zu beginnen. Ein vielleicht noch bewährteres Mittel, um mit Erfolg den Schlaf beherrschen zu können, ist dasjenige, welches der Midrasch mit den Worten empfiehlt, „sie schlafen mit Thora und Mizwoh ein." Wenn schon der bloße,;feftc Vorsatz bei vielen genügt, um zu einer beliebigen Stunde zu erwachen, so begreift es sich, welche Stärkung ein solcher Vorsatz erfährt, wenn er durch Thora und Mizwoh, wenn er durch den Gedanken an unsere Pflicht und ihre Erfüllung unterstützt wird. — Wie dieses beständige Sinnen in Thora und Mizwoh thalsächlich über uns wacht, und uns weckt wenn wir schlafen, indem es den geistigen Faden über unserem Lager weiterspinnt und so die Zeit vor dem Schlaf mit der nach dem Schlafe verbindet, wie uns so Thora und Mizwoh tatsächlich das Licht, die weckende Helle und damit die belehrende Anweisung für unseren ganzen Lebensweg werden, wie diese Herrschaft über uns selbst auch zur siegreichen Bekämpfung der verlockendsten Sinnlichkeit führt, das kleidet 'die Weisheit des Weisesten in folgende Worte: ■pNmin aron Vni*pn nixo »ja hjj nmn *pVnnna *]mju by m:y Ton *pV by oiffp irrten nvi mrpm yty "lötrn in« *pott6 -)did mnain D”n -pn hk mini niaa u »a (9 10'iai mal rpVno yn ntrND Wenn die ganze salomonische Spruchweisheit durch ihre Ueberschrift in p den Gedanken nahe legt, welch hervorragender Antheil davon auf die väterliche Anregung entfällt, so ist dies ganz besonders bei dem uns hier beschäftigenden Gegenstand der Fall. Lehrt doch die Ueberlieferung, daß im Gegensatz zu anderen Königen nie der Morgen König David schlafend traf, daß eine über seinem Lager aufgehängte Harfe, durch welche der Wind um Mitternacht strich, ihn weckte, daß dies der Sinn des Psalmwortes (57. 9.) sei: „Wache auf, meine Ehre, wache auf Psalter und Harfe, ich will den Morgen wecken."") Wie im täglichen Morgengebet der Blick auf das die Nacht verscheuchende Tageslicht, die Hoffnung auf jenes Licht weckt, das einst über Zion aufgeht, so ist jeder neue Morgen ein neuer Garant für den may uV npa für jenen wolkenlosen Völkermorgen (Samuel II. 23. 4.), dessen Wecker und Verkünder eben Darid durch seine Psalmen geworden. Lehrt die Nacht, welche den Blick um¬ 9) Mischte VI. 20—25. — Vexgl. in demselben Cap. die Mahnungen gegen den langen Morgenschtaf: aas^D TID “y 'dt nioun toytD nm uyo. 10) Jeruschalmi Berachoth I. flort und den Schritt verhüllt, auf Gott vertrauen, der über uns wacht, wenn wir von de» Banden deS Schlafs überwältigt regungslos danieder liegen, so ist jeder neu anbrcchende Morgen die glänzende Rechtfertigung dieses Vertrauens, die Bürgschaft der unendlichen Gottesliebe ipaa tjtiV mV»Va injiewi -pon. Tritt so aber Gottes Liebe mit dem Frühstrahl eines jeden neuen Morgens in ihrer ganzen, das Universum umfassenden urmächtigen Waltung zu Tage, — O'vrn.i ipan mmrua lau — so begreift sich der Hinweis unserer Altvorderen, auf diesen Moment der Tag- und Nachtscheide, als mächtig anregendes Mittel, zur Festigung unseres Gottvertrauens und unserer Zuversicht auf Gottes Gnade iwyiD p: inra irm, die uns so sicher verbrieft ist, wie auf jede Nacht ein Morgen folgt. Es ist das Geheimniß, dessen Enthüllung der betende und aus dem Born seines Lebens schöpfende Jude aus dem Aufblick zum Morgen- und Abendhiminel ahnt.") ES ist daS Morgenroth einer bcfstrm Zeit für deffen Verwirklichung, das ein ganzes Volk unbeirret durch alles trübe, nächtige Geschick mit jedem neu heranziehenden Morgen und neu belebter Zuversicht in den Dienst seines Schöpfers tritt, das mit diesen Welt und Menschheit erlösenden Gedanken Tag für Tag sein Tageswcrk beginnt und ihnen seine Morgenstunden weiht, nicht wegen des Geldes oder sonstiger äußeren Vortheile, die sie im Munde führen, sondern um gemeinsam mit allen gleichgeltenden Genossen sich durch das Gebet für diesen Dienst des Schöpfers zu rüsten, p; "W kV D-ayi .vVVenD nasaw nVenn „Jedenfalls aber versäume man die Zeit deS Gebets nicht, in welcher die Gesammtheit betet" lautet deshalb die Anmerkung zu der ersten Bestimmung des Schulchan Aruch. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Bornheim (Rhein). In Nr. 102 Ihres geschähen Blattes bringen Sie eine Zuschrift des Hrn. Katz aus Ratibor zum Abdruck, auf die ich mir Nachstehendes zu entgegnen erlaube. Herr K. empfiehlt einen Fre ttag-Ab e n d-Unte rricht. Er verspricht sich von demselben eine Vertiefung des Schulunterrichtes. Eine solche Vertiefung aber, wie sie Herr K. im Auge hat, ist nur im Schooße der Familie zu erreichen. Wir bedauern es, Herrn K., der von dem Gedanken beseelt ist, jüd. Geist zu pflegen, die Zwecklosigkeit seiner ii) nV»Vi Dinare td ainamyaa: 'k p"DDmaK po aiya ]n ipaa p rocna w rrnna.

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